Zwölf Xenon-Lampen im Test

Xenon-Lampen: Test

— 31.01.2016

Billige Lampen sind Blender

Längst haben Xenon-Lampen den Zubehörmarkt erobert. Doch Preise und Qualität unterscheiden sich extrem. AUTO BILD hat zwölf Xenon-Lampen im Test.

Gehen Xenon-Lampen überhaupt kaputt? Oder wozu sollte man sie austauschen? Über die Gründe lässt sich natürlich spekulieren, aber Tatsache ist, dass die Hersteller im Ersatzteilgeschäft gutes Geld mit Xenon-Lampen machen. Ihre Lebensdauer beträgt zwar rund 3000 Stunden, doch manchmal lässt die Leistung schon vorher nach, die Lampen trüben ein, oder dem Autofahrer gefällt die Lichtfarbe nicht.

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  Dann muss ein neues Paar Lampen her, denn der einzelne Austausch ist nicht wirklich billiger, außerdem muss die Werkstatt nach dem Einbau auch die Einstellung der Scheinwerfer überprüfen. Welcher Typ der richtige ist, steht in der Bedienungsanleitung. Am gebräuchlichsten sind D1S und D2S, die auch für viele ältere Projektionsscheinwerfer passen. Gefolgt von den quecksilberfreien D3S und D4S. Das D steht dabei für Discharge – Entladung. Denn das Licht entsteht in einer kirschkernkleinen Glasblase zwischen zwei Elektroden durch einen Lichtbogen, der die Xenongasfüllung leuchten lässt. Gezündet von Hochspannung bis 35.000 Volt, der Austausch ist also Werkstattsache.

Im Test: Acht Markenprodukte und vier No-Name-Lampen

In diesem Test geht es um den Typ D2S, durchgeführt wurde er im Lichtlabor der DEKRA in Arnheim. Mit dabei: die großen Marken wie Osram und Philips mit je drei Produkten – einer Standard-, einer blaustichigen und einer Hochleistungslampe. Dann Cartechnic als Vertreter der in freien Werkstätten beliebten Zubehör-Eigenmarke des Auto-Teile-Rings ATR, General Electric als US-Multi sowie vier No-Name-Lampen aus typischen Internetquellen. Darunter auch eine Lampe namens Super Vision, die einzige ohne ECE-Prüfzeichen. Aber interessant wegen ihres Preises: 8,50 Euro pro Paar! Leuchtet die überhaupt? Ja, ein bisschen, anders als vor vier Jahren zünden diesmal auch die Billiglampen. Aber kein Hinweis auf das fehlende Prüfzeichen im Angebot des Ebay-Shops, obwohl die Lampe im öffentlichen Straßenverkehr nicht benutzt werden darf. Wir fragen am Firmensitz in Hongkong nach. Und bekommen sogar eine Antwort: "Bitte machen keine Sorgen. Lampe haben guten Test. Bitte sehr."

Mehrere Lampen verfehlen ECE-Norm

Interessant: Kiwitecc und Limastar besitzen Prüfzeichen, leuchten aber auch nicht besser und verfehlen die geltende ECE-Norm R99 ebenso. Was wie bei bisher jedem Leuchtmitteltest von AUTO BILD die Frage aufwirft, weshalb der Verbraucher nicht besser vor solchen Produkten geschützt wird. Einziger positiver Aspekt: Ihr Licht ist so dunkel, dass auch keine Blendung des Gegenverkehrs auftritt. 625 cd wären erlaubt in dem Messpunkt HV, welcher der Augenhöhe des Gegenverkehrs entspricht, dieser Wert wird von keiner Lampe im Test überschritten – was auch für die Gutmütigkeit des Valeo-Scheinwerfers spricht. Auch nicht von der hellsten Sorte: der Osram Night Breaker. Im Gegenteil, mit 439 cd liefert sie den zweitniedrigsten Blendwert. Augenfreundlicher zu anderen Verkehrsteilnehmern ist lediglich noch die Philips BlueVision ultra, allerdings kommt bei ihr insgesamt nur wenig Licht raus, der deutliche Blaustich fordert hier seinen Tribut. Reichweite: nur 91 Meter. Das können selbst die preiswertesten guten Lampen besser, Cartechnic und General Electric stemmen beide 100 Meter, weniger wäre bei einem Xenonscheinwerfer auch nicht standesgemäß.

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Es gibt entweder gute Lampen – oder den billigen Rest

Dass die Maximalwerte bei guten Leuchtmitteln eng zusammenliegen, beweist auch, dass die Reichweite mehr von der Bauart des Scheinwerfers und seiner Anbauhöhe bestimmt wird und weniger von der Lampe. Deshalb sind auch Werbeaussagen wie "plus 50 Prozent" (Philips X-treme), "70 Prozent mehr Licht" (Osram Night Breaker) nicht sinnvoll. Denn der Lichtstrom ist bei den getesteten 35-Watt-Lampen auf 3200 Lumen +/– 450 Lumen begrenzt, mehr als 3650 Lumen wären also gar nicht erlaubt und werden im Test auch nicht erreicht. Und auf der Straße haben wir noch nie eine derart hohe Zunahme der Beleuchtungsstärke gemessen. Es sei denn, Osram und Philips möchten die finstere Limastar als Maßstab definieren. Was der Test aber deutlich macht, ist die nach wie vor vorhandene Zweiteilung des Marktes: Es gibt entweder gute Lampen – oder den billigen Rest. Alle Test-Ergebnisse finden Sie in der Bildergalerie.

Xenon-Lampen im Test

Hendrik Dieckmann

Hendrik Dieckmann

Fazit

Die gute Nachricht: Helles Licht muss nicht teuer sein. Zwar liefert Osram mit der Night Breaker den Testsieger, doch GE und Cartechnic sind auch helle. Die schlechte: Noch immer tummeln sich viele Schrottlampen am Markt, die auf dubiosen Wegen ein E-Prüfzeichen bekommen haben. Gesetzgeber, bitte handeln!

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