Zum 50. Mal geht es in diesem Jahr zweimal rund um die Uhr in der Grünen Hölle – und die Vorzeichen könnten kaum besser sein. Erstmals seit zwei Jahren kehren die Zuschauer an die legendäre Nordschleife zurück, um eine riesige Motorsport-Party zu feiern.
Rekordsieger BMW präsentierte sich im Vorfeld stark: Mit dem brandneuen M4 GT3 (Dreiliter-Reihensechszylinder-Turbomotor, ca. 525 PS) feierten die Münchner in der Langstreckenmeisterschaft einen Dreifach-sieg und überzeugten auch bei den ADAC 24h Qualifiers, der Generalprobe für den 24h-Klassiker, mit einer guten Leistung. Neben den beiden BMW M4 GT3 von Rowe Racing sind auch die GT3-Renner vom BMW Junior Team, Schubert Motorsport und Walkenhorst im Auge zu halten. Als Schwachstelle gilt nur die Zuverlässigkeit – und dann staubt die Konkurrenz ab.
Mercedes erbte bei der Generalprobe bereits den Sieg von BMW, weil sich die Münchner ein Gelbvergehen erlaubten. Mit GetSpeed und HRT hat die Marke mit dem Stern zwei erfahrene Nordschleifen-Teams am Start, die mit dem Mercedes-AMG GT3 (6,3-Liter-V8-Motor, ca. 545 PS) bestens vertraut sind. Dazu kommen Fahrer wie DTM-Champion Maximilian Götz, Maro Engel und Daniel Juncadella, die das Gesamtpaket perfekt machen.
Vom 26. bis 29. Mai 2022 wird die legendäre Nordschleife bei den ADAC 24h Nürburgring wieder zum Schauplatz von Dramen und Erfolgsgeschichten.

Als Vorjahressieger gehört auch Porsche zu den Top-Favoriten. Der Porsche 911 GT3 R (Vierliter-Sechszylinder-Boxermotor, ca. 523 PS) von Manthey-Racing ist nicht das einzige Eisen im Feuer. Das Porsche-Aufgebot ist groß: Dinamic, KCMG, Toksport WRT und Falken Motorsports haben realistische Chancen auf den Sieg.
Audi schickt dagegen nur zwei werksunterstützte R8 LMS GT3 Evo 2 (5,2-Liter-V10-Saugmotor, ca. 506 PS) ins Rennen, die von Phoenix Racing bzw. Car Collection betreut werden und mit GT3-Profis wie Kelvin van der Linde, René Rast und Nico Müller besetzt sind.
Bei den Fans sind allerdings auch die "Außenseiter" beliebt. Konrad Motorsport startet mit dem Lamborghini Huracán GT3 (5,2-l-V10-Saugmotor, ca. 514 PS), der zwar schnell, aber nicht zuverlässig ist. Bei Ferrari gilt Octane126 mit dem 488 GT3 Evo (Vierliter-V8-Twinturbo, ca. 537 PS) als Speerspitze. Das Werksaufgebot von Aston Martin war bislang kaum auffällig, doch mit Nicki Thiim, Maxime Martin und Co. wird der Vantage GT3 (Vierliter-V8-Turbo, ca. 523 PS) zur Gefahr.
Der SCG 004c der Scuderia Cameroon Glickenhaus ist zwar (noch) kein GT3-Bolide, doch der Eigenbau mischt fleißig an der Spitze mit.

Der SCG 004c (6,2-Liter-V8-Sauger, ca. 526 PS) der Scuderia Cameroon Glickenhaus ist zwar (noch) kein GT3-Bolide, doch der Eigenbau mischt fleißig an der Spitze mit. Dort sind die kleineren Fahrzeuge zwar nicht zu finden, doch auch in diesem Jahr ist wieder alles dabei – vom Cup-Renner über die TCR-Boliden bis zum seriennahen Opel Astra.

TV-Tipp

Nitro plant einen neuen Weltrekord in Sachen Livesendung mit Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde!
Sendezeiten:
Freitag, 27.05., 18:00 – 20:15 Uhr: Top-Qualifying
Samstag, 28.05., 13:15 Uhr bis Sonntag, 29.05., 16:40 Uhr: Rennen live
Stream, Ticker & Timing:
www.24h-rennen.de/live
Livestream: youtube.com/24hNBR
facebook.com/24hNBR

50 Jahre 24h am Nürburgring

Stucks Premierensieg
1970: Im Koepchen-BMW 2002 ti mit 120 PS aus zwei Liter Hubraum gewinnt Hans-Joachim Stuck im zarten Alter von 19 Jahren gemeinsam mit Clemens Schickentanz die 24h-Premiere am Ring. Stuck: „Der Sieg war eine gute Visitenkarte für meine weitere Karriere.“
Rekordsieger am Ring
1. BMW 20 (1970–1973, 1984–1986, 1989–1992, 1994–1998, 2004, 2005, 2010, 2020)
2. Porsche
13 (1976–1978, 1988, 1993, 2000, 2006–2009, 2011, 2018, 2021)
3. Ford
5 (1979–1982, 1987)
3. Audi
5 (2012, 2014, 2015, 2017, 2019)
5. Chrysler
3 (1999, 2001, 2002)
6. Mercedes
2 (2013, 2016)
7. Opel
1 (2003)

Von

Sönke Brederlow