Wenn in Europa noch der kühle Winter tobt, strahlt im Norden Floridas bereits die Sonne. Die nordamerikanische Autosaison beginnt traditionell mit dem Amelia Island Concours – und genau hier startet die M GmbH ihre Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag. Was 1972 mit dem spektakulären BMW 3.0 CSL, vom Luxuscoupé zum Tourenwagen umgebaut, begann, sich über 2002 Turbo, den spektakulären M1 oder einen pausbäckigen M3 E30 bis zu den schnellen M5-Sportlimousinen fortsetzte, mündete in den aktuellen Power-SUVs X3 / X4 M, X5 / X6 M oder dem M8.

Premiere für das 8er Facelift

Kein Wunder also, dass BMW zum Auftakt der Jubiläumsfeier in Amelia Island gleich noch die neue Generation der 8er-Baureihe enthüllte. Auf der BMW-Bühne des Amelia Island Concours ist allerdings nicht nur der ganz frische 8er zu bewundern, sondern auch der legendären BMW M1 und das spektakuläre Einzelstücks BMW M8 der Generation E31, der es niemals in die Serie schaffte.
 
Amelia Island Concours
Rund 35.000 Besucher lockt der Amelia Island Concourse zum Autogucken an.
Bild: Stefan Grundhoff
Das sieht mit sehens- und fahrenswerten Klassikern wie dem schwarzen BMW M5 der Baureihe E28 mit beiger Vollausstattung ganz anders aus und die Besucher des Amelia Island Concours drücken sich die Nase platt am Nachfolger der Generation E34, denn der ebenfalls schwarze M5-Power-Beau im Biedermann-Kleid hat es faustdick hinter den Turbinenrädern und gerade einmal 700 Kilometer gelaufen. Einige Fahrzeuge haben den Weg aus dem neu erschaffenen BMW CCA Foundation Museum direkt neben der Produktionsstätte in Spartanburg an die floridianische Atlantikküste auf Achse zurückgelegt. Viele M-Fans und Sammler zog es mit Fahrzeugen wie BMW Z3 M Coupé, M3 E46, 850 CSI oder neuen M-Fahrzeugen zum amerikanischen Saisonauftakt in der Nähe von Jacksonville.
BMW M5
Klassiker: Diese M5 sind inzwischen ein seltener Anblick auf der Straße.
Bild: Hersteller

Alternative zu Pebble Beach

Mit seinem bunten Programm und vielen Events schwingt sich Amelia Island langsam auf, zu einer echten Alternative zu der Monterey Autoweek mit dem Höhepunkt Pebble Beach Concours zu werden, der jedes Jahr in der dritten Augustwoche an der kalifornischen Westküste stattfindet. Gut für viele Autofans, dass man sich nicht entscheiden muss, denn Inhalte und Spaß am Automobil gibt es genug, sodass die Saison perfekt in Amelia Island beginnen kann, ohne dem Jahreshöhepunkt von Pebble Beach ins Gehege zu kommen. 
Doch wer etwas auf sich hält, wartet nicht bis in den sonnenreichen August und lässt das winterliche Europa nur allzu gerne hinter sich, um Hispano Siuza, Jaguar XJ 220, Hummer EV, Cadillac CT5 V oder Porsche Cayman GT4 RS zu bestaunen, mit Cameron Glickenhaus über seinen neuesten Supersportler zu plaudern oder einen Sportwagen zu ersteigern.

Erste E-Autos beim Klassiker-Treffen

So langsam mischen sich auch die ersten Elektromodelle unter Klassiker und Youngtimer. Hier ein Porsche Taycan, da ein umgebauter Land Rover Defender, der polarisierende Hispano Suiza Carmen oder der BMW iX M60 – das geht hier in Amelia ganz lässig nebeneinander, auch wenn sich die bis zu 35000 Besucher zumeist für das vierrädrige Kulturgut mit Verbrenner interessieren.
 
BMW M
BMW nutzt das Oldtimer-Treffen zum Start des M-Jubiläums.
Bild: Hersteller
Apropos Verbrenner: Einige der aktuell meistverkauften M-Modelle werden rund 600 Kilometer nördlich des Urlaubsparadieses Amelia Island in Spartanburg/South Carolina produziert. In den Südstaaten der USA befindet sich nicht nur das größte Werk im Fertigungsverbund des bayrischen Autobauers, sondern das Kernwerk der beliebten Crossover. 2021 liefen hier mehr als 433000 Fahrzeuge der Modelle X3, X4, X5, X6 und X7 vom Band – und eben auch der entsprechenden Topmodelle mit M-Signet
BMW Spartanburg
Der Münchner Hersteller hat ein Werk in Spartanburg – und ist größter Auto-Exporteur der USA.
Bild: Hersteller

BMW ist größter Auto-Exporteur der USA

Ein neuer Rekord, der BMW zum achten Mal in Folge zum größten Autoexporteur der Vereinigten Staaten macht. Doch auch im Vorzeigewerk in South Carolina gibt es etwas zu tun: Zum Ende des Jahres mit dem über 700 PS starken BMW XM nicht nur ein neues Topmodell dazu, die Fertigung muss in den nächsten Jahren auch flexibler werden. Zuküntig sollen auf den Bändern variabel Verbrenner, Plug-in-Hybride und Elektroautos produziert werden können.
 
Werden neben den normalen Verbrennerversionen der X-Modelle bisher mit dem X3 PHEV und dem X5 PHEV nur zwei Plug-in-Hybriden gebaut, die um jene Powerhybriden der M GmbH ergänzt werden, so gilt es die Fertigung fit für künftige Elektromodelle zu machen. Die Modelle iX3 und iX werden bisher nur in China beziehungsweise in Dingolfing gefertigt. 70000 der insgesamt mehr als 433000 im vergangenen Jahr produzierten Fahrzeuge waren Plug-in-Hybride, was einem Zuwachs von fast 50 Prozent im Vergleich zu 2020 entspricht.

Werk muss flexibel werden

BMW Spartanburg
In den kommenden Jahren soll das US-Werk fit für die Elektromobilität gemacht werden.
Bild: Hersteller
Und dabei soll es nicht bleiben. Der neue Werksleiter Dr. Robert Engelhorn wurde insbesondere deshalb aus München nach Spartanburg beordert, um das Volumenwerk nach Vorbild der bayrischen Stammstätte in eine flexible Elektrofertigung umzuwandeln. "Wichtig ist für uns die Flexibilität", unterstreicht Robert Engelhorn, "um flexibel zu sein, müssen wir auf einer Linie Verbrenner, Plug-in-Hybriden und Elektromodelle fertigen können".