Die Meldung war eine dicke Überraschung: Die Stadt Koblenz bemisst die Gebühren für Anwohnerparkausweise ab 1. März 2024 nach der Größe des Autos.
Dann wird ein Jahresgrundbetrag von 23,40 Euro mit der jeweiligen Länge und Breite des Fahrzeugs in Metern multipliziert – was das Parken für Anwohner mit einem SUV automatisch deutlich teurer machen wird.
Für einen Anwohner-Parkausweis für einen Smart fortwo müssen Koblenzer für ein Jahr künftig 104,87 Euro zahlen. Bei einem VW Golf 7 sind es bereits 179,12 Euro, bei einem VW Tiguan 196,23 Euro. Zuvor hatte das Land Rheinland-Pfalz den Kommunen erlaubt, die Gebühren für Bewohnerparkausweise selbst zu regeln.

ADAC überrascht mit Aussage

Noch überraschender aber: Der ADAC gibt der Stadt Koblenz recht und zeigt Verständnis für die Regelung – und das als Automobilclub.
"Der ADAC hält insgesamt eine Staffelung nach der Größe für sinnvoller als nach dem Gewicht – zumal das Gewicht keine belastbare Aussage zum Flächenverbrauch zulässt", sagte ADAC-Sprecherin Katrin van Randenborgh gegenüber BILD.
Koblenz erhöht zum 1. März 2024 die Gebühren für Anwohnerparkausweise.
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Und weiter: "Zusätzlich haben wir Verständnis dafür, dass Städte darauf reagieren müssen, dass das Raumangebot knapp wird und zunehmende Konflikte über Nutzung und zwischen Verkehrsarten wahrnehmbar sind."
Van Randenborgh betont allerdings auch, dass es nicht die einzige Lösung sein könne, den sowieso schon knappen Parkraum noch zu verteuern. Alternativen müssten her. Doch die müssen immer öfter weichen, sodass das generelle Parkangebot immer knapper wird.

Verkehrsrechtler ist verwundert

Bei Verkehrsrechtler Uwe Lenhart sorgt die ADAC-Stellungnahme für große Verwunderung.
"Dass nunmehr sogar der ADAC dem Vernichtungsfeldzug gegen das Auto beigetreten ist, verwundert. Das entspricht wohl kaum § 2 Absatz 1 der Satzung des ADAC", sagte Lenhart.
Denn der besagt, dass der Zweck des ADAC die Wahrnehmung, Förderung und Vertretung der Interessen des Kraftfahrers, des Motorsports und des Tourismus sei. "Aber wenn das Auto erst einmal abgeschafft ist, braucht es auch keinen ADAC mehr", so Lenhart weiter.