ADAC testet 50 Autobahn-Rastplätze – mit erschreckendem Ergebnis
Fast die Hälfte der Anlagen sind "mangelhaft" oder schlechter

Sommerzeit ist Reisezeit – und wer reist, muss auch rasten. Daher hat sich der ADAC 50 Rastplätze an den deutschen Autobahnen genauer angesehen – mit erschreckendem Ergebnis!
Bild: Martin Hangen
- Raphael Schuderer
Pünktlich zur Hauptreisezeit hat der ADAC 50 unbewirtschaftete Rastplätze an deutschen Autobahnen unter die Lupe genommen – das Ergebnis erschreckt: Fast die Hälfte der Anlagen (46 Prozent) kassiert die Bewertung "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft". Noch schlimmer: Kein einziger Rastplatz schafft ein "sehr gut". Im Vergleich zum Rastplatz-Check des Jahres 2022 haben sich knapp zwei Drittel der Anlagen verschlechtert.
Besonders dramatisch: Der Anteil guter Rastplätze sank von 40 Prozent im Jahr 2022 auf magere 18 Prozent. Nur acht Prozent der getesteten Anlagen konnten sich verbessern. Größte Schwachstelle: die Sanitäranlagen. 62 Prozent der Rastplätze bekommen in dieser Kategorie ein "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft". Seifenspender fehlen oder sind kaputt, Handtrockner funktionieren nicht, Toilettenpapier ist Mangelware. Die Sauberkeit lässt vielfach zu wünschen übrig. Auch barrierefreie Toiletten entsprechen oft nicht den Erwartungen – weder baulich noch bei der Ausstattung.
Diese Anlagen sind "gut"
Nur 9 von 50 Anlagen wurden mit "gut" bewertet und lohnen für eine Pause: An der Autobahn A9 sind das die Rastplätze Borker Heide (Brandenburg) und Kapellenberg (Sachsen). An der A14 Plater Berg West (Mecklenburg-Vorpommern) und Saaleaue Süd (Sachsen-Anhalt). An der A6 die Plätze Linsenbühl und Kochertalbrücke Süd (beide Baden-Württemberg). Engelmannsbäke (A1, Niedersachsen), Riedbruch Süd (A20, Mecklenburg-Vorpommern) und Röllingser Graben (A44, Nordrhein-Westfalen) sind ebenfalls empfehlenswert.
Beim Parken läuft es besser
Insgesamt schnitt die Kategorie "Verkehr und Parken" mit der Bewertung "gut" am besten ab. Die meisten Rastplätze sind verkehrssicher angelegt. Doch auch hier gibt es Mängel: Auf 38 Prozent der Anlagen fehlen Stellplätze für Pkw mit Anhängern, Gespanne und Wohnmobile. Ebenfalls auffällig: Auf 8 der 50 Rastplätze standen Schrottautos herum – diese Beobachtung floss allerdings nicht in die Wertung ein.

Auffallend: Laut ADAC standen auf 8 der 50 getesteten Rastplätze Schrottautos, hier ein Golf auf dem Rastplatz Kapellenberg (A9, Sachsen-Anhalt)
Bild: ADAC
Kaum Aufenthaltsqualität auf den Anlagen
Die "Außenanlagen" erreichen nur mittleres Niveau. Zwar sind grundlegende Einrichtungen vorhanden, doch es mangelt an Aufenthaltsqualität. Spazierwege, Bewegungs- oder Spielflächen sowie ausreichender Lärmschutz fehlen auf vielen Rastplätzen. Nur 2 der 50 getesteten Anlagen verfügen über einen Spielplatz. Keine einzige Anlage bietet eine Frischwasserversorgung für Wohnmobile.
Auch bei der Sicherheit besteht Optimierungsbedarf: Die Kategorie "Persönliche Sicherheit" erreicht lediglich ein ausreichendes Ergebnis. Defizite zeigen sich vor allem bei der Beleuchtung der Parkflächen, der Einsehbarkeit der Toilettengebäude und den Notrufeinrichtungen. Auf jedem fünften Rastplatz fehlt ein Notruf komplett. Positiv: Auf allen Anlagen gibt es Handyempfang, und alle Toilettengebäude werden nachts beleuchtet.
Autofahrer sind frustriert
Eine begleitende Nutzerbefragung bestätigt die Testergebnisse. Für die Befragten ist Sauberkeit der mit Abstand wichtigste Aspekt eines Rastplatzes – gleichzeitig wird sie als größtes Problem wahrgenommen. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen deutlichen Handlungsbedarf, insbesondere bei den Sanitäranlagen.
Saubere und funktionierende Toiletten, eine sichere Gestaltung und eine angemessene Ausstattung gehören aus Sicht des ADAC zur Grundversorgung von Rastplätzen und sollten auf allen Anlagen zuverlässig gewährleistet sein. Verantwortlich für die Rastplätze an Autobahnen sind die jeweiligen Niederlassungen der Autobahn GmbH.
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