Die Lebensdauer von modernen Elektroauto-Akkus wächst weiter und hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach der aktuellen Analyse von Geotab, einem globalen Spezialisten im digitalen Fuhrparkmanagement, bleiben moderne Elektroauto-Akkus inzwischen rund eine Million Kilometer voll nutzbar! Im Schnitt würden nach zwölf Jahren Nutzung noch mehr als 80 Prozent der Speicherkapazität zur Verfügung stehen. Konkret: Ein E-Auto, dessen neuer Akku eine Reichweite von 500 km ermöglicht, hätte gemäß Geotab-Berechnung nach zehn Jahren durchschnittlicher Nutzung einen Speicherverlust von gerade mal 75 km. Die mittlere Reichweite würde dann noch 425 km betragen.
Übrigens sind die Akkus auch nach einer Million Kilometer keineswegs defekt, sondern haben lediglich eine geringere Speicherkapazität infolge kalendarischer und zyklischer Alterung, also Abnutzung durch Zeit und Ladevorgänge. Sie lassen sich dann noch verwenden, allerdings mit etwa 30 Prozent weniger Reichweite als am Anfang. Das kanadische Unternehmen Geotab ist auf Elektroautos als Flottenfahrzeuge spezialisiert. Aktuell hat es vier Millionen Aboverträge in 160 Ländern abgeschlossen.

Wie viel Speicher verliert ein E-Auto-Akku pro Jahr?

Die Daten der von Geotab verwalteten Elektroautos sind die Grundlage für die aktuelle Prognose der Lebenserwartung. Demnach verlieren Traktionsakkus jährlich im Schnitt nur etwa 1,8 Prozent ihrer Speicherkapazität. Der Dienstleister schließt daraus: "Das zeigt, dass Elektroauto-Akkus zwanzig Jahre halten." Noch vor fünf Jahren hatte eine ähnliche Auswertung eine Degradation (natürlicher Speicherverlust) von 2,3 Prozent ergeben.
Für Flottenmanager, die unter dem Druck der Regulierungsbehörden stehen, CO₂-Emissionen zu reduzieren, ist das eine gute Nachricht: 75 Prozent aller Fahrzeuge in Fuhrparks könnten durch E-Autos ersetzt werden, so Geotab. Und ihre Aufgaben sogar günstiger erledigen: Nach den Berechnungen des Fuhrpark-Verwalters spart ein Elektroauto über seine Betriebslebenszeit umgerechnet etwa 14.250 Euro. Je länger Batterien halten, desto mehr können Elektroautos fahren und damit zur Wertschöpfung beitragen.

Wann ist ein Elektroauto-Akku endgültig kaputt?

Geotab bietet seit 2019 das "Battery Degradation Tool", um den Abnutzungsgrad von E-Auto-Akkus zu messen. Der Dienstleister schlussfolgert aus seiner Datenanalyse: "Die Batterien in den neuesten E-Auto-Modellen werden die Nutzungsdauer des Fahrzeugs bequem überdauern und müssen wahrscheinlich nie ersetzt werden."
Erst in einem zweiten Nutzungsszenario, zum Beispiel als Akkubank in Jachten oder als stationäre Stromspeicher in Häusern, würden sie irgendwann abgenutzt sein. Vielleicht halten sie aber noch weitaus länger: Geotab zieht auch ein "Third Life", also eine Drittnutzung in Erwägung. Dann würde ein Elektroauto-Akku, der in diesem Jahr erstmals in einem Auto installiert wird, im Jahr 2050 noch Verwendung finden. Das würde die Pflicht zum Recycling deutlich nach hinten schieben.
Wann ist endgültig das Licht aus? Das kann Geotab noch nicht präzise vorhersagen: "Wir haben bisher nicht genügend Fahrzeuge mit einem hohen Batteriealter in der Datenbank."
Batteriezustand - Akkutausch
Ein verbrauchter Elektroauto-Akku muss ausgebaut und ersetzt werden. Doch moderne Energiespeicher halten länger als die Fahrzeuge, sagt das Analyse-Unternehmen Geotab.
Bild: Hersteller

Auch Kühlung des E-Auto-Akkus spielt eine Rolle

Auch andere interessante Erkenntnisse teilt das Unternehmen bereits: So spielt auch die Außentemperatur für die Lebenserwartung eines Akkus eine große Rolle. Bei E-Autos, die mehr als fünf Tage im Jahr einer Außentemperatur von 27 Grad und darüber ausgesetzt waren, wurde demnach innerhalb von vier Jahren zehn Prozent höhere Degradation festgestellt (also von zwei Prozent/Jahr anstelle von 1,8 Prozent). Auch das ist nicht viel, spielt aber für Wertverlust und Abschreibung im Fuhrpark eine Rolle.

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Ein weiterer Aspekt ist eine effektive Batteriekühlung. Geotab verglich die Degradationswerte vom Tesla Model S mit Flüssigkeitskühlung und vom Nissan Leaf mit Luftkühlung, alle Fahrzeuge der Jahrgänge 2015. Heraus kam: Während der Nissan Leaf einen durchschnittlichen Speicherverlust von 4,2 Prozent erleidet, büßt der Tesla im Schnitt nur 2,3 Prozent Kapazität ein.

Ist intensive Nutzung schlecht für E-Auto-Akkus?

Eine weitere Erkenntnis der Batterie-Datenanalysen von Geotab: Auch Kilometerfresser belasten den Akku nicht zusätzlich. Unbenommen, dass die Degradation abhängig von der Nutzung zunimmt. Aber laut dem Analyse-Dienstleister wird sie darüber hinaus nicht durch hohe Nutzungsintervalle beschleunigt. Das erleichtert Flottenmanagern die Berechnung der Nutzungsdauer für Fahrzeuge mit hohen Laufleistungen.
Allerdings sollte man – speziell bei Elektroautos, die viele Fernfahrten absolvieren – beachten, dass Laden am Gleichstrom-Schnelllader die Degradation erhöht. Wer also viel am HPC-Lader den Akku auflädt, verkürzt so die Lebenserwartung seines Akkus.