Durchbruch auf dem Genfer Salon 2009: Zur Entwicklung einer Infrastruktur für umweltfreundliche Elektro-Antriebe vereinbarten die Autohersteller BMW, Daimler und Volkswagen sowie deren Partner aus der Energieversorgerbranche E.ON (VW), RWE (Mercedes) und Vattenfall (BMW) den Aufbau einer Kette von Schnellladestationen. Unter Führung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) sollen alle Parteien bei den Themen Technik, Abrechnung und räumliche Umsetzung zusammenfinden. Autos mit E-Antrieb sollen per Starkstrom-Zapfsäulen zum Beispiel vor Supermärkten schon in zwei Stunden voll aufgeladen werden können. Für Kurzstrecken reiche sogar eine Stunde am Netz, heißt es von Daimler-Seite.
Mercedes B-Klasse mit Brennstoffzelle
Bild: Werk
Zunächst soll in Berlin damit das Problem des schnellen Aufladens von E-Autos und Plug-in-Hybriden angegangen werden. In der Hauptstadt testet Daimler derzeit den Elektro-Smart, BMW den Elektro-Mini. Einen kräftigen Anschub erfuhr in Genf auch die Brennstoffzelle. In Hamburg soll nach den Worten von Daimler-Chef Dieter Zetsche der erste Großversuch für eine flächendeckende Wasserstoff-Infrastruktur stattfinden. Mercedes, die Stadt Hamburg und mehrere Wasserstofflieferanten (unter anderem Linde) kooperieren dabei. Im kommenden Jahr sollen 20 Mercedes B-Klasse und weitere Brennstoffzellen-Busse in der Hansestadt eingesetzt werden, später auch in Berlin.

Zetsche: "2014 ist Wasserstoff-B-Klasse bezahlbar"

Für eine funktionierende Wasserstoff-Infrastruktur in ganz Deutschland wäre nach den Worten des Daimler-Chefs ein Investment von 1,7 Milliarden Euro erforderlich. Ergebnis: circa 1000 Tankstellen, die maximal 34 Kilometer voneinander entfernt liegen. Zetsche: "Die beiden neuen Infrastrukturen werden nebeneinander existieren." Und: "In fünf Jahren haben wir eine Wasserstoff-B-Klasse zu einem bezahlbaren Preis." Das werde beim Elektroauto wegen der noch sehr teuren Batterien schwieriger. Nach einer Studie der Beratungsfirma A. T. Kearney werden 2020 auf Europas Straßen fast drei Millionen Elektroautos und Plug-in-Hybride unterwegs sein.