Der neue Audi A1 Citycarver spielt diesen modernen Typus Style-SUV besonders talentiert. Aber kann der kleine Audi auch etwas? Das zeigt unser erster Test. Wo steht er im direkten Vergleich mit bereits etablierten Klein-SUVs? Dabei legen wir objektive Ergebnisse wie Fahrleistung, Bremsverhalten, Kosten und Maße zugrunde. Außerdem sortieren wir nach subjektiven Aspekten. Wie steht es zum Beispiel um das Markenimage, ist das Design stimmig, kommt Fahrspaß auf?
In der Vier-Meter-Klasse gibt es keine Edel-Konkurrenz
Audi A1 Citycarver (2020): Test - Motor - Preis - Mini-SUV
Was taugt der A1 Citycarver?
Prestige: Audi hat den etwas teureren Edelbonus – das überträgt sich natürlich direkt auf das kleinste Modell. Schade, dass der Citycarver das Q von Audis SUV-Nomenklatur nicht tragen darf. Dadurch kommt er am Stammtisch der Auto-Fans nur als ein Sondermodell des A1 Sportback weg. Was dem Citycarver dagegen hilft, in Sachen Prestige zu punkten: In der kleinsten Liga hat Audi keine direkte Konkurrenz. BMW, Mini und Mercedes mischen in der Viermeter-Abteilung nicht mit. Und im Vergleich zu Citroën, Ford & Co. hat Audi eindeutig mehr Strahlkraft. Dass der Citycarver mit dem VW T-Cross und somit sehr eng mit dem Polo verwandt ist, kaschiert er erfolgreich.
LED-Blinker mit dynamischer Leuchtfunktion
Blender? Der aus der Distanz hochwertig wirkende Wabengrill ist aus der Nähe nur ein simples Gussteil.
Design: Eigenständig ist er ja. Die Verwandtschaft zum A1 Sportback hebelt der Citycarver allein über die Höherlegung mit entsprechend eindrucksvoller Bodenfreiheit auf. Ansonsten: Er wirkt kräftig und sportlich, allerdings im Detail aufgerüscht. Unterfahrschutz aus Kunststoff, der konturierte Dachspoiler aus dem S-Line-Repertoire, die Radlauf-Plastikbögen – sämtlich wirken diese Applikationen eher wie nachgerüstete Anbauteile. Der markante Wabengrill setzt ihn zwar von der Masse ab, das simple Gussteil wirkt aus kurzer Blickdistanz jedoch nicht so premium wie der Rest. Im Innenraum geht es gefühlt hochwertiger zu. Sogar Ambientelicht ist zu bekommen – das hat tatsächlich Oberklasse-Lounge-Charakter. Ebenfalls cool: LED-Blinker mit dynamischer Leuchtfunktion – ein seltener Spaß in der Kleinwagenklasse. Achtung: beides kostet extra.
In Fahrt kann der Citycarver nicht restlos überzeugen
Der knackig abgestimmte Audi macht Laune, der Dreizylinder sollte aber beim Anfahren besser loslegen.
Spaß: Der Testwagen mit 1.0-Dreizylinder leistet 116 PS. Das langt für knapp 200 km/h Höchstgeschwindigkeit und Sprints auf Tempo 100 in unter zehn Sekunden. Ein deutlich stärkerer (aber auch mehr als 100 Kilogramm schwererer) Citroën DS3 Crossback 130 ist nicht schneller. Die Sechsgangschaltung des Audi dürfte geschmeidiger nachgeben, der Turbobenziner sollte beim Anfahren emsiger loslegen. Will man zügig an der Ampel loszischen, muss man reichlich im Kupplungsschlupf herumbalancieren. Das wirkt renitent und klingt unpassend abgemüht. Auch beim Hochdrehen sollte der Dreizylinder entspannter abliefern – Last und Drehzahlen schrauben sich zu einer unfeinen Lärmkulisse hoch. Sonst: Der leichtfüßig wirkende A1 bereitet über seine pralle Abstimmung richtig Laune, bremst bestens, lenkt fein und gefühlvoll.
Durch die Höherlegung lässt er sich in Kurven nicht sonderlich hemmen. Der 45er-Reifenquerschnitt (der Testwagen steht auf 18 Zoll großen Rädern) trübt bei aller Fahrpräzision jedoch die Komfortbilanz, kleine Unebenheiten dringen als Minibeben bis in den Innenraum.
Das Fazit: Trotz "Massen-Unterbau" – der vom Polo abgeleitete Citycarver kommt uns wie ein eigenständiges Modell vor. Das Thema SUV als Lifestyle-Begleiter bedient er bestens. Achtung: Trotz reichlich SUV-Anleihen bleibt er ein Kleinwagen, bietet entsprechende Platzverhältnisse. Toll: Der Citycarver ist enorm sicher. AUTO BILD-Testnote: 2. Weitere Details zum Audi A1 Citycarver gibt es in der Bildergalerie.
Bildergalerie
Audi A1 Citycarver im Test
Audi A1 Citycarver im Test
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Der neue Audi A1 Citycarver spielt diesen modernen Typus Style-SUV besonders talentiert. Aber kann der kleine Audi auch etwas? Das zeigt unser erster Test.
Bild: Tom Salt
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Prestige: Audi hat den etwas teureren Edelbonus – das überträgt sich natürlich direkt auf das kleinste Modell. Schade, dass der Citycarver das Q von Audis SUV-Nomenklatur nicht tragen darf.
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Was dem Citycarver dagegen hilft, in Sachen Prestige zu punkten: In der kleinsten Liga hat Audi keine direkte Konkurrenz. BMW, Mini und Mercedes mischen in der Viermeter-Abteilung nicht mit. Und im Vergleich zu Citroën, Ford & Co hat Audi eindeutig mehr Strahlkraft.
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Design: Eigenständig ist er ja. Die Verwandtschaft zum A1 Sportback hebelt der Citycarver allein über die Höherlegung mit entsprechend eindrucksvoller Bodenfreiheit auf. Ansonsten: Er wirkt kräftig und sportlich, ...
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... allerdings im Detail aufgerüscht. Unterfahrschutz aus Kunststoff, der konturierte Dachspoiler aus dem S-Line-Repertoire, ...
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... die Radlauf-Plastikbögen – sämtlich wirken diese Applikationen eher wie nachgerüstete Anbauteile.
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Der markante Wabengrill setzt ihn zwar von der Masse ab, das simple Gussteil wirkt aus kurzer Blickdistanz jedoch nicht so premium wie der Rest.
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Im Innenraum geht es gefühlt hochwertiger zu. Sogar Ambientelicht ist zu bekommen – das hat tatsächlich Oberklasse-Lounge-Charakter. Ebenfalls cool: Die LED-Blinker mit dynamischer Leuchtfunktion – ein seltener Spaß in der Kleinwagenklasse. Achtung: beides kostet extra.
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Spaß: Der Testwagen mit 1.0-Dreizylinder leistet 116 PS. Das langt für knapp 200 km/h Höchstgeschwindigkeit und Sprints auf Tempo 100 in unter zehn Sekunden. Ein deutlich stärkerer (aber auch mehr als 100 Kilogramm schwererer) Citroën DS3 Crossback 130 ist nicht schneller.
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Die Sechsgangschaltung des Audi dürfte geschmeidiger nachgeben, der Turbobenziner sollte beim Anfahren emsiger loslegen. Will man zügig an der Ampel loszischen, muss man reichlich im Kupplungsschlupf herumbalancieren. Das wirkt renitent und klingt unpassend abgemüht.
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Auch beim Hochdrehen sollte der Dreizylinder entspannter abliefern – Last und Drehzahlen schrauben sich zu einer unfeinen Lärmkulisse hoch.
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Sonst: Der leichtfüßig wirkende A1 bereitet über seine pralle Abstimmung richtig Laune, bremst bestens, lenkt fein und gefühlvoll.
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Durch die Höherlegung lässt er sich in Kurven nicht sonderlich hemmen. Der 45er-Reifenquerschnitt (der Testwagen steht auf 18 Zoll großen Rädern) trübt bei aller Fahrpräzision jedoch die Komfortbilanz, kleine Unebenheiten dringen als Minibeben bis in den Innenraum.
Bild: Tom Salt
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Umgang/Alltag: Tatsächlich sitzt der Fahrer im Vergleich zu einem konventionellen A1 spürbar höher (rund fünf Zentimeter ab Straßenniveau gemessen). Die entsprechend verbesserte Übersicht resultiert aus größeren Rädern, dem geänderten Fahrwerk und der minimal höheren Sitzbefestigung.
Bild: Tom Salt
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Allerdings: Im Vergleich mit einem "echten" Mini-SUV wie dem Ford EcoSport (670 Millimeter) fehlen dem feinen Audi satte acht Zentimeter. Gut: Die Vordersitze sind sorgfältig gepolstert, ...
Bild: Tom Salt
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... die Fondbanklehne lässt sich variabel klappen – bis 1090 Liter Gepäckraumvolumen stehen maximal bereit.
Bild: Tom Salt
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Im Innersten ist der Citycarver dann doch nur ein Kleinwagen: Der Platz im Fond ist mäßig, der Einstieg durch die kleinen Türen nicht fließend.
Bild: Tom Salt
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Konnektivität: Der A1 kommt mit außerordentlich umfangreichem Multimediapaket. Das Navi-System beispielsweise kann Staus in Echtzeit erfassen und Verkehrszeichen online übernehmen. Zudem helfen Sicherheitsassistenten wie die aktive Spurführung oder eine Fußgängererkennung, heil durch den Verkehr zu kommen.
Bild: AUDI AG
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Ein großer Teil der Ausrüstung versteckt sich bei den Extras in der Preisliste. Die Bedienung des MMI-Systems per Touchpad zum Beispiel kostet mit 3D-Darstellung der Landkarten (innerhalb des Navigationssystems plus) 1495 Euro zusätzlich. Smartphones lassen sich problemlos koppeln.
Bild: Tom Salt
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Kosten: Der Dreizylinder-Motor verbrennt sieben Liter Superbenzin auf 100 Kilometer – das sollte sparsamer gehen. Dennoch: In den Betriebskosten schlägt der Citycarver die Konkurrenz deutlich.
Bild: Tom Salt
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Allerdings ist der Audi teuer, kostet mit 116 PS mindestens 23.300 Euro. Bei unserem Testwagen addiert sich der Preis auf rund 28.000, mit weiteren Extras (zum Beispiel LED-Licht, Top-Navigationssystem und Dynamikpaket) können über 34.000 daraus werden.
Bild: Tom Salt
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Zum Vergleich: Der 120 PS starke Hyundai Kona ist gegenüber dem Basis-Citycarver mehr als 5000 Euro günstiger, ...
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
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... der technisch verwandte VW T-Cross mit baugleichem 1.0 TSI (hier 115 PS stark) ist ab 20.150 Euro zu bekommen.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
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Das Fazit: Trotz "Massen-Unterbau" – der vom Polo abgeleitete Citycarver kommt uns wie ein eigenständiges Modell vor. Das Thema SUV als Lifestyle-Begleiter bedient er bestens.
Bild: Tom Salt
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Achtung: Trotz reichlich SUV-Anleihen bleibt er ein Kleinwagen, bietet entsprechende Platzverhältnisse. Toll: Der Citycarver ist enorm sicher. AUTO BILD-Testnote: 2