Audi A3 und BMW 1er – eine knappe Kiste. Doch damit meinen wir nicht das Raumangebot im knackig proportionierten Audi oder im "auf Fitness" geschnittenen BMW.

Zwei Kompakte mit Diesel im Test

#Getestete ProduktePreis
1.
Testsieger
Audi A3 Sportback 35 TDI
Audi A3 Sportback 35 TDI
UVP 39.200,00 EUR
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2.
BMW 118d
BMW 118d
UVP 38.200,00 EUR
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Nein, wie schon sehr häufig bei uns passiert, geht ein Duell der beiden Premium-Kompakten traditionell haarscharf aus. Es gibt immer nur knappe Sieger.

Audi mit dem höheren Grundpreis

Weil beide Typen hervorragende Autos sind, beide Modelle treten immer in Topform mit tollen Motoren und sauberem Fahrverhalten an. So auch aktuell. Nach dem Neustart des BMW 1er (Juni 2024) stehen sich die beiden Kompakten erneut gegenüber.
Audi A3 Sportback 35 TDI BMW 118d
Nicht ganz billig: Für den BMW 118d werden mindestens 38.200 Euro fällig, der Audi A3 Sportback 35 TDI gibt es ab 39.200 Euro.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Dieses Mal im Programm: Zweiliter-Diesel mit 150 PS, geknüpft an eine Automatik, klassisch mit Vorderradantrieb bestückt. Bei Audi heißt so etwas A3 Sportback 35 TDI S tronic und kostet ab 39.200 Euro, BMW nennt diesen Typen 118d und verlangt ab 38.200 Euro. Vorteil BMW also?

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Vierzylinder, Turbo 
Vierzylinder, Biturbo 
Einbaulage 
vorn quer 
vorn quer 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Zahnriemen 
Kette 
Hubraum 
1968 cm³ 
1995 cm³ 
kW (PS) bei 1/min
110 (150)/3000 
110 (150)/3750 
Nm bei 1/min
360/1600 
360/1500 
Vmax
227 km/h 
222 km/h 
Getriebe 
Siebengang-Doppelkupplung 
Siebengang-Doppelkupplung 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
225/40 R 18 Y 
225/45 R 18 Y 
Reifentyp 
Nexen N’Fera Sport 
Continental SportContact 7 
Radgröße 
8 x 18" 
8 x 18" 
Abgas CO2 
132 g/km 
123 g/km 
Verbrauch* 
5,0 l 
4,7 l 
Tankinhalt 
50 l 
49 l 
Kraftstoffsorte 
Diesel 
Diesel 
SCR-Kat/AdBlue-Tankinhalt 
Serie/12 l 
Serie/k. A. 
Vorbeifahrgeräusch 
66 dB(A) 
66 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1600/740 kg 
1300/750 kg 
Stützlast 
80 kg 
75 kg 
Kofferraumvolumen 
380–1200 l 
380–1200 l 
Länge/Breite/Höhe 
4353/1816–1984**/1441 mm 
4361/1800–2072**/1459 mm 
Radstand 
2630 mm 
2670 mm 
Grundpreis
39.200 Euro
38.200 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
45.775 Euro
46.050 Euro
Das glättet sich, sobald wir die Testwagen über ihre (für die Messungen und Bewertungen) relevanten Optionen gleichschalten. Dann kommen beim Audi rund 950 Euro für die Linie advanced sowie über 5600 Euro für beispielsweise das Dynamikpaket, die große Portion Entertainment, Sportsitze und 18-Zoll-Bereifung hinzu. Am Ende sind für den A3 rund 6600 Euro mehr fällig, als von der Basispreisliste ausgewiesen.
Sogar knapp 8000 Euro sind es beim BMW. In unserem 118d stecken nämlich M-Zubehör (Sportpaket, Bremsanlage) sowie zusätzliche Konnektivität (über das Innovationspaket). Heißt: Je rund 46.000 Euro sind für die beiden Fünftürer dann tatsächlich fällig.

Im BMW steckt etwas mehr Luxus

Zum Trost steckt aber wirklich eine Menge Technik in den beiden Kompakten. Wenn auch nach unterschiedlich starken Prioritäten verteilt. So steht BMW in Sachen Sicherheit besser da, bietet zudem mehr Luxus für die Passagiere.
BMW 118d
Der 1er bietet den Passagieren etwas mehr Luxus. Aber die Bedienung ist komplizierter, die sichelförmigen Instrumente sind verspielt.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Beispielsweise sind ein Head-up-Display oder das "ferngelenkte" Einparken verfügbar, gleichzeitig bauen die Münchener eine aktive Motorhaube ein, um Fußgänger bei einem Aufprall besser zu schützen, ab Werk hilft zudem eine Rückfahrkamera beim Rangieren.

Der A3 Sportback fährt entspannter

Audi dagegen setzt auf Fahrkomfort und mehr Raumangebot. Der A3 bietet vor allem in der ersten Reihe mehr Platz, in den Fond gelangt man deutlich besser hinein, er ist verbindlicher abgestimmt, federt geschmeidiger.
Audi A3 Sportback 35 TDI
Mehr Fahrkomfort: Der A3 ist verbindlicher abgestimmt und federt geschmeidiger. Der Motor bleibt auch bei hohen Drehzahlen ruhiger.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Speziell kleine Unebenheiten sortiert die Federung sauber heraus. Große Bodenwellen schluckt das Fahrwerk mit weitem Eintauchen, sofort beruhigen die Dämpfer dann das Geschehen. Kurz: Der A3 arbeitet mit Reserven, straff, doch nie ungesund deftig.
Darüber hinaus läuft der Motor entspannter als der des BMW, bleibt auch unter Last und bei hoher Drehzahl ruhiger als der 118d – der in diesen Situationen stärker knurrend die Stimme hebt und sogar leicht dröhnend läuft.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,0 s 
3,0 s 
0–100 km/h 
8,6 s 
8,4 s 
0–130 km/h 
14,4 s 
13,7 s 
0–160 km/h 
24,0 s 
23,2 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,8 s 
4,6 s 
80–120 km/h 
6,3 s 
5,9 s 
Leergewicht/Zuladung 
1472/488 kg 
1514/536 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
63/37 % 
61/39 % 
Wendekreis links/rechts 
11,1/11,0 m 
11,4/11,5 m 
Sitzhöhe 
500 mm 
505 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
36,6 m 
36,4 m 
aus 100 km/h warm 
33,7 m 
33,9 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
59 dB(A) 
59 dB(A) 
bei 100 km/h 
65 dB(A) 
65 dB(A) 
bei 130 km/h
68 dB(A)
69 dB(A)
bei 160 km/h
72 dB(A)
72 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch 
4,7 l D/100 km 
4,4 l D/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
5,8 l D/100 km
(+16 %)
5,4 l D/100 km
(+15 %)
Sportverbrauch 
7,6 l D/100 km 
7,0 l D/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
154 g/km 
143 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
860 km 
905 km 
Für beide Autos gilt jedoch: Sie arbeiten sehr kraftvoll, geben das Drehmoment sanft ansteigend, doch mit genügend Nachdruck ab, laufen dabei sehr sparsam. Dem A3 können wir 5,8 Liter Dieseldurst auf 100 Kilometer attestieren, der schwerere 1er ist sogar mit 5,4 Litern auf 100 Kilometer zufrieden.

Im BMW-Fahrwerk steckt mehr Härte

Der 1er lässt über sein straff abgestimmtes Fahrwerk allerdings mehr Stöße ins Auto, benimmt sich sogar auf vermeintlich ebenen Straßen sehr ruppig, wirkt steifer an die Straße geheftet. Auch für die aus der Mittellage heraus festere Lenkung ziehen wir dem 118d ein wichtiges Pünktchen ab.
BMW 118d
Der BMW lässt mehr Stöße ins Auto, auf vermeintlich ebenen Straßen benimmt er sich sehr ruppig und wirkt steifer an die Straße geheftet.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Agil, beherrschbar und fahrsicher – sowohl über Fahrverhalten als auch über ESP-Programmierung – fühlen sich beide Fünftürer an. Dass der Audi dabei minimal leichter ist, spürt man nicht. Noch der Vollständigkeit halber: Trotz 650 Euro "teurer" Sportbremse mit XL-Scheiben (belüftet, jedoch ohne Lochung) kann der BMW dem Audi in Bezug auf Bremsleistungen keine Punkte abluchsen.
Aber dann gibt es da noch die Punktabzüge in der B-Note. B wie Bedienbarkeit – im 1er muss der Fahrer sich nämlich mühsam durch die Untiefen der Menüführung des Berührbildschirms ackern. So ist sogar ein Teil der Klimatisierung "digital" hinterlegt. Die Ordnung der reichlich vorhandenen Fahrzeugfunktionen über gleich große – besser gesagt winzige – Kacheln ist zudem nur mäßig gelungen.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
567
563
Platz
1
2
Fazit
Komfortabler als BMW, geräumig, schnell und sparsam – so knapper Sieger in diesem Duell.
Kleine Schwächen im Bedienkonzept und die Federung kosten ihn Punkte. Aber: minimal günstiger als Audi.
Was BMW sich zudem dabei denkt, einen (haptisch) derart misslungenen Lautstärkeregler zu montieren, ist uns schleierhaft. Da können wir zusammenfassen: In puncto Bedienkonzept ist das hier garantiert keine knappe Kiste.

Bildergalerie

Audi A3 Sportback 35 TDI BMW 118d
Audi A3 Sportback 35 TDI
BMW 118d
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Zwei Kompakte mit Diesel im Test

Fazit

Auf eine Art simpel, sorglos, schlicht – und das ist durchaus positiv gemeint. Audi A3 und BMW 1er überzeugen als Diesel mit niedrigen Verbräuchen, guten Fahrwerten und universellem Alltagskönnen. Der Audi macht das sogar noch einen Deut besser, gewinnt so das Traditionsduell.