Audi A6 40 TDI, BMW 520d, Mercedes E 220 d: Test
Ein Meisterwerk? Neuer BMW 5er gegen Audi A6 und Mercedes E-Klasse

Klassiker, neu aufgelegt: BMW 5er gegen Mercedes E-Klasse und Audi A6 – mit Diesel, Allrad, Automatik. Wird das ein leichtes Spiel für den 5er?
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
BMW 5er zum Zweiten: Nach dem überzeugenden Einzeltest der Elektroversion i5 M60 muss sich der nagelneue 5er jetzt seiner natürlichen Konkurrenz stellen. Also der gerade auch erst neu aufgelegten Mercedes E-Klasse und dem seit 2018 gebauten Audi A6.
Beim Design fahren alle erst mal ihre eigene Linie. Der BMW, hier mit M Sportpaket (4000 Euro), tritt eckiger und kantiger auf als die beiden anderen, recht auffällig. Der Benz, mit AMG Line Premium-Ausstattung (12.138 Euro), wirkt mit seinen weichen Rundungen glatt und harmonisch, schon sehr S-Klasse-mäßig. Und dem dezent und klar gezeichneten Audi sieht man sein Alter ganz bestimmt nicht an.

Starkes Testfeld: Neuer BMW 5er trifft auf frische Mercedes E-Klasse und Audi A6 – dem man seine fünf Produktionsjahre nicht ansieht.
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Alle drei bieten durchweg großzügig Platz. Was angesichts der Dimensionen – alle um die fünf Meter lang – allerdings auch zu erwarten war. Man sitzt auf überall sehr bequemen Sitzen vorn und hinten standesgemäß. Und bei allen sind Verarbeitung und Material so, wie sie sein sollen: auf hohem Niveau.
iDrive-Controller im BMW überzeugt immer noch
Die Unterschiede liegen im Stil. Der BMW kommt mit dem Curved Display, einem Verbund aus 12,3 Zoll großem Bildschirm für den Fahrer und 14,9 Zoll großem Touchscreen fürs Infotainment und dem klassischen iDrive-Controller auf der Mittelkonsole. Der reagiert inzwischen sperriger und eckiger als bisher, ist aber eben immer noch der beste Lotse durch die weitverzweigten und äußerst umfangreichen Menüs. Eine sinnvolle Hilfe ist auch die schlaue Sprachbedienung.

BMW macht die Bedienung mit iDrive und Sprachsteuerung leicht. Die Komfortsitze vorn sind großzügig geschnitten und sehr bequem.
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Die großzügig geschnittenen und vielfach verstellbaren Komfortsitze vorn (2200 Euro) sind noch mal einen Hauch bequemer als bei den beiden anderen. Und im Fond ist übrigens die Beinhöhe – das ist bei uns der Abstand der Sitzauflage zum Boden – 3,5 Zentimeter höher als in der Elektroversion, man sitzt folglich bequemer. Dazu ist die Rücklehne zwei Zentimeter höher, der Kofferraum mit 520 Litern 30 Liter größer – alle übrigen Maße, also beispielsweise die Kopffreiheit, sind aber unverändert.
Fahrzeugdaten
Modell | Audi A6 40 TDI quattro | BMW 520d xDrive | Mercedes E 220 d 4Matic |
|---|---|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid | Vierzylinder, Biturbo, Mildhybrid | Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid |
Einbaulage | vorn längs | vorn längs | vorn längs |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Zahnriemen | Kette | Kette |
Hubraum | 1968 cm³ | 1995 cm³ | 1993 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 150 (204)/3800 | 145 + 8 (197 + 11)/4000 | 145 + 17 (197 + 23)/3600 |
Nm bei 1/min | 400/1750 | 400/1500 | 440/1800 |
Vmax | 246 km/h | 228 km/h | 234 km/h |
Getriebe | Siebengang-Doppelkupplung | Achtstufenautomatik | Neunstufenautomatik |
Antrieb | Allradantrieb | Allradantrieb | Allradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 255/40 R 20 Y | 245/40–275/35 R 20 Y | 245/40–275/35 R 20 Y |
Reifentyp | Michelin Pilot Sport 4 | Pirelli P Zero | Pirelli P Zero |
Radgröße | 8,5 x 20" | 8,5–10 x 20" | 8,5-9,5 x 20" |
Abgas CO2* | 154 g/km | 148 g/km | 144 g/km |
Verbrauch* | 5,9 l/100 km | 5,6 l/100 km | 5,5 l/100 km |
Tankinhalt | 73 l | 60 l | 66 l |
Kraftstoffsorte | Diesel | Diesel | Diesel |
SCR-Kat/AdBlue-Tankinhalt | Serie/bis 22 l | Serie/k. A. | Serie/24 l |
Vorbeifahrgeräusch | 68 dB(A) | 68 dB(A) | 67 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 2000/750 kg | 2000/750 kg | 2100/750 kg |
Stützlast | 95 kg | 100 kg | 84 kg |
Kofferraumvolumen | 530 l | 520 l | 540 l |
Länge/Breite/Höhe | 4939/1886–2110**/1457 mm | 5060/1900–2156**/1515 mm | 4949/1880–2065**/1468 mm |
Radstand | 2924 mm | 2995 mm | 2961 mm |
Grundpreis | 58.850 Euro | 62.350 Euro | 67.057 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 68.425 Euro | 73.680 Euro | 85.716 Euro |
Das Pendant zum Curved Display beim BMW heißt bei Mercedes Superscreen (1773 Euro). Dazu gehören ein 12,3 Zoll großes Instrumentendisplay, ein 14,4-Zoll-Mulimedia-Bildschirm und ein 12,3-Zoll-Schirm für den Beifahrer. Allesamt mit Klasse-Optik, Menüs mit Riesenumfang, aber guter Struktur, großen Icons und eine ähnlich kluge Sprachsteuerung wie beim BMW.
Im Vergleich ist der Audi kühler und klarer eingerichtet als die optisch doch recht opulenten BMW und Benz. Er kommt mit drei Bildschirmen: 12,3 Zoll für die Instrumente, ein – komplett überflüssiger – 8,6 Zoll großer Touchscreen in der Mittelkonsole für die Klimaautomatik und ein mit 10,1 Zoll geradezu erschütternd kleiner Touchscreen fürs Infotainment.
Audi mit angenehm reduzierter Grafik
Die Grafik ist im Vergleich zu BMW und Benz viel reduzierter – was von allen Testern als angenehm empfunden wurde. Allerdings ist die lahme und nicht sehr gewandte Sprachbedienung eine Generation hinter den beiden anderen zurück, mindestens.
Die Testverbräuche überraschen
Angetrieben werden alle drei von 2,0-Liter-Dieseln. Die Vierzylinder-Aggregate machen kein Geheimnis aus ihrer Bauart – laufen unter Last und bei höherem Tempo also durchaus brummig bis kernig. Alle drei sind aber aufwendig gedämmt – an Bord bleibt es bemerkenswert leise.

Hervorragend: BMW fährt beim Verbrauch mit 5,4 l/100 km vorweg. Knapp dahinter folgen Mercedes (5,5 l/100 km) und Audi (5,7 l/km).
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Und alle drei erweisen sich als äußerst sparsam. Die Test-Verbräuche von 5,4 Litern (BMW), 5,5 (Benz) und 5,7 (Audi) sind angesichts von Größe und Fahrleistungen einfach nur hervorragend. Der Audi kommt mit einer Tankfüllung 1280 Kilometer weit, der Mercedes 1200 Kilometer und der BMW 1110. Nur mal so zum Nachdenken.
Diesel und Automatik passen im 5er
Im 520d leistet der Vierzylinder 197 PS bei 4000 Touren, das maximale Drehmoment liegt bei 400 Nm. Gekoppelt ist er an die wie stets kluge und reaktionsschnelle ZF-Achtstufenautomatik. Ein feines Ensemble mit kräftigem Antritt und stämmigem Durchzug.

Gut kombiniert: Der Zweiliter-Diesel und die Achtstufen-Automatik im 520d harmonieren sehr gut, der Wagen tritt kräftig an.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der Test-BMW war ausgestattet mit adaptiven Dämpfern und Hinterradlenkung (1990 Euro), stand auf 20-Zöllern (Pirelli P Zero, 1040 Euro). Schon beim i5 hatte uns die sehr gelungene Abstimmung überzeugt, der 520d bestätigt das jetzt. Er liegt satt, äußerst fahrstabil, dabei aber agil und handlich. Die Lenkung reagiert schnell und präzise, mit angenehmer Rückmeldung. Und die Federung bleibt stets souverän – eine Sänfte ist der 520d jedoch nicht, schon gar nicht mit den 20-Zöllern.
BMW und Benz nähern sich an
Interessant ist, dass Benz und BMW sich in dieser Beziehung angenähert haben. Charakterlich. Der 5er ist eben nicht mehr nur die drahtige Sport-Limo, sondern inzwischen hochkomfortabel. Und der 220 d eben nicht mehr nur die sanft wogend-schwebende Karosse, die eine E-Klasse vielleicht früher mal war. Sondern ähnlich fahraktiv wie der 5er.
Auch die E-Klasse kann Dynamik
Ausgestattet mit Luftfederung und Hinterachslenkung (im Paket für 3320 Euro) und 20-Zöllern (wie der BMW Pirelli P Zero, 1428 Euro), federt auch der Benz durchweg feinfühlig, aber nie schwammig und etwa auf schnell folgenden Querfugen gern mal energisch. Die Lenkung arbeitet sehr harmonisch und mit viel Feingefühl.

Nicht mehr nur Sänfte: Mit ihrer Abstimmung und der harmonischen Lenkung hat sich die E-Klasse dem 5er in Sachen Dynamik angenähert.
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Auch das Mercedes-Triebwerk, das kann ja kein Zufall sein, liefert wie der BMW 197 PS, allerdings bei 3600 Touren, maximales Drehmoment: 440 Nm. Ein stämmiger Typ mit langem Atem, bei mittleren Drehzahlen akustisch durchaus präsent. Die Kraftübertragung übernimmt hier die sanfte, zügige Neunstufen-Wandlerautomatik aus eigener Produktion.
Messwerte
Modell | Audi A6 40 TDI quattro | BMW 520d xDrive | Mercedes E 220 d 4Matic |
|---|---|---|---|
Beschleunigung | |||
0–50 km/h | 2,7 s | 2,5 s | 2,7 s |
0–100 km/h | 7,9 s | 7,8 s | 8,1 s |
0–130 km/h | 13,1 s | 13,2 s | 13,3 s |
0–160 km/h | 20,3 s | 21,5 s | 21,0 s |
Zwischenspurt | |||
60–100 km/h | 4,3 s | 4,2 s | 4,6 s |
80–120 km/h | 5,7 s | 5,9 s | 5,8 s |
Leergewicht/Zuladung | 1839/486 kg | 1952/508 kg | 1956/624 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 55/45 % | 51/49 % | 53/47 % |
Wendekreis links/rechts | 11,3/11,2 m | 11,9/12,0 m | 11,0/11,1 m |
Sitzhöhe | 520 mm | 580 mm | 525 mm |
Bremsweg | |||
aus 100 km/h kalt | 33,8 m | 33,6 m | 34,0 m |
aus 100 km/h warm | 32,2 m | 32,4 m | 32,2 m |
Innengeräusch | |||
bei 50 km/h | 53 dB(A) | 53 dB(A) | 53 dB(A) |
bei 100 km/h | 60 dB(A) | 58 dB(A) | 59 dB(A) |
bei 130 km/h | 63 dB(A) | 64 dB(A) | 63 dB(A) |
Verbrauch | |||
Sparverbrauch | 5,1 l D/100 km | 4,6 l D/100 km | 4,7 l D/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 5,7 l D/100 km (-3,4 %) | 5,4 l D/100 km (-3,5 %) | 5,5 l D/100 km (+/-0 %) |
Sportverbrauch | 7,3 l D/100 km | 7,1 l D/100 km | 7,6 l D/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 150 g/km | 144 g/km | 147 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 1280 km | 1110 km | 1200 km |
Leistungsmäßig knapp vorn liegt der 2,0-Liter-TDI im Audi mit seinen 204 PS bei 3800 Umdrehungen, maximales Drehmoment 400 Nm. Hier kommt ein Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe zum Einsatz. Das ist inzwischen auch ausgereift, spricht schnell an, hat aber eben zwei Stufen weniger als der Benz und rupft etwa beim Runterschalten durchaus mal spürbar.
Audi A6 fährt sich am handlichsten
Der TDI dreht im Vergleich am lebhaftesten, ein gefälliger, angenehmer Typ. Der Test-Audi besaß adaptive Dämpfer (1130 Euro) und Vierradlenkung (1900 Euro) für die wir uns, gerade im Vergleich, vielleicht einen Hauch mehr Rückmeldung gewünscht hätten. Die 20-Zöller (Michelin Pilot Sport) kosten 2700 Euro.
Mit 1839 Kilo ist der A6 spürbar leichter als BMW (1952 Kilo) und Benz (1956 Kilo) und fährt sich tatsächlich etwas leichtfüßiger, locker und handlich. Beim Langsamfahrkomfort liegt er vorn, spricht samtig an, auf längeren Wellen gibt es dann mehr Bewegung und Unruhe als bei BMW und Benz.

Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Alle drei waren für den Test mit Vierradantrieb ausgestattet, die Traktion hervorragend. Und genauso die Verzögerung: Mercedes und Audi standen beim Stopp aus Tempo 100 mit warmem System jeweils schon nach 32,2 Metern, der BMW nach 32,4 Metern.
Mercedes ist mit Abstand am teuersten
Anders als die Preise, die uns erschüttert zurücklassen. Der Mercedes liegt in der Eigenschaftswertung vorn, steht aber mit Test-Ausstattung ab irren 85.716 Euro in der Liste, fällt so auf Platz drei zurück. Beim Audi sind es 68.425 Euro, gut für Platz zwei, und beim BMW 73.680 Euro, Sieger! Ein Meisterwerk? Klar.
Fazit
Wir sollten sie feiern: feine Oberklasse-Limousinen, wie sie sein sollten. Gut aussehend, geräumig und schnell. Leise, komfortabel und hochwertig. Und mit den Dieseln auch noch erstaunlich sparsam. Mit tollen Bremsen. Am Ende trennen sie nur ein paar Punkte, da kann nur der Geschmack entscheiden.
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