Schnelles Reisen, weit und entspannt. Ein selten gewordenes Fach heutzutage. Da quält man sich ja eher mit der Suche nach der richtigen Lade-App und/oder Ladestation herum oder gern auch mit asthmatischen Hybridantrieben.

Zwei Diesel-Limousinen im Test

Doch es gibt sie noch, Autos, die mühelos Meilen machen. Etwa Audi A6 und BMW 5er als Diesel.

Auf einen Blick: Welcher passt zu wem?

  • Für Sparfüchse: BMW 540d xDrive. Beim Testverbrauch von 6,4 l/100 km schlägt der BMW den Audi um einen knappen halben Liter. Wird der 540d zurückhaltend bewegt, reichen 5,2 Liter (Audi 5,4).
  • Für Komfortorientierte: Audi A6 TDI quattro. Mit seiner optionalen Luftfederung schluckt der Audi vor allem lange Wellen sehr geschmeidig, er fährt eine Spur komfortabler als der BMW.

BMW mit der etwas bulligeren Optik

Der knapp fünf Meter lange Audi wirkt gestreckt und elegant, mit flachem Aufbau und dem sehr schräg auslaufenden Dach. Der 5,06 Meter lange BMW tritt so im Vergleich gefühlt etwas bulliger auf. Schöne Reminiszenzen sind Hofmeisterknick und Gurney Flap.
Audi A6 TDI quattroBMW 540d xDrive
Der knapp fünf Meter lange Audi wirkt gestreckt und elegant, der 5,06 Meter lange BMW tritt etwas bulliger auf.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Das Platzangebot ist in beiden Autos großzügig, kein Wunder bei den Dimensionen. Im Audi sitzt man vorn tiefer als im BMW, flacher über der Straße. Die Individualkontursitze des Testautos sind zwar sündhaft teuer (im Paket ab 7950 Euro), aber leider auch richtig gut: straff gepolstert, sehr gut ausgeformt, vielfach verstellbar.
Audi A6 TDI quattroBMW 540d xDrive
Der Fond des A6 (links) ist luftig, auch Größere sind hier angemessen untergebracht. Im 5er (rechts) hat man sogar noch einen Hauch mehr Platz – und auf der höheren Sitzbank muss man die Beine nicht so stark anwinkeln.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der Fond ist luftig geschnitten, auch größere Staturen sind hier angemessen untergebracht. Die Rückbank ist aber flach über dem Boden montiert, das ist nicht ganz so bequem wie im BMW, man muss die Beine stärker anwinkeln.

Große Bildschirme dominieren die Innenräume

Eingerichtet ist der A6 wohnlich, mit vielen unterschiedlichen Oberflächen – jedenfalls nicht mehr so Bauhaus-mäßig streng wie früher mal bei Audi üblich. Das Cockpit kommt mit bis zu drei Bildschirmen: dem Panoramadisplay mit Virtual Cockpit und Touchscreen sowie dazu gegen Aufpreis mit einem Beifahrerdisplay (ab Paket Tech plus, 4630 Euro). Allesamt mit schöner Grafik und aufgeräumten Menüs, dazu gibt es jede Menge sinnvolle Kurzwahltasten.
Audi A6 TDI quattroBMW 540d xDrive
Der Audi bietet eine wohnliche Atmosphäre mit bis zu drei großen Bildschirmen. Im Vergleich ist der BNW eher technisch-reduziert eingerichtet. Das große Display ist leicht gebogen, die sichelförmigen Intrumentengrafiken im Cockpit sind schlecht ablesbar.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Im BMW gehören zum gebogenen Curved Display das Fahrerdisplay und der Touchscreen. Beim Bordinstrument setzt BMW nach wie vor auf die seltsamen, schlecht ablesbaren Spangen-Anzeigen. Einfach unbegreiflich. Der Touchscreen kommt mit schöner Grafik und logischer Struktur. Allerdings sind viele Icons recht klein. Eine gute Nachricht gibt es noch: den iDrive-Controller auf der Mittelkonsole. Denn dieser geniale Drehdrücksteller ist im Alltag unübertroffen und ohne Zweifel besser als jeder Touchscreen.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Einbaulage
vorn längs
vorn längs
Ventile/Nockenwellen
4 pro Zylinder/4
4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb
Kette
Kette
Hubraum
2967 cm³
2993 cm³
Systemleistung
220 + 18 kW (299 + 24 PS)
223 kW (303 PS)
Systemdrehmoment
580 Nm
650 Nm
Vmax
250 km/h
250 km/h
Getriebe
Siebengang-Doppelkupplung
Achtstufenautomatik
Antrieb
Allradantrieb
Allradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung
255/40 R 20 Y XL
v. 245/40 R 20, h. 275/35 R 20 Y
Reifentyp
Continental SportContact 7
Pirelli P Zero
Radgröße
8,5 x 20"
v. 8,5 x 20", h. 10 x 20"
Abgas CO2
153 g/km
157 g/km
Verbrauch*
5,8 l/100 km
6,0 l/100 km
Tankinhalt
60 l
60 l
Kraftstoffsorte
Diesel
Diesel
SCR-Kat/Ad-Blue-Tankinhalt
S/24 l
S/k. A.
Vorbeifahrgeräusch
68 dB(A)
65 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
2100/750 kg
2000/750 kg
Stützlast
95 kg
100 kg
Kofferraumvolumen
452 l
520 l
Länge/Breite/Höhe
4999/1875–2099**/1452 mm
5060/1900–2156**/1515 mm
Grundpreis
68.500 Euro
71.900 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
93.225 Euro
87.840 Euro
Auch der BMW bietet großzügige Raumverhältnisse, im Fond hat er sogar einen Hauch mehr Platz als der Audi – mit größerer Kniefreiheit und Innenbreite. Die Komfortsitze vorn (930 Euro) sind etwas weicher gepolstert als die im Audi, ebenfalls zigfach verstellbar und bieten hohen Komfort, die Position passt bestens. Und im Fond sitzt man auf der höher als im Audi montierten Rückbank bequem und entspannt.
Eingerichtet ist der BMW in einem technisch-reduzierten Stil, betont eigenständig. Ein schönes Detail ist die quer durch das Cockpit laufende Interaction Bar mit hinterleuchteter, farbenfroher Oberfläche und einigen Bedienfunktionen.

Reihensechszylinder überzeugt auf ganzer Linie

Angetrieben wird der 540d von einem 3,0-Liter-Diesel mit 48-Volt-Mildhybrid, 303 PS und 650 Nm bei 1500 Touren. Dieser Reihensechszylinder ist einer der besten Selbstzünder überhaupt, das ist weder ein Geheimnis noch eine neue Erkenntnis. Ein hellwacher Typ, der seidiger läuft als der – auch schon hervorragende – V6 im Audi.
BMW 540d xDrive
Sahnemotor: Der drei Liter große Reihensechszylinder des 540d mobilisiert 303 PS und 650 Nm. Er läuft seidenweich, ist hellwach und harmoniert perfekt mit der Automatik.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Er reagiert spontan, hat unbändige Kraft und enormen Durchzug. Dazu kommt ein kerniger, angenehm sonorer Klang. Einfach ein Genuss. Und wie stets spielt die ZF-Achtstufen-Wandlerautomatik auf höchstem Niveau mit, schaltet unmerklich-sanft, blitzschnell, im Sport-Modus gern zackig und in jedem Fall sehr aufmerksam.

V6 läuft etwas rauer

Der 3,0-Liter-TDI im A6 kommt auf 299 PS und 580 Nm bei 1500/ min. Eine Besonderheit des 90-Grad-V6 ist das 48-Volt-Mildhybridsystem MHEV plus. Das arbeitet mit zwei E-Maschinen – dem Riemenstartergenerator (RSG) und einem zusätzlichen Triebstranggenerator (TSG) direkt an der Ausgangswelle des Getriebes, der bis zu 24 PS liefern kann.
Audi A6 TDI quattro
Audi ordnet die sechs Zylinder des Dreiliter-Diesels in V-Form an. Das Aggregat wuchtet 299 PS auf die Kurbelwelle und wird von einem Mildhybrid-System mit 24 PS unterstützt.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Das funktioniert alles grundsätzlich gut und reibungslos, kommt aber an den überragenden Komfort der BMW-Motor-Getriebe-Kombination nicht heran. Das Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe schaltet – besonders unter Last – schnell und direkt. Dann und wann, etwa im Schiebebetrieb und beim Rangieren, rupft und ruckelt es aber im System.
Der V6 selbst ist ein wunderbares Aggregat, temperamentvoll und kraftstrotzend. Er läuft eine Spur rauer als der BMW-Diesel, klingt durchweg präsenter und rauchiger – auch das ein Genuss.

Verbräuche auf sehr niedrigem Niveau

Den Standardsprint von null auf 100 km/h erledigen A6 und 5er in schlanken 5,2 Sekunden, auch sonst sind die Fahrleistungen sehr ähnlich. Doch so ab Tempo 150 zieht der BMW dann kräftiger durch, abgeregelt werden beide bei 250 km/h.
Audi A6 TDI quattro BMW 540d xDrive
Große Spritknauser: Im Testdurchschnitt verbrauchte der BMW 540d 6,4 l/100 km, der A6 lag nur 0,4 Liter darüber. Gemessen an den Fahrleistungen ist das herausragend.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Das Beste kommt aber noch: Im Test haben wir beim Audi A6 einen Verbrauch von 6,8 Litern Diesel/100 km gemessen, beim BMW 540d waren es sogar nur 6,4 Liter. Für Autos dieser Größe und mit diesen Fahrleistungen herausragend, finden wir. Fährt man etwas zurückhaltender, begnügt sich der Audi mit 5,4 Litern, der BMW mit 5,2 Litern. Mit den jeweils 60 Liter großen Tanks sind also Reichweiten jenseits der 1000 Kilometer möglich.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
1,8 s
1,8 s
0–100 km/h
5,2 s
5,2 s
0–130 km/h
8,4 s
8,3 s
0–160 km/h
13,2 s
12,8 s
0–200 km/h
23,9 s
22,6 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
2,9 s
3,0 s
80–120 km/h
3,7 s
3,6 s
Leergewicht/Zuladung
2151/534 kg
2001/559 kg
Gewichtsverteilung v./h.
56/44 %
54/46 %
Wendekreis links/rechts
11,3/11,5 m
12,0/12,0 m
Sitzhöhe
535 mm
580 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
31,5 m
34,0 m
aus 100 km/h warm
30,5 m
32,0 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
56 dB(A)
54 dB(A)
bei 100 km/h
61 dB(A)
62 dB(A)
bei 130 km/h
66 dB(A)
66 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
5,4 l D/100 km
5,2 l D/100 km
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
6,8 l D/100 km 
(+17 %)
6,4 l D/100 km 
(+7 %)
Sportverbrauch
11,5 l D/100 km
12,0 l D/100 km
CO2 (Testverbrauch)
180 g/km
170 g/km
Reichweite (Testverbrauch)
882 km
937 km
In beiden Fällen sind auch die größten Entfernungen sehr vergnüglich zurückzulegen. Der Test-A6 war ausgestattet mit Luftfederung (ab 1730 Euro) und Hinterachslenkung (1250 Euro), sehr zu empfehlen. So fährt sich der A6 gelassen und souverän. Die Luftfederung schluckt vor allem lange Wellen geschmeidig, nimmt kürzere Anregungen aber durchaus ernst, insgesamt alles eine Spur komfortabler als der BMW.

Der BMW ist das agilere Auto

Die Hinterachslenkung spricht schnell, direkt und linear an, reagiert leichtgängig und präzise, nie aufgeregt – das passt bestens zum Auto. Und wie beim 5er bleibt der Allradantrieb im Alltag komplett unauffällig, die Traktion ist stets hervorragend. Der Audi verzögerte im Test atemberaubend stark, stand beim Stopp aus Tempo 100 mit warmen Bremsen schon nach 30,5 Metern. Herausragend. Beim BMW waren es 32,0 Meter, immer noch sehr gut.
BMW 540d xDrive
Fahrdynamisch vorne: Der BMW 540d xDrive liegt mit seinen Adaptivdämpfern und der Integral-Lenkung verbindlicher auf der Straße als sein Konkurrent.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der Test-540d besaß das adaptive Fahrwerk Professional mit elektronisch geregelten Adaptivdämpfern und die Integral-Aktivlenkung (im Paket ab 1990 Euro) – auf Luftfederung verzichtet BMW beim 5er. So liegt er straffer auf der Straße als der Audi, fest, verbindlich und mit weniger Karosseriebewegungen.
Mit exakt 2001 Kilogramm wog der Test-540d immerhin 150 kg weniger als der Test-A6 und wirkt im direkten Vergleich tatsächlich eine Spur leichtfüßiger, fährt sich agil und präzise, gefühlt wie eine Fahrzeugklasse kleiner. Die Hinterachslenkung spricht nicht mehr ganz so direkt und blitzschnell an – und passt deshalb gut zur Zwei-Tonnen-Limousine. Manche empfanden ja die früher sehr reaktionsschnelle BMW-Lenkung als nervös.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
610
596
Platz
1
2
Testnote
1,5
1,7
Fazit
Überragende Motor-Getriebe-Kombi, direktes, agiles Handling. Besonders sparsam. Größerer Kofferraum.
Hoher Fahrkomfort (Luftfederung), angenehm und harmonisch zu fahren. Toller Diesel, herausragende Bremsen.

An der Kasse langen beide ordentlich zu

Der BMW 540d xDrive startet bei 71.900 Euro, die bewertete Ausstattung summiert sich beim Testwagen dann auf 87.840 Euro. Zum Redaktionsschluss gab es bei BMW Leasing-Angebote ab 960,80 Euro.
Audi A6 TDI quattro BMW 540d xDrive
Audi und BMW fordert einen hohen finanziellen Einsatz. Für den getesteten 540d xDrive wurden 87.840 Euro fällig, der A6 TDI quattro kostete am Ende sogar 93.225 Euro.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Beim Audi A6 TDI quattro 220 kW geht es bei 68.500 Euro los, in der bewerteten Testwagen-Ausstattung kommt der A6 dann auf 93.225 Euro, im Privat-Leasing gab es bei Audi Angebote ab 657 Euro. Da heißt es auch gelassen und entspannt bleiben – so wie A6 und 5er auf langen Strecken.

Die wichtigsten Fragen zu Audi A6 TDI und BMW 540d

Welcher ist besser für die Langstrecke?

Beide Testkandidaten sind gute Langstreckenautos mit hoher Reichweite, viel Komfort und starken Dieselmotoren. Der BMW 540d überzeugt mit seinem kultivierten Reihensechszylinder und dem geringeren Verbrauch, während der Audi A6 mit seiner komfortablen Luftfederung punktet.

Wer bietet mehr Platz und Sitzkomfort?

In beiden Limousinen herrschen großzügige Platzverhältnisse. Der BMW hat im Fond etwas mehr Kniefreiheit und eine bequemere Sitzposition. Im Audi sitzen Fahrer und Beifahrer dafür sportlicher und tiefer. Die optionalen Komfortsitze beider Modelle bieten ein sehr hohes Niveau.

Wie unterscheiden sich die Motoren?

Im BMW 540d arbeitet ein 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Diesel mit 303 PS und 650 Nm Drehmoment, im Audi A6 TDI ein 3,0-Liter-V6-Diesel mit 299 PS und 580 Nm. Beide Aggregate sind leistungsstark, der Reihensechser des BMW ist jedoch etwas laufruhiger und harmoniert besser mit dem Automatikgetriebe.

Was kosten die beiden Testkandidaten?

Der Audi A6 TDI quattro startet bei 68.500 Euro, der BMW 540d xDrive bei 71.900 Euro. In der getesteten Ausstattung war der Audi mit 93.225 Euro teurer als der BMW mit 87.840 Euro. Beim Leasing lagen die Angebote zum Testzeitpunkt (April 2026) bei etwa 657 Euro monatlich für den Audi und 960,80 Euro für den BMW.

Bildergalerie

Audi A6 TDI quattro BMW 540d xDrive
Audi A6 TDI quattro
BMW 540d xDrive
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Zwei Diesel-Limousinen im Test

Fazit

von AUTO BILD
A6 und 5er sind Oberklasse-Limousinen wie aus dem Bilderbuch: geräumig, komfortabel und blendend aussehend. Mit den Sechszylinder-Dieseln hervorragend motorisiert. Und bemerkenswert sparsam.