Dieb klaut Radio

Auto aufgebrochen: Was die Kfz-Versicherung zahlt

Was ist versichert?

Scheibe zerschlagen, Auto leer geräumt. Aber war auch alles versichert? Kommt auf die Police an. AUTO BILD erklärt die Versicherungsregeln.
Rund 90.000 Autos wurden laut GDV im vergangenen Jahr in Deutschland aufgebrochen. Das Ziel der Diebe: Autoteile wie Navigationsgeräte und Bordcomputer, aber auch Lenkräder oder Airbags. Ob die Kfz-Versicherung für den Schaden aufkommt, hängt von der Police ab. Was dabei genau gedeckt ist und was nicht, versteckt sich im Kleingedruckten der Versicherungsverträge. Wer hier nicht genau hinschaut, bleibt eventuell auf den Kosten sitzen. So kann es sein, dass sich die Bestimmungen nicht nur je nach Versicherung unterscheiden, sondern auch von Tarif zu Tarif bei derselben Gesellschaft. Wann die Kfz-Versicherung zahlt und wie man sich vor Einbrüchen ins Auto schützen kann, erklärt AUTO BILD.

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Was ist zu tun wenn das Auto aufgebrochen wurde?

Polizei informieren: Die Polizei entweder rufen oder Anzeige bei der nächsten Dienststelle erstatten.
Karten sperren: Waren unter den gestohlenen Gegenständen Portemonnaie oder Handy, die (EC-, Kredit-, Sim-) Karten sofort sperren lassen.
Schaden abfotografieren: Am besten noch vor Ort den Schaden mit dem Handy abfotografieren. Die Fotos dienen später der Polizei als Beweismaterial.
Kfz-Versicherung benachrichtigen: Den Schaden schnellstmöglich der Versicherung mitteilen und ggf. das weitere Vorgehen besprechen. Dabei ist Aktenzeichen der Anzeige anzugeben und eine möglichst genaue Auflistung aller gestohlenen Gegenstände zu machen.
Hausrat-Versicherung benachrichtigen: Sofern auch Gegenstände gestohlen wurden, die nicht mit dem Auto verbaut waren, springt ggf. die Hausrat-Versicherung ein.
Auto abschleppen: Das aufgebrochene Fahrzeug ist eine Einladung für einen weiteren Diebstahl, deswegen sollte es schnellstmöglich abtransportiert und repariert werden. Vorher mit der Versicherung Details zum Gutachten klären und (bei Werkstatt-Bindung) informieren, in welche Werkstatt das Auto gebracht werden soll.

Zahlt die Versicherung den Auto-Aufbruch?

Ein mobiles Navi ist nicht gegen Diebstahl versichert. Auch dann nicht, wenn es im Auto versteckt wurde.

Ein aufgebrochenes Auto zahlt in der Regel die Teilkasko-Versicherung, Haftpflicht-Versicherte bleiben auf dem Schaden sitzen. Die Teilkasko kommt für den Schaden am Auto und auch für die aus dem Wagen gestohlenen Autoteile auf – sofern es sich dabei um fest verbaute Teile handelt. Nachrüst-Navis oder andere lose Gegenstände, die aus dem Auto entwendet wurden sind nicht über die Kfz-Versicherung abgedeckt. Es sei denn die Teile gehören zur Serienausrüstung des Fahrzeugs (z.B. Warndreieck). Aber Vorsicht: Meist gelten für die Schadensregulierung eine Deckungsobergrenze, in der Regel liegt diese bei 2500 Euro. Mehr gibt es dann nicht zurück. Außerdem wird nur der Zeitwert erstattet, etwa bei Radios oder Navis. Und der liegt nach ein, zwei Jahren schnell nur noch bei der Hälfte des Neupreises.
Für die gestohlenen, losen Teile kommt die Hausrat-Versicherung auf, sofern ein erweiterter Diebstahlschutz (Außenversicherung) Teil des Vertrags ist. Aber: Oft sind elektronische Geräte nicht abgedeckt. Hier entscheiden die individuellen Versicherungsbedingungen. Tipp: Gepäck oder Dachboxen mit einer Extra-Police versichern, über Nacht wird die Deckung aber meist ausgeschlossen.

Smartphone sichtbar im Auto: Keine Regulierung

Es gibt auch Fälle von aufgebrochenen Autos, bei denen die Teilkasko die Regulierung verweigert: Wenn Handy, Geldbeutel oder andere Gegenstände zum Zeitpunkt des Diebstahls gut sichtbar im Auto lagen. Wertgegenstände sollten nicht im Auto aufbewahrt werden – auch nicht für kurze Zeit. Und wenn, dann sind sie so zu verstauen, dass sie von außen nicht sichtbar sind, also zum Beispiel im Handschuhfach oder im (abgedeckten) Kofferraum.

Auto-Aufbruch ohne Diebstahl: Nur Vollkasko zahlt

Ein weiterer Sonderfall ist, wenn das Auto aufgebrochen, aber nichts entwendet wurde. Denn die Teilkasko-Versicherung springt nur ein, wenn die Diebe es auf die fest verbauten Autoteile abgesehen hatten. Die Regulierung von Beschädigungen, die durch den Einbruch entstanden sind, kann verweigert werden, wenn kein Diebstahl stattgefunden hat. Dann fallen die Beschädigungen unter Vandalismus – und der wird nur von der Vollkasko-Versicherung abgedeckt.

Funksignal geknackt: Versicherung zahlt trotzdem

Zusätzliche Diebstahlsicherung wie eine Lenkradkralle kann abschreckend auf Einbrecher wirken.

Das Schließsystem Keyless Go, bei dem sich der Schlüssel nur in der Nähe des Autos befinden muss, um das Schloss zu öffnen, ist bei vielen Modellen ein regelrechtes Einfallstor für Autodiebe. Sie müssen lediglich das Signal des Schlüssels verlängern, um die Autotüren zu öffnen. Die Teilkasko- und Vollkasko-Versicherungen zahlen den Schaden trotzdem. Es wird nicht unterschieden, ob sich der Dieb durch Manipulation des Funksignals oder mit einem Brecheisen Zugang zum Auto verschafft. Was hingegen nicht versichert ist, ist das sogenannte Jamming. Dabei fangen die Einbrecher das Funksignal des Schlüssels beim Abschließen ab, sodass es das Auto nicht erreicht. Dementsprechend bleiben die Türen des Autos geöffnet. Deswegen ist es wichtig, sich beim Abstellen zu vergewissern, dass der Wagen das Abschließen durch Blinken oder einen Ton bestätigt.

So schützt man sich vor Einbruch ins Auto

• Auto wenn möglich auf abschließbaren Plätzen oder zumindest an belebten und beleuchteten Orten abstellen.
• Schlüssel immer abziehen und Auto abschließen. Dabei unbedingt vergewissern, dass der Wagen das Abschließen durch Leucht- oder Hupsignale quittiert, um sicherzugehen, dass das Signal des Funkschlüssels nicht abgefangen wurde.
• Alle Fenster, Türen, Kofferraum, Schiebedach, Tankdeckel und Cabrioverdeck beim Abstellen des Wagens schließen.
• Schlüssel nicht in der Nähe des Autos verstecken oder unbeaufsichtigt in Taschen oder Jacken an öffentlichen Orten (z.B. Garderobe im Restaurant) zurücklassen.
• Keine Wertgegenstände offen im Auto liegen lassen. Auch Halterungen von Navi & Co. oder Bedienteile des Autoradios abnehmen.
• Wenn möglich Seriennummern der verbauten Geräte notieren, so können sie im Fall eines Diebstahls genau identifiziert werden.
• Streichen Personen auffällig um das Auto herum oder machen Fotos, am besten direkt die Polizei informieren.
• Wer Wert auf noch mehr Sicherheit legt, kann sich Zusatzschlösser für Kofferraum und Türen anschaffen. Außerdem gibt es zusätzliche Lenkradsperren, oder Felgenschlösser. Allein das Vorhandensein dieser Vorrichtungen kann schon abschreckend auf Diebe wirken.

Autor: Lena Trautermann

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