Früher bekamen die Autos was aufs Dach. Fahrräder zum Beispiel. Heutzutage sehen wir das nur noch selten – aus zwei Gründen: Elektroräder können 25 bis 30 Kilo auf die Waage bringen. Und unsere Autos wurden in den letzten Jahren unnötigerweise immer höher, was die Beladung zusätzlich erschwert.
Was tun? Beim Kombi lege ich das Rad in den Kofferrraum. Eine saubere Lösung, die aber nur mit einem Bike funktioniert und auch nur, wenn nicht zusätzlich Gepäck mitfahren soll. Ein Aha-Erlebnis gab es neulich mit dem Dacia Jogger. Er transportiert dank seiner enormen Ladehöhe ein Gravelbike sowie ein leichtes E-Rad aufrecht stehend nebeneinader, wenn vorher die Vorderräder rausgenommen werden. So bleibt Platz fürs Urlaubsgepäck. Der Jogger kann also etwas, das viele teurere und größere Modelle nicht beherrschen: den (wettergeschützten) Fahrradtransport ohne Mehrverbrauch und aerodynamische Defizite auf der Autobahn.

Fahrradträger für die Anhängerkupplung können richtig ins Geld gehen

Soll das Fahrrad nicht im sondern am Auto mitfahren, bietet sich der Platz am Heck an. Heckklappenträger können das Gewicht schwerer Räder oft nicht stemmen, außerdem ist der Zugang zum Kofferraum versperrt, solange die Räder am Träger sind. Fahrradträger für die Anhängerkupplung sind empfehlenswerter, können aber richtig ins Geld gehen. 500 bis 1000 Euro Euro werden üblicherweise fällig, hinzu kommen gegebenenfalls die Kosten für den Haken plus Montage.
Halt, da war doch was... Opels genialer FlexFix-Träger. Es ist ins Fahrzeugheck integriert und damit immer an Bord. Bei Nichtgebrauch verschwindet er wie eine Schublade unsichtbar im hinteren Stoßfänger. Im kleinen Opel Adam (Foto oben) trägt das abschließbare System ein Fahrrad mit einem Gewicht von bis zu 30 Kilogramm. Ein als Zubehör erhältlicher Erweiterungssatz erlaubt den Transport eines zusätzlichen Rades mit bis zu 20 Kilo Gewicht. Andere Opel-Modelle können sogar bis zu vier Räder schleppen.

Hersteller scheren die Bedürfnisse der radfahrenden Autofahrer kaum

Besser gesagt: konnten. Mit mit dem Auslaufen von Mokka A, Corsa E und Adam, die noch unter GM-Regie entstanden, endete 2019 die Flex-Fix-Ära. Auf Anfrage erklärt ein Opel-Sprecher, das System sei "mit den neuen Konzern-Plattformen, die auf maximale Effizienz und unterschiedlichste Antriebssysteme (...) ausgelegt sind, technisch nicht kompatibel". An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Peugeot/Stellantis und alle anderen Hersteller, die sich wenig um die Bedürfnisse der radfahrenden Autofahrer scheren.
Und das sind viele. In Deutschland gibt es 84 Millionen Fahrräder und 49 Millionen Pkw. Wir träumen von der Mobilitätswende und intelligenter Vernetzung, können aber nicht mal diese beiden Verkehrsmittel gescheit zusammenbringen.
Faszination entsteht durch Funktion. Unsere Autohersteller sollten sich weniger um Bling-Bling und wieder mehr um den Nutzwert ihrer Produkte kümmern. Dann klappt's auch mit den Kunden.