Gerüche im Auto entfernen: Tipps
So verschwindet der Mief

Schlechte Gerüche im Auto sind unangenehm, vor allem aber hartnäckig. Wer sie dauerhaft entfernen will, muss gründlich putzen. AUTO BILD zeigt, wie der frische Duft zurückkehrt.
Bild: Thomas Ruddies
Inhaltsverzeichnis
Für schlechte Gerüche im Auto sind wir meist selbst verantwortlich: vergessene Essensreste, verschüttete Flüssigkeiten (ganz mies: Milch!) oder volle Aschenbecher. Aber manchmal ist die Ursache nicht ganz so offensichtlich – zum Beispiel bei einer müffelnden, schlecht gewarteten Klimaanlage oder schlechtem Geruch durch Feuchtigkeit im Innenraum. AUTO BILD erklärt, woher der Mief kommt und wie man ihn schnell wieder loswird.
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Duftbäumchen helfen nicht, sie übertünchen höchstens den schlechten Geruch. Auch andere oft zitierte Tipps wie Kaffeepulver, das den Geruch neutralisieren soll, sind eher mit Vorsicht zu genießen. Denn mit der Zeit, beginnt auch Kaffee schlecht zu riechen. Wenn Kaffee verwendet wird, muss er täglich ausgetauscht werden. Die eigentliche Lösung ist eine Reinigung des Innenraums. Oft hilft es nicht, sich nur um die stinkende Stelle zu kümmern, denn die Gerüche haben sich längst festgesetzt. Der Innenraum sollte einmal komplett gereinigt werden. Dabei keine Angst vor zu viel Wasser! Mit geöffneten Türen gut durchlüften und austrocknen lassen. Und: Wer nicht auf frischen Duft im Wagen verzichten möchte, kann ein kleines Säckchen mit Waschpulver gefüllt ins Auto legen.
Wichtig: Das Putzen hilft nichts, wenn die Ursache für den schlechten Geruch nicht zu beseitigen ist. Im Zweifelsfall hilft nur die Profi-Reinigung.
1. Essensreste und anderer Schmutz
Oft ist die Ursache hinter einem schlechten Geruch einfach und schnell gefunden. Dann sollte man sie umgehend durch eine gründliche Reinigung beseitigen. Da hilft nur gründliches Putzen. Für Flecken auf den Sitzen und Stoffteilen am besten einen Polsterreiniger verwenden (welche Produkte gut sind, sehen Sie im Polsterreiniger-Test).

Ledersitze sollten nur mit speziellen Leder-Mitteln behandelt werden.
Bild: Thomas Ruddies
Wichtig: Vor der Benutzung von Polsterreinigern oder anderen Chemikalien immer an einer verdeckten Stelle auf Materialverträglichkeit prüfen.
2. Bakterien in der Klimaanlage
Wenn die Klimaanlage nach dem Einschalten einen schlechten Geruch verbreitet, liegt es daran, dass sich Pilze und Bakterien auf dem Verdampfer und im Gebläse angesiedelt haben. Das riecht nicht nur modrig, sondern ist auch nicht unbedingt gesund. Um dem entgegenzuwirken, hilft nur eine Desinfektion der Klimaanlage. Die können auch Laien selbst durchführen, dafür gibt es zwei Möglichkeiten: entweder ein Spray, das im Innenraum verdampft wird, oder ein Schaum, der direkt auf den Verdampfer gesprüht wird. Beide Varianten machen der Geruchsbelästigung den Garaus. Ebenfalls wichtig: Die Klimaanlage alle zwei bis drei Jahre vom Profi warten lassen. Dabei wird das Kühlmittel aufgefüllt und das System auf Dichtigkeit geprüft. (Alles, was Sie zur Wartung und Instandhaltung der Klimaanlage wissen müssen, lesen Sie hier.)
3. Verstopfter Pollenfilter
Auch der Pollenfilter kann, wenn er verstopft ist, einen schlechten Geruch absondern. Denn dann funktioniert der Luftaustausch nicht mehr optimal, und es sammelt sich Feuchtigkeit. Das wiederum ist ein hervorragender Nährboden für Schimmel und andere Mikroorganismen, die die Luft verpesten. Deswegen empfiehlt es sich, den Pollenfilter einmal jährlich auszutauschen.

Verdreckte Innenraumfilter sorgen für schlechte Luftzirkulation.
Bild: Thomas Ruddies
Wer dabei etwas für seine Gesundheit tun will, greift auf einen Aktivkohlefilter zurück. Er kostet kaum mehr als ein herkömmlicher Papierfilter, filtert aber neben Pollen und Staub auch Stickoxide aus der Luft. (Mehr zum Wechsel des Pollenfilters, lesen Sie hier.)
4. Zigarettenqualm
Wurde im Auto geraucht, hält sich der Nikotingeruch hartnäckig. Um ihn wieder aus dem Auto zu bekommen, ist es mit einer Innenreinigung oft nicht getan. Um den Geruch zu neutralisieren, kann über Nacht etwas Kaffee in den Wagen gestellt werden. Am nächsten Tag sollte er wieder entfernt oder zumindest ausgetauscht werden, denn die Öle im Kaffee werden mit der Zeit ranzig und verbreiten dann ebenfalls einen schlechten Geruch. Alternativ eignet sich ein Schälchen mit Essig oder einer Natron-Zitronenmischung. Wenn jedoch über längere Zeit im Wagen geraucht wurde, sitzt der Geruch so tief, dass kein Weg an einer Reinigung beim Profi vorbeiführt.
5. Feuchtigkeit im Innenraum
Bei modrig, schimmligem Geruch ist meist zu viel Feuchtigkeit im Innenraum. Dafür gibt es vielfältige Gründe. Um den Wagen trockenzulegen, sollten erst mal alle Abläufe freigelegt werden. Staut sich dort Wasser, kann es schnell in den Innenraum gelangen. Auch ein verstopfter Innenraumfilter kann für feuchte, miefige Luft sorgen. Er sollte einmal ausgetauscht werden. Allerdings kann die Feuchtigkeit auch einfach über regennasse Kleidung in das Fahrzeuginnere gelangt sein. Hier helfen spezielle Auto-Entfeuchter oder ein kleines Säckchen mit Katzenstreu. Auch der regelmäßige Einsatz der Klimaanlage hilft, den Innenraum trockenzuhalten, da sie der Luft Feuchtigkeit entzieht. (Weitere Tipps bei Feuchtigkeit im Auto finden Sie hier.)
Als hilfreiches Haushaltsmittel gegen schlechte Gerüche in Fahrzeuginnenräumen hat sich Natriumhydrogencarbonat (umgangssprachlich Natron) erwiesen. Denn das feine Salz erreicht auch kleinste Zwischenräume in den Fasern von Teppich und Sitzen und neutralisiert sehr effektiv Säuren. Genau die sind oft der Grund für schlechte Gerüche. Dazu nimmt die poröse Oberflächenstruktur des Salzes Geruchsmoleküle willig auf. Mindestens eine Stunde sollte das Pulver einwirken. Bei heftigem Mief kann das Natron auch 24 Stunden und länger im Auto verbleiben. Nach der Anwendung lässt sich das geruchlose Pulver problemlos absaugen.

Mit einem Eiskratzer lässt sich das Pulver gut verteilen. Mindestens eine Stunde einwirken lassen.
Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Natron steckt zum Beispiel auch in Backpulver, doch um große Flächen im Auto zu behandeln, empfiehlt sich der Kauf großer Gebinde. So gibt es das Pulver unter anderem im 5-Kilogramm-Eimer. Kostenpunkt: meist weniger als vier Euro pro Kilogramm. Damit ist das Hausmittel auch eine der günstigsten Methoden, um Gerüche im Auto zu beseitigen.
Bei besonders hartnäckigen Gerüchen wie bei verschütteter Milch hilft nur eine Profi-Innenreinigung. Dauerhaft vertreibt den Mief die anschließende Ozonbehandlung. Der Vorteil: Neben dem schlechten Geruch, beseitigt Ozon auch alle Bakterien, Keime und Pilze, die für die schlechte Luft verantwortlich sind. Es handelt sich also um eine Art Desinfektion. Aber Ozon hilft nur bei biologischem Mief, nicht bei chemischen Geruchsquellen. Die Kosten für eine Ozon-Behandlung liegen meist um 100 Euro.
In einem sauberen und trockenen Auto entsteht kein Mief. Deshalb regelmäßig Müll entsorgen und Aschenbecher leeren sowie den Innenraum mindestens zweimal im Jahr gründlich mit passenden Produkten reinigen. Innenraumfilter, Dichtungen und Wasserabläufe kontrollieren, damit der Innenraum trocken bleibt. Die Klimaanlage regelmäßig warten und am besten immer kurz vor Fahrtende abschalten. Dann kann eventuelles Kondenswasser noch verdampfen und die Bakterien haben es nicht ganz so leicht.
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