Auto-Polsterreiniger im Test
Wer reinigt meine Sitze?
Flecken im Auto sind schnell passiert und oft schwer zu entfernen. AUTO BILD hat gemeinsam mit der KÜS schon 2022 zehn Reiniger im Labor getestet. Das Ergebnis: überraschend klar und bis heute aktuell.
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1.
RS1000
Polsterreiniger
1,7
gut
- beste Reinigungsleistung bei Kaffeeflecken
- gut erkennbare Farbauffrischung
- starke Schaumbildung erschwert Anwendung

2.
Koch-Chemie
Pol Star
1,8
gut
- attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis
- gute Reinigungsleistung
- Konzentrat; muss gemischt werden

3.
Nigrin
POWER Textil-Reiniger
1,8
gut
- leistungsfähiger Flüssigreiniger
- sehr gute Farbauffrischung
- überzeugend einfache Handhabung
- weniger gute Reinigungsleistung als Aerosolreiniger

4.
Robbyrob
Polsterreiniger
2,0
gut
- gute Reinigungsleistung
- fleckenfreie Reinigung
- keine Farbauffrischung auf hellen Stoffen

5.
Meguiars
Carpet & Interior Cleaner
2,1
gut
- gute Farbauffrischung
- gute Reinigungsergebnisse
- verstellbarer, guter Sprühkopf
- eher hochpreisig

6.
Emma Grün
Premium Polsterreiniger
2,6
befriedigend
- inklusive Bürste
- zufriedenstellende Reinigungsleistung
- ungleichmäßiges Sprühbild
Limonade, Ketchup, Kaffee oder Schokolade – wie das Wohnzimmer so der Auto-Innenraum. Flecken auf dem Autositz entstehen schnell. Ärgerlich, aber kein Drama, denn Polsterreiniger versprechen schnelle Hilfe. Draufsprühen, kurz warten, abwischen – und alles sieht aus wie neu. Klingt einfach, doch wie wirksam sind die Mittel wirklich im Alltag? AUTO BILD hat verschiedene Reiniger geprüft und gemeinsam mit der KÜS im Labor getestet, mit überraschenden Ergebnissen.
Das Wichtigste in Kürze
- Verwendungszweck: Polsterreiniger sollen Flecken von Sitzen und Innenraumstoffen entfernen und dabei Reinigungsleistung, Fleckenfreiheit und Farbauffrischung verbinden.
- Testkriterien: Bewertet wurden Handhabung, Sprühbild, Dosierbarkeit, Gefahr des Einsickerns, Reinigungsleistung, Fleckenfreiheit, Farbauffrischung und das Preis-Leistung-Verhältnis.
- Testerkenntnisse: Viele Produkte schnitten gut ab, auch günstige Reiniger konnten überzeugen. Teuer bedeutet nicht automatisch besser und manche Premiumprodukte blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück.
- Kauf-Tipp: Aerosolreiniger sind oft sicherer, da sie weniger tief ins Polster eindringen. Preisbewusste Nutzer können auch zu günstigen Produkten greifen, die im Test solide Leistungen zeigten.
Mit 288 von 300 Punkten und der Note 1,1 (sehr gut) wird der Dr. Wack A1 Polster-/Alcantara-Reiniger Pro der Testsieger des AUTO BILD Polsterreiniger-Tests. Der Reiniger überzeugt mit einer sehr guten Reinigungsleistung und einer einfachen Handhabung. Die Sprühflasche lässt sich gut dosieren und bietet ein sehr gutes Sprühbild, allerdings lässt sich das Etikett mit Anwendungs- und Warnhinweisen aufgrund der kleinen Schrift etwas schwer lesen. Da es sich bei dem Reiniger um ein Aerosol, also um einen Schaumreiniger handelt, ist die Gefahr des Einsickerns in den Schaumstoff des Sitzes relativ gering. Nach dem Reinigen bleiben auf dem Sitz keine Flecken zurück, eine Farbauffrischung findet ebenfalls statt.

Jeder Polsterreiniger musste sich jeweils an einem Testpaneel vom Center For Testmaterials (CFT) beweisen. Jedes Testpaneel ist mit acht Stoffproben versehen, die mit verschiedenen Drecksorten maschinell verschmutzt wurden.
Bild: Sveinn Baldvinsson / AUTO BILD
AUTO BILD und KÜS haben die Polsterreiniger im Fachlabor der Firma Dr. Wack getestet. Für den Testschmutz wurde hierbei natürlich nicht auf Sitze gekleckert, sondern Testpaneele beim CFT (Center For Testmaterials, Vlaardingen, Niederlande) bestellt. Auf diese Testpaneelen wurden jeweils acht verschiedene Stoffproben genäht, die maschinell gleichmäßig verschmutzt wurden. Für folgende Schmutzarten haben wir uns dabei entschieden: Kaffee, Olivenöl/Ruß, Kakao, Eigelb/Pigment, Dressing, Blut, Haferbrei/Schokolade, Pigment/Öl/Milch.
Doch bevor es an die Reinigung ging, wurden erst einmal die Etiketten der Flaschen mit Warnhinweisen und Anleitung begutachtet und bewertet: Ist die Schrift groß genug und leicht zu lesen? Ist die komplette Anleitung vorhanden oder wird auf einen QR-Code verwiesen?
Doch bevor es an die Reinigung ging, wurden erst einmal die Etiketten der Flaschen mit Warnhinweisen und Anleitung begutachtet und bewertet: Ist die Schrift groß genug und leicht zu lesen? Ist die komplette Anleitung vorhanden oder wird auf einen QR-Code verwiesen?

Bei der Anwendung wurden die Herstellerangaben der Polsterreiniger berücksichtigt. Abschließend wurde die Handhabung bewertet.
Bild: Sveinn Baldvinsson / AUTO BILD
Dann ging es an die Anwendung: Ist der Polsterreiniger gleich einsatzbereit oder muss er erst angemischt werden? Wird das Mischverhältnis angegeben? Wird zusätzliches Zubehör benötigt, zum Beispiel Schwamm, Bürste, Sprühflasche? Auf einer Pappe wurden anschließend Sprühbild, Dosierbarkeit und Standhaftigkeit des Reinigers getestet. Würde er gleich in das Schaumstoffpolster sickern und dort eventuell für Schimmelbildung sorgen oder sich nur langsam in den Stoff einarbeiten?

Mit einem Colorimeter wurden die beschmutzten Testfelder sowohl vor als auch nach der Anwendung der Polsterreiniger gemessen. Die Differenz wurde anschließend bewertet.
Bild: Sveinn Baldvinsson / AUTO BILD
Erst dann kamen die Fleckenpaneele zum Zug: Hierbei ging es nicht um die komplette Reinigung der Testpaneele, sondern um die Zunahme des Weißgrads. Hierfür wurden im ersten Schritt alle Testpaneele mit einem Colorimeter (PCE CSM 7) gemessen und die Messwerte notiert. Erst dann ging es an die Anwendung der Polsterreiniger. Hierbei wurden die Herstellerangaben zur Einwirkzeit (wenn angegeben) berücksichtigt, anschließend wurden die Polsterreiniger (je nach Herstellerangabe) in 40 kreisenden Bewegungen (20 links- und 20 rechtsherum) oder in 40 streichenden Bewegungen (zehn Bewegungen in alle Richtungen) in die Stoffflecken eingearbeitet. Anschließend wurde der überflüssige Reiniger aufgenommen und die Testpaneelen über Nacht bei Raumtemperatur getrocknet. Am nächsten Tag wurden die Testpaneelen nochmals durchgemessen, um die Differenz errechnen zu können.
10 Polsterreiniger zwischen 2,99 Euro und 45 Euro traten zum Test an. Und schnell stellte sich heraus: Teuer ist nicht automatisch gut. Denn enttäuscht hat tatsächlich der teuerste Polsterreiniger im Test, das Swissvax Fabric Reinigungskonzentrat.

AUTO BILD und die KÜS haben zehn Polsterreiniger zwischen 2,99 Euro und 45 Euro getestet.
Bild: Sveinn Baldvinsson / AUTO BILD
Zwar wirkt die Flasche des Swissvax-Polsterreinigers recht hochwertig, doch leider konnte der Inhalt nicht sonderlich überzeugen. Für das Anmischen des Reinigers ist eine Mixing Bottle von Swissvax nötig, da man ansonsten mit den Mischangaben auf der Konzentrat-Flasche nichts anfangen kann. Ungewöhnlich ist die Empfehlung, das Konzentrat mit sprudelndem Mineralwasser zu mischen.

An einer Pappe wurden das Sprühbild und die Dosierbarkeit getestet.
Bild: Sveinn Baldvinsson / AUTO BILD
Doch leider hilft das der Reinigungsleistung nicht auf die Sprünge: Das Swissvax Fabric Reinigungskonzentrat bietet die schlechteste Reinigungsleistung im Test. Auch die Farbauffrischung ist nicht sonderlich stark, dafür bleiben nach dem Reinigen zumindest keine Flecken. Nervig: Die sabbernde Sprühflasche, die für nasse Hände sorgt. Und so kommt es auch zur Note "ausreichend" – trotz des hohen Preises von 45 Euro für 250 Milliliter Konzentrat.
Das günstig auch gut sein kann, zeigt der Polsterreiniger von Robbyrob. Gerade einmal 2,99 Euro kostet das 400-Milliliter-Gebinde in der Sprühflasche, das sofort genutzt werden kann. Die Reinigungsleistung ist mit unserem Preis-Leistungs-Sieger vergleichbar und kann als "sehr gut" bezeichnet werden. Da lässt sich auch über die etwas schwächere Farbauffrischung und das etwas unförmige Sprühbild der Flasche hinwegsehen.
Die Unterschiede zwischen den anderen mit "gut" bewerteten Polsterreinigern (Sonax, RS1000 und Nigrin) sind nicht sonderlich groß. Alle bieten eine gute Reinigungsleistung, hinterlassen kleine Flecken und sorgen für eine gute Farbauffrischung. Unterschiede findet man hier eher in der Handhabung. Nur der Polsterreiniger von Meguiars, ebenfalls mit "gut" bewertet, ist etwas flüssig und dringt somit leichter und schneller in das Schaumstoffpolster ein.
Zum Lieferumfang von Norauto und Emma Grün gehört jeweils eine Bürste. Die Reinigungsleistung beider Reiniger ist zwar gut, doch wirkt die Bürste vom Norauto-Reiniger etwas hart. Die Bürste von Emma Grün leidet schnell unter Haarausfall und sorgt gleich für den nächsten Arbeitsschritt: Das Absaugen der verloren gegangenen Borsten.
Zum Lieferumfang von Norauto und Emma Grün gehört jeweils eine Bürste. Die Reinigungsleistung beider Reiniger ist zwar gut, doch wirkt die Bürste vom Norauto-Reiniger etwas hart. Die Bürste von Emma Grün leidet schnell unter Haarausfall und sorgt gleich für den nächsten Arbeitsschritt: Das Absaugen der verloren gegangenen Borsten.
Die Polsterreiniger im Test
Einmal die Note "sehr gut" und sechsmal die Note "gut": Unser Test zeigt, dass die meisten Polsterreiniger tatsächlich das halten, was sie versprechen. Einzig der teuerste Reiniger im Test hat uns enttäuscht, das Ergebnis rechtfertigt den Preis auf gar keinen Fall. Doch auch die beiden Polsterreiniger mit der Note "befriedigend" werden mit den meisten Flecken klarkommen. Kleiner Tipp: Lieber zum Aerosol greifen. So ist die Gefahr, dass überschüssiger Reiniger in das Polster sickert und dort für Schimmel sorgt, deutlich geringer.
Sieger des AUTO BILD-Polsterreiniger-Tests: Dr. Wack A1 Polster-/Alcantara-Reiniger Pro
Preis-Leistungs-Sieger: Koch Chemie Pol Star
Ein sauberer Innenraum ist nicht nur gut für den Werterhalt des Autos, sondern verhindert ungesunde Biokulturen wie Schimmel. Meist reichen schon wenige Reinigungsmittel und ein guter Nass-Trockensauger, um die Innenraumreinigung schnell durchzuführen. Beim Saugen am besten mit dem Kofferraum anfangen und sich nach vorne arbeiten. Dabei nicht das Saugen unter der Bodenabdeckung vergessen. Um Ledersitze zu schonen, unbedingt einen weichen Bürstenaufsatz verwenden. Auch Seitenfächer der Türen oder Becherhalter können zum Entfernen grober Verschmutzungen ausgesaugt werden. Aber Vorsicht: nicht zu stark aufdrücken, ansonsten kann es schnell zu Kratzern kommen. Für den kleinen Putz zwischendurch können Akkusauger eine gute Alternative sein. Weitere Tipps finden Sie im AUTO BILD-Ratgeber Innenreinigung!
Nützliches Wissen rund um Polsterreiniger
Welcher ist der beste Polsterreiniger?
Im großen AUTO BILD-Polsterreiniger-Test 2022 konnte sich der Dr. Wack A1 Polster-/Alcantara-Reiniger Pro den Testsieg sichern. Der Reiniger überzeugt mit einer sehr guten Reinigungsleistung und sehr guter Farbauffrischung. Die Sprühflasche lässt sich gut dosieren und bietet ein sehr gutes Sprühbild. Da es sich bei dem Reiniger um ein Aerosol, also um einen Schaumreiniger handelt, ist die Gefahr des Einsickerns in den Schaumstoff des Sitzes relativ gering. Nach dem Reinigen bleiben auf dem Sitz keine Flecken zurück, eine Farbauffrischung findet ebenfalls statt.
Wie viel sollte ein guter Polsterreiniger kosten?
Der Testsieger im AUTO BILD-Polsterreiniger-Test 2022, der Dr. Wack A1 Polster-/Alcantara-Reiniger Pro, ist im 400-ml-Gebinde um 14,99 Euro erhältlich. Den Preis-Leistungs-Sieg konnte sich der Koch Chemie Pol Star Textilreiniger sichern. Die Einliter-Flasche ist für 13 Euro zu haben.
Was muss man bei der Reinigung von Polstern im Auto beachten?
Flecken auf Autositzen, Teppichen sowie Tür- und Seitenverkleidungen mit Vinyl- oder Polsterbezug lassen sich mit einem Polsterreiniger entfernen. Die Angaben auf der Verpackung genau lesen und die Einwirkzeit beachten. Das Mittel zuerst an einer verdeckten Stelle auf Farbechtheit prüfen. Dann den Polsterreiniger großflächig auftragen, einwirken lassen und anschließend mit einem feuchten Mikrofasertuch oder einem Schwamm abnehmen. Bei starken Verschmutzungen mit viel Druck arbeiten. Ist die Stelle gereinigt, wird sie mit einem sauberen, trockenen Tuch nachgewischt. Alternativ können die Rückstände mit einem Nass-Trockensauger abgesaugt werden.
Was tun bei hartnäckigen Verschmutzungen auf Polsteroberflächen im Auto?
Bei hartnäckigen Verschmutzungen lohnt sich das Ausleihen eines Waschsaugers. Der sprüht den Reiniger direkt auf den Autositz und saugt dann die Flüssigkeit und den Dreck wieder auf. Tipp: In vielen Drogerien kann man die Geräte sogar kostenfrei ausleihen. Voraussetzung: das passende Putzmittel im Markt kaufen. Zum Trocknen alle Türen und die Heckklappe aufstellen, damit sich kein Schimmel bildet. Danach den Sitz mit einem Imprägnierspray für Textilien versiegeln.
Hinweis
Dieser Produkttest wurde unterstützt von Dr. Wack. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie hier.
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