Smartphones, Notebooks, Staubsauger-Roboter: Xiaomi ist auf dem Vormarsch – auch in Deutschland! Der chinesische Technologie-Konzern hat als drittgrößter Smartphone-Hersteller der Welt im Oktober 2020 sogar Apple überholt. Baut das 2010 gegründete Unternehmen jetzt tatsächlich ein Elektroauto für den chinesischen Markt?Klare Antwort: Nein! Auch wenn es aktuell gleich mehrere Schlagzeilen zum "Elektroauto von Xiaomi" gibt, ist die Aussage nicht ganz korrekt. Die Rede ist vom Baojun E300, einem vollelektrischen Kleinstwagen für den chinesischen Markt. Zwar hat Xiaomi am E300 mitgewirkt, doch die Firma Baojun ist ein Joint Venture des amerikanischen Autoherstellers General Motors sowie den beiden chinesischen Marken SAIC Motor und Wuling.

Der E300 Plus ist sogar ein Viersitzer

Baojun E300
Im viersitzigen E300 Plus gibt es keinen Kofferraum, dafür lassen sich die Rücksitze umklappen.
Bild: GM
Die chinesischen Kunden haben die Wahl zwischen dem Zwei-/Dreisitzer Baojun E300 und dem E300 Plus, ein vollwertiger Viersitzer. Mit einer Länge von 2625 Millimetern ist der E300 kürzer als ein aktueller Smart fortwo. Der größere E300 Plus misst 2894 Millimeter, soll aber auch vier Leute transportieren können. Das moderne Design ist clever durchdacht, denn durch den schwarz abgesetzten oberen Karosserieteil wirken die Modelle nicht ganz so hoch, wie sie mit mindestens 1647 Millimetern eigentlich sind. Auffällig sind hingegen die winzigen 13-Zoll-Räder.

Bis zu 305 Kilometer Reichweite

Baojun E300
Für den E300 stehen fünf Farben zur Wahl. Der obere Teil der Kunststoff-Karosserie ist immer schwarz.
Bild: GM
Angetrieben werden beide Modelle von einem an der Hinterachse platzierten Elektromotor mit 40 kW (54 PS) Leistung und einem maximalen Drehmoment von 150 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit des Baojun soll bei maximal 100 km/h liegen, viel wichtiger ist aber die Reichweite – und die geben die Chinesen mit bis zu 305 Kilometern nach NEFZ an. Zudem verspricht der Hersteller, dass der Akku dank DC-Schnellladefunktion innerhalb von nur einer Stunde vollgeladen sein soll. Zudem ist der Baojun für ein Kleinstwagen überraschend gut ausgestattet: ESP, ABS und zwei Airbags sind serienmäßig an Bord. In der Topversion sind außerdem Abstandstempomat, Notbremsassistent, Alarmanlage, Einparkassistent und Kameras erhältlich.

Xiaomi steuert die Konnektivität bei

Baojun E300
Der Fahrer hat alle wichtigen Informationen direkt im Blick. Es gibt keinen Bildschirm in der Mittelkonsole.
Bild: GM
Um den E300 mit der modernsten Konnektivität auszustatten, hat Baojun den Technologie-Riesen Xiaomi ins Boot geholt. Direkt vor dem Fahrer gibt es einen Bildschirm, über den sich alle Funktionen steuern lassen. Einen zweiten Bildschirm in der Mittelkonsole gibt es nicht. Doch auch so ist der E300 voll vernetzt. Dank des Know-hows von Xiaomi sind wichtige Features wie dazulernende Sprachsteuerung, Echtzeit-Navigation und vieles mehr an Bord. Zudem soll es auch möglich sein, den E300 in sein persönliches Xiaomi-Ökosystem ("Mi Smart Home") zu integrieren. So können Auto und zu Hause miteinander kommunizieren und beispielsweise das Licht einschalten, sobald sich das Auto nähert.

Kaum teurer als ein Renault Twizy

Leider ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht vorgesehen, den Baojun E300/E300 Plus in Deutschland anzubieten. Dabei ist das kleine Elektroauto mit den kompakten Abmessungen und mehr als 300 Kilometer Reichweite ideal für den Stadtverkehr. Zudem ist es unschlagbar günstig: Mit einem Basispreis von umgerechnet 8231 Euro (64.800 Chinesische Yuan) für den E300 und 8866 Euro (69.800 Chinesische Yuan) für den E300 Plus ist das Elektroauto kaum teurer als ein Renault Twizy – bietet gleichzeitig aber nicht nur mehr Platz und Ausstattung, sondern auch mehr als die dreifache Reichweite!