Bentley Continental GTC (2020): Connectivity-Check, Rotating Display, Sound

So gut ist der Continental GTC vernetzt!

Bei einem Bentley stehen Luxus und Komfort im Vordergrund! Aber wie steht es mit der Connectivity? AUTO BILD hat den großen Test gemacht!
Bentley! Dieser Name steht für Luxus pur. Die englische Marke bietet neben klassischen Limousinen auch ein sportliches Coupé und ein Cabrio an. Handarbeit und feinste Verarbeitung sorgen für elegante Formen und stilsicheres Auftreten. Doch wie sieht es in Sachen Konnektivität aus? Kann der Bentley beim Infotainment ähnliche Standards wie bei der Verarbeitung setzen, oder hinkt er wer Konkurrenz hinterher? AUTO BILD hat den Connectivity-Check im Bentley Continental GTC gemacht!

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Grundlagen

Mit der mittlerweile dritten Generation des Continental GT hat Bentley auch beim Infotainment einen großen Sprung nach vorne gemacht. Seit 2018 sind bei Luxus-Coupé und Cabrio ein digitales Kombiinstrument und ein 12,3-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole serienmäßig. Während das Cockpit prinzipiell von Audi stammt, borgen sich die Briten das restliche Infotainment vom Porsche Panamera. Selbstverständlich ist im Bentley auch Apple CarPlay an Bord, Android Auto lässt dagegen noch etwas auf sich warten.

Top 1: Die Optik

Der Homescreen des Bentley besteht aus drei einzelnen Bereichen, die wechselnde Inhalte zeigen.

Der Mensch ist ein visuelles Wesen und vor allem in einem Luxusauto wie einem Bentley muss das Erscheinungsbild stimmen. Hier haben sich die Briten nicht lumpen lassen und beweisen stilvolle Nüchternheit. Der Aufbau der Menüpunkte ähnelt stark dem des Porsche Panamera und ist hauptsächlich vertikal ausgelegt. Dabei ist die Optik sehr reduziert gestaltet. Keiner der Bildschirme wirkt überladen. Selbstverständlich wurden auch die im Menü gezeigten Abbildungen an die Edelmarke angepasst.

Top 2: Menüführung

Ein wichtiger Punkt bei der Navigation durch ein Fahrzeug-Infotainment ist die Menüführung. Sie ist beim Bentley-System sehr übersichtlich gestaltet. Es gibt einen Homescreen, der je nach Geschmack in einer Kachelansicht oder zusammengefasst in drei individualisierbare Rubriken angezeigt wird. Die Bedienung findet meistens auf der obersten Ebene statt und baut nicht auf zig Untermenüs auf. Tasten unterhalb des 12,3-Zoll-Monitors dienen dem Schnellzugriff auf das Navigationssystem, die Fahrzeugeinstellungen, die Musikquelle und weitere Funktionen. Die Menüführung kann als aufgeräumt und logisch betrachtet werden.

Top 3: Das Rotating Display

Das Rotating Display zeigt gegen Aufpreis alternativ auch drei klassische Rundarmaturen anstelle des Displays.

Ein absolutes Highlight des Bentley Continental GT ist aber sein optionales "Rotating Display". Das intern auch "Toblerone" genannte Feature lässt das Display auf Wunsch gegen drei Rundarmaturen in der Mittelkonsole tauschen und kostet ganze 4775 Euro extra. Ist die Zündung des Briten ausgeschaltet, dreht sich das edle Prisma in eine Ruhestellung und zeigt lediglich ein Dekor. Bei jedem Start wird das Infotainment also zum Leben erweckt. Dabei ist beeindruckend, wie elegant sich die Einheit im Armaturenbrett dreht. Zuerst zieht sich das Prisma etwas zurück, dreht dann auf die gewünschte Stellung, um danach wieder bündig mit dem gewählten Dekor abzuschließen. Ein Feature, das es so nur bei Bentley gibt. Das Spektakel verbessert dabei nicht das Infotainment des Luxuswagens. In der Basis ist exakt der gleiche Touchscreen verbaut, nur eben fest integriert.

Top 4: Soundanlage

Unser Testwagen ist mit der optionalen Naim-Soundanlage ausgestattet. Sie kostet 6600 Euro Aufpreis und bietet gegenüber der Seriensoundanlage acht zusätzliche Lautsprecher. Die Investition lohnt sich, denn was Naim-Audio hier veranstaltet hat, ist mehr als nur gut anzuhören. Die Soundanlage macht das Musikhören im Auto zum Erlebnis. Die unter den Sitzen verbauten Subwoofer machen die Bässe deutlich spürbar, selbst bei niedrigen Lautstärken. Die Höhen sind sehr definiert und auch die Mitten klingen äußerst sauber. Selbst bei Musik in Streamingqualität kommt kein geschmälerter Hörgenuss auf, natürlich verbessert sich der Klang bei CD-Qualität. Spannend: Im Bentley gibt es einen Klang-Shortcut im Infotainment Menü. Hier lässt sich das Klangerlebnis feintunen. Spitze, denn bei vielen Fahrzeugen sind diese Einstellungen in Untermenüs versteckt.

Neutral: Digitalcockpit

Das digitale Kombiinstrument ist serienmäßig und stammt eigentlich von Audi.

Mit dem digitalen Cockpit bringt Bentley den Continental auf den Stand der Technik. Das Display hat eine hohe Auflösung und ist sehr klassisch designt. Das steht dem Briten äußerst gut. Selbst im Sportmodus wechseln die Anzeigen ihr Erscheinungsbild nicht. Sehr gut, denn so wie die Anzeigen gestaltet sind, sollen sie auch bleiben. Leider beschränkt sich diese Bevormundung nicht nur auf die Optik, sondern betrifft auch die Funktionalität. Bentley erlaubt nämlich keine freie Konfiguration der Anzeigen. Das ist schade, denn so verspielt das gute Display einen großen Teil seines Potenzials. Zwar lässt sich der Kartenausschnitt in der Navigationsansicht per Knopfdruck vergrößern, welche Infos dann aber angezeigt werden, ist vorgegeben.

Flop 1: Sprachsteuerung

Da der aktuelle Continental GT seit 2018 auf dem Markt ist, ist auch sein Infotainmentsystem schon zwei Jahre alt. Das merkt man in erster Linie an der Sprachsteuerung. Zwar nutzt das System den im VW-Konzern gängigen Infotainmentbaukasten (MIB), allerdings eben nicht in der neuesten Generation. Der Sprachassistent hat während unseres Tests keine einzige Navigationsanweisung korrekt umgesetzt und stellte sich daher leider nur als Zeitverschwendung heraus. Hoffentlich erhält der Continental ein kleines Facelift auf MIB 3 und somit auf die neueste Version von Infotainment bei Volkswagen. Im neuen Golf 8 arbeitet die intuitive Sprachsteuerung deutlich zuverlässiger als im Bentley, ganz zu schweigen von MBUX von Mercedes. Das würde auch dem Luxus-Briten gut zu Gesicht stehen.

Flop 2: Darstellung von Apple CarPlay

Apple CarPlay ist serienmäßig an Bord, leider nutzt es nicht die gesamte Breite des Touchscreens.

Logisch, beim Bentley Continental GT ist Apples Telefonschnittstelle CarPlay bereits serienmäßig verfügbar. Allerdings ist die Darstellung nicht optimal gelöst. Trotz 12,3 Zoll großem Touchscreen wird die Anwendung nur auf zwei Drittel des Monitors dargestellt. Das letzte Drittel Displayfläche nimmt ein Schnellzugriff auf einzelne Fahrzeugfunktionen ein. Das klingt im ersten Moment sehr praktisch, wäre es auch, wenn man den Schnellzugriff auch verschwinden lassen könnte. Leider geht das bei der CarPlay Anwendung aber nicht. Das stört die Optik der ansonsten klassisch gestalteten Anzeigen massiv und ist beim Test daher negativ aufgefallen.

Flop 3: Reaktionszeit des Systems

Eines vorweg: Das Infotainment des edlen Briten ist keineswegs langsam, allerdings kann die Reaktionszeit nicht immer überzeugen. Nach dem Start des Bentley dauert es zum Teil sehr lange, bis das Navigationssystem und die einzelnen Reiter des Homescreens geladen sind. Hier merkt man, dass das von Porsche geborgte System und die Komponenten nicht mehr ganz mit den neuesten Systemen mithalten können. Auch hier würde ein Update in naher Zukunft Abhilfe schaffen und die User Experience nachhaltig verbessern.

Flop 4: Die Modi der "Toblerone"

Cleane Optik: Ist der Bentley aus, wechselt die "Toblerone" auf ein schlichtes Dekor.

Ja, die Toblerone wird unter Top 3 als cooles Feature gefeiert, allerdings gibt es einen Punkt an der optionalen Spielerei, die nicht ganz passt. Es ist bei bestem Willen nicht möglich, die cleane Optik ohne Instrumente und Display auszuwählen, wenn der Bentley läuft. Das pure Dekor in der Mitte bleibt dem ausgeschalteten Continental vorbehalten. Sobald die Zündung an ist, lässt sich über den "Screen"-Knopf nur zwischen der klassischen Ansicht mit drei Rundinstrumenten oder dem Touchscreen wählen. Wieso Bentley seinen Kunden nicht erlaubt, alle Anzeigen verschwinden zu lassen, ist nicht klar. Wünschenswert wäre aber eine Option im Fahrzeugmenü, die diese Stellung der Toblerone erlaubt.

Fazit

Beim Bentley steht das Erlebnis und die Verarbeitung im Vordergrund! Hier kann der Brite absolut punkten. Alles fasst sich hervorragend an und ist schön verarbeitet. Das lässt über die in die Jahre gekommene Hardware des Infotainments hinwegblicken. Zwar ist der Bentley keineswegs altmodisch, könnte aber beim Infotainment so langsam ein Update vertragen. Vor allem die Sprachsteuerung hinkt deutlich hinter anderen Herstellen her. Wer sich einen Bentley zulegt, wird aber wohl am wenigsten auf die neusten Connectivity-Features schauen. Der Wagen selbst und das Image stehen hier im Vordergrund. Trotzdem muss Bentley aufpassen, nicht abgehängt zu werden. Die passende Hardware währe im Konzern dank der MIB 3 Plattform schließlich da.

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