Bentley Flying Spur: erste Sitzprobe in der neuen Luxuslimousine
Neuer Bentley Flying Spur mit 34.000-Euro-Soundsystem

Bentley zeigt den Flying Spur mit neuer Optik, einer zusätzlichen Modellvariante – und einem Soundsystem, das mehr kostet als ein neuer VW Golf. Sitzprobe!
Bild: Bentley Motors
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Erst Technik, dann Optik: Nachdem Bentley die aktuelle Motorengeneration bereits im Laufe der dritten Generation des Flying Spur eingeführt hat, bekommt die Luxuslimousine mit der vierten Generation auch eine frische Optik. Plus: Ab sofort gibt es eine zusätzliche Modellvariante und ein sündhaft teures Naim-Soundsystem!
Viel größer könnte der Kontrast kaum sein, als Bentley den neuen Flying Spur in Ascari enthüllt: Hier der Flying Spur Azure – edel, auffällig, aber gleichzeitig etwas zurückgenommen – und dort der Flying Spur S in der Farbe "Midnight Emerald", die nach Schwarz aussieht, aber ein ganz dunkles Grün ist. In Kombination mit den schwarzen Akzenten ("Blackline Specification" sagt Bentley dazu) ist er sportlich, fast schon aggressiv.

Je nach Modellvariante und Konfiguration wirkt der Bentley Flying Spur eher edel oder eher sportlich.
Bild: Bentley Motors
Aber was ist wirklich neu an der Luxuslimousine, wenn die Motorisierungen schon bekannt sind?
Auf den ersten Blick ist der neue Flying Spur an der überarbeiteten Front im Stil der Continental-GT-Familie zu erkennen. Eigentlich ist es ganz einfach zu merken: vier Scheinwerfer gleich dritte Generation, zwei Scheinwerfer gleich vierte Generation. Mit dieser markanten Änderung passt sich der Flying Spur nicht nur an das aktuelle Markengesicht an, er kehrt auch zu den Wurzeln zurück. Denn er ist die erste Limousine aus Crewe ohne das markante Vier-Augen-Gesicht seit 1962!

Der Heckdeckel wurde im Vergleich zum Vorgänger etwas cleaner gestaltet, außerdem wurde etwas Chrom eingespart.
Bild: Bentley Motors
Erst im direkten Vergleich mit dem Vorgänger fällt auf, dass die begradigte Schürze und der opulente Kühlergrill jetzt eins sind. Außerdem wurden die vorderen Kotflügel ihrer charakteristischen Luftschlitze in B-Form beraubt, was etwas schade ist.
Bei Bentley sprechen sie von einem "reduzierten Design-Ansatz". Dazu passt auch, dass der Kofferraumdeckel ohne Pfalz auskommt, was wir ehrlicherweise nicht mal gemerkt hätten, wenn man es uns nicht gesagt hätte. Zu guter Letzt mussten die Chromumrandung von Rückleuchten und Kennzeichenaussparung dran glauben – und das nicht nur beim neuen Flying Spur S.
Womit wir direkt beim Thema sind, denn im September 2026 bringt Bentley den betont sportlichen Flying Spur S zurück. Nach dem Erfolg des Continental GT S profitiert auch der Flying Spur von der Kombination aus aktivem Fahrwerk, elektronischem Sperrdifferenzial und 680 PS starkem V8-Hybrid.
Das aufwendige Fahrwerk mit Zweikammer-Dämpfern, 48-Volt-Wankstabilisierung und mehr gab es bislang nur für den Flying Spur Speed und Mulliner. Mit Einführung des bis zu 308 km/h schnellen Flying Spur S erweitert Bentley die Modellfamilie auf nunmehr fünf unterschiedliche Versionen, das Topmodell bleibt der Flying Spur Speed mit 782 PS und 1000 Nm.
Im Innenraum tut sich mit der neuen Generation wenig, und das ist auch gut so. Ich habe es bereits in der Vergangenheit geschrieben und werde nicht müde, es zu wiederholen: In puncto Materialauswahl und Verarbeitungsqualität macht Bentley so schnell kein anderer Hersteller etwas vor.
Beispiele gefällig? Die Rückseite der metallischen Türöffner ist perforiert – sieht man nicht, fühlt man aber. Jeder Knopf, jeder Schalter hat ein spezielles Finish, das Leder stammt nur von Kühen aus Nordeuropa (weniger Insekten). All diese liebevollen Details erzeugen dieses ganz besondere Bentley-Feeling. Ein Gefühl, das jedes Mal aufs Neue beeindruckt.

In Sachen Materialauswahl und Verarbeitungsqualität macht Bentley so schneller keiner etwas vor. Besser geht es kaum!
Bild: Bentley Motors
Für Flying Spur Nummer vier haben sie in Crewe neue Zierteile in einem speziellen Finish entwickelt und die Steppungen der Sitze überarbeitet. In Zeiten immer liebloser gestalteter Cockpits mit XXL-Screens, Touchbars und eingesparten Armaturen wirkt der Innenraum des Flying Spur wie ein Relikt aus der guten, alten Zeit. Vielleicht werden wir aber auch einfach nur alt.
Ich mache es mir währenddessen im Fond bequem, denn auch wenn der Flying Spur so etwas wie das Fahrerauto unter den Luxuslinern ist: Unterm Strich ist er eben auch eine sehr luxuriöse Limousine mit viel Platz für die Fond-Passagiere. Noch während ich über das feine Leder streichle und die Detailliebe bewundere, höre ich den Bentley-Verantwortlichen über das neue Soundsystem referieren. Meine Neugier ist geweckt.
Für besonders audiophile Kunden hat Bentley die sogenannte "Virtuoso Collection" im Angebot. In diesen limitierten Mulliner-Modellen kommt ein Soundsystem zum Einsatz, das ursprünglich für den nur 18 Mal gebauten Mulliner Batur entwickelt wurde. Das "Naim for Mulliner"-System mit 21 Lautsprechern soll eine unvergleichliche Klarheit und eine herausragende Klangbrillanz bieten. Ein Schnäppchen ist das "Naim for Mulliner"-Soundsystem allerdings nicht, es kostet netto 25.000 britische Pfund. Umgerechnet sind das 34.000 Euro brutto.
Ein Betrag, für den sich die meisten Menschen einen Neuwagen kaufen – bei Bentley gibt es dafür ein mutmaßlich einzigartiges Audio-Erlebnis. Angesichts eines Basispreises von 240.100 Euro für den Flying Spur respektive 256.900 Euro für den Flying Spur S macht das exklusive Soundsystem auch keinen großen Unterschied mehr. Die ersten glücklichen Kunden sollen ihren neuen Flying Spur ab dem vierten Quartal 2026 bekommen.
Fazit
Der neue Bentley Flying Spur ist optisch gelungen, wirkt etwas gefälliger und moderner als sein Vorgänger. Wenn ich allerdings ehrlich bin, dann gefällt mir das klassische Vier-Augen-Gesicht am Flying Spur besser. Der Flying Spur S ist eine zusätzliche Option für sportlich ambitionierte Bentley-Boys/-Girls.
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