BMW 3er Compact mit V8

BMW 3er Compact mit V8

BMW 3er E36 Compact (1997): Tuning, Hartge, V8, 323ti, extrem

Absolut irrer 3er Compact mit 4,7 Liter V8!

Mehr Motor im E36 geht nicht: In diesem 3er Compact wütet ein mächtiger 4,7-Liter-V8 mit 350 PS! Die Umbaukosten waren horrend. Der 3er wird in Essen versteigert.
Bescheuert trifft es nur ansatzweise: Dieser BMW E36 Compact leistet 350 PS, generiert von einem V8 mit 4,7 Litern Hubraum! Der Umbau wurde 1999 von BMW Tuner Hartge vorgenommen und kostete ein Vermögen. Am 27. März wird der abgedrehte Compact auf der Techno Classica in Essen (25. bis 29. März 2020) versteigert!

Besseres Leistungsgewicht als ein M4 Competition

Der Motor baut ähnlich lang wie der Reihensechser, einfach war der Einbau des V8 wohl trotzdem nicht.

Der Compact stammt aus dem Baujahr 1997. Zwei Jahre später wurde er bei Hartge einmal auf Links gedreht. Jetzt sitzt im Bug der M62B44 genannte V8 von BMW. Der Hubraum stieg von 4,4 auf 4,7 Liter. Mithilfe anderer Nockenwellen, Pleuel, Kolben, Ventile und einer neuen Kurbelwelle leistet der Motor statt 286 PS und 420 Nm jetzt satte 350 PS und überfällt die Hinterräder mit glatten 500 Nm Drehmoment! Geschaltet wird über ein Sechsgang-Handschaltgetriebe. So schießt der Hecktriebler in unter fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h, maximal rennt er 270 km/h.
Das Leistungsgewicht des Hartge-Compact liegt bei ungefähr 3,5 Kilogramm pro PS. Zum Vergleich: Ein aktueller BMW M4 Competition mit 450 PS schafft hier "nur" knapp 3,7 Kg pro PS! Welcher Motor vorher im Auto steckte, ist nicht bekannt. Aber selbst das stärkste Serienaggregat leistete mit 170 PS nicht einmal halb so viel wie der Achtzylinder. Nachteil des V8: Er wiegt mit knapp 220 Kilogramm gut 60 Kilogramm mehr als der Sechszylinder in einem 323ti. Damit dürfte das Fahrverhalten des Über-3ers ziemlich frontlastig sein. Den Motor verbaute Hartge übrigens auch im Z3 M-Roadster und im Z3 M-Coupé.

Eigens angefertigte Hinterachse

Der Innenraum wurde nur dezent überarbeitet, der Kranz des Serienlenkrads ist stärker ausgeformt.

Die Optik des violetten Compact ist bullig, aber dezent. Außer den V8-Logos verrät nichts, was für ein Tier von Motor in diesem Auto steckt. Doch nach einem neuen Motor war noch lange nicht Schluss. Ein einstellbares Gewindefahrwerk von Bilstein holt den Compact näher an die Straße, die komplette Hinterachse ist eine Hartge-Eigenkonstruktion. Eine neue Bremsanlage mit gelochten Scheiben bringt das Auto zum Stehen. Der Spezial-E36 steht auf 19-Zoll-Felgen mit Reifen im Format 235/35 vorne und gewaltigen 265/30-ern hinten. Die Räder finden Platz in ausgestellten Radhäusern. Eine Frontlippe und eine Abrisskante auf dem Heckdeckel runden die Karosseriearbeiten ab. Aus der Heckschürze ragt eine Doppelrohrauspuffanlage. Im Innenraum verbaute Hartge einen Recaro-Schalensitz für den Fahrer, Alu-Pedale und einen neuen Lenkradkranz. Der Tacho geht jetzt bis 300 km/h.

Drei Mal teurer als ein Serien-Compact

Die breiten Hinterräder passen gerade so unter die ausgestellten Kotflügel.

Die Umbaukosten waren astronomisch. Inklusive Umbau kostete der Hartge-Compact heftige 149.000 D-Mark, das sind umgerechnet über 75.000 Euro! Zum Vergleich: Der damalige Top-Compact 323ti mit Sechszylinder kostete umgerechnet nur 25.000 Euro. Trotz des immensen Preises soll Hartge noch einen zweiten V8-Compact verkauft haben, dessen Verbleib ist aber unbekannt. Dieses violette Exemplar befand sich bis ins Jahr 2019 in erster Hand, der Besitzer spulte nur 37.310 Kilometer damit ab. Welchen Preis der Hartge-Compact bei der Auktion erzielen wird, ist schwierig zu sagen, Vergleichswerte gibt es nicht. Über 40.000 Euro sind aber realistisch. Wer jetzt bei Hartge für einen eigenen Umbau anklopfen möchte, wird enttäuscht. Der Tuner musste Insolvenz anmelden und schloss im Juli 2019 seine Tore.

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