Frankenstein-BMW zu verkaufen! Dieser auf den ersten Blick etwas unförmig wirkende BMW E21 aus dem Baujahr 1983 hat ein besonderes Geheimnis unter der Haube. Anstelle eines serienmäßigen Reihenvier- oder Reihensechszylinders steckt der legendäre 5,0-Liter-V10 aus dem BMW M5 E60 unter der Haube des Oldtimers. Leistung? 600 PS! Doch das ist noch nicht alles!
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Ab Werk gab es den zwischen 1975 und 1983 angebotenen BMW 3er der Baureihe E21 mit maximal 143 PS im 323i. Viel Leistung, wenn man bedenkt, dass die erste Generation des BMW 3er nur rund 1100 Kilo wog. Findige Tüftler aus Polen haben die Leistung dieses Exemplars kurzerhand mehr als vervierfacht!

Der V10 aus dem M5 passt in den BMW E21

Dazu wurde der 3er von Grund auf neu aufgebaut. Herzstück des Umbaus ist der V10 (S85B50) aus dem BMW M5 E60/E61 und dem M6 E63/E64. Um den riesigen Zehnzylinder im Motorraum unterzubringen, musste praktisch der gesamte Vorderwagen umkonzipiert werden. Doch wie die Bilder beweisen: Der V10 passt in den E21!
BMW E21 mit V10
Wer hätte das gedacht? Der riesige 5,0-Liter-V10 aus dem M5 E60 passt tatsächlich in den Motorraum des E21.

Mit dem reinen Motortausch ("engine swap") war es aber noch nicht getan, denn auch die restlichen Komponenten mussten an die Leistung angepasst oder kurzerhand direkt getauscht werden. Das SMG-III-Getriebe, die Aufhängungen sowie die ABS- und DSC-Systeme wurden ebenfalls vom M5 übernommen und mussten für den über 20 Jahre älteren E21 adaptiert werden. Laut Inserat wurde dabei sogar die elektronische Dämpfereinstellung EDC übernommen. Die Abgasanlage ohne Kats ist eine Spezialanfertigung.

600 PS soll der Motor leisten

Da der V10 eine Laufleistung von aktuell 113.270 Kilometern hat, wurden präventiv die Pleuellagerschalen getauscht. Und weil man gerade schon mal dabei war, wurde auch noch eine Stage-2-Software aufgespielt. In Kombination mit der Abgasanlage soll der E21 somit rund 600 PS leisten.

Doch was bringt einem so viel Leistung, wenn das Auto nicht fahrbar ist? Deshalb erwähnt der Verkäufer im Inserat explizit, der E21 sei voll fahrbereit und verfüge in Polen sogar über eine offizielle Zulassung. Mit dem deutschen TÜV dürfte sich der neue Besitzer allerdings auf einige Diskussionen einstellen. Ein H-Kennzeichen steht ganz offensichtlich auch nicht zur Debatte.
BMW E21 mit V10
XXL-Kotflügel, ein kleiner Flügel und vier Auspuffrohre sind alles andere als Serie.

So viel zur Technik, doch auch optisch hat sich einiges getan. Am auffälligsten sind die enormen Kotflügelverbreiterungen vorne und hinten, die aufgrund der neuen Achsen notwendig waren und Platz für die 19-Zöller (inklusive Winterbereifung) schaffen. Die Frontschürze ist Marke Eigenbau, die Kotflügel wurden mit M5-Kiemen versehen, und den Heckdeckel ziert ein etwas deplatziert wirkender Flügel. Durch die fehlenden Zierleisten wirkt der mattgraue E21 auf den ersten Blick zudem irgendwie unfertig.
BMW E21 mit V10
Fachmännisch geht anders: Das E60-Cockpit wurde links und rechts einfach abgesägt.

Im Innenraum dann die nächste Überraschung: Hier ist keine Spur mehr vom 70er-Jahre-Schick des Basisfahrzeugs. Stattdessen wurde das gesamte Cockpit des E60 M5 mehr oder weniger fachmännisch in den alten 3er transplantiert. Während es auf den ersten Blick gut aussieht, fällt bei genauerem Hinschauen auf, dass das Armaturenbrett rechts und links einfach abgeschnitten wurde. Die Bedieneinheit für das Licht wurde noch beibehalten, doch die Lüftungsgitter sind dem Umbau zum Opfer gefallen.

49.000 Euro für den Frankenstein-BMW

Um ehrlich zu sein, sieht das Cockpit schon ziemlich nach Bastelbude aus. Eine teure Bastelbude, denn der wilde Umbau soll stolze 49.000 Euro kosten. Für diese Summe gibt es alternativ auch richtig gut erhaltene BMW M5 LCI der Baureihe E60. Runtergerockte M5 sind sogar schon ab gut 20.000 Euro inseriert – und selbst die sind vermutlich empfehlenswerter als dieser umgebaute E21.