BMW i4 M50, Tesla Model 3 Performance: Test, Elektro, Motor, Preis, iDrive
Unentschieden im Duell! BMW i4 M50 gegen Tesla Model 3 Performance

Kann sich der neue BMW i4 M50 gegen den etablierten Tesla Model 3 Performance behaupten? AUTO BILD macht den Test mit über 1000 PS.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Kein Welpenschutz für den brandneuen BMW i4: Zum Einstand wartet gleich der Verkaufsschlager von Tesla, das Model 3. Der Ami bereichert schon seit drei Jahren unser Straßenbild, ist dank seines Erfolges bestens bekannt und wirkt schon fast vertraut. Dem BMW kommt ganz klar die Rolle des Herausforderers zu.
Wobei der Bayer kein echter Neuling, sondern nur die elektrifizierte Version des 4er Gran Coupé ist. So mutet der i4 auch etwas konventioneller an, vor allem nach dem Entern der Innenräume.
Die ganz neue iDrive-Generation mit großem, gekrümmtem Doppel-Display zieht zwar die Blicke auf sich, während der Rest der Inneneinrichtung wie gewohnt fein gemacht und besonders akkurat verarbeitet ist – wirklich von den Socken haut das aber niemanden.
Radikal reduziertes Cockpit im Tesla
Anders im Model 3, wo Tesla-Novizen staunen, wie radikal reduziert sich ein Cockpit einrichten lässt: ein großes Zentral-Display, zwei Scroll-Bälle im Lenkrad, die beiden Lenkstockhebel – das war es. Weitere Knöpfe und Schalter entziehen sich erst mal dem Blick der Insassen.

Nicht mehr ganz so einfach wie früher: Die Bedienung der Klimaanlage steckt jetzt im Menü – und da kann die Struktur verwirren.
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Das ultramoderne Ambiente verstärkt das Glasdach, das sich, unterbrochen von zwei Holmen, von der Motorhaube bis zum Heck zieht und ohne Markise auskommt. Kein Manko, auch bei starkem Sonneneinfall bleibt der Blick gen Himmel so angenehm wie durch eine gute Ray-Ban. Dazu sorgt die Kuppel für die bessere Rundumsicht und ein angenehmeres Raumgefühl.

Erstaunlich: Tesla-Neulinge wundern sich, wie sehr man ein Cockpit reduzieren kann. Bis auf die Tempoanzeige ist das gut gemacht.
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Im coupéartigen i4 fällt der Platz über den Köpfen auch leicht knapper aus. Aufgrund der Akkus im Wagenboden hocken die Passagiere aber in beiden Stromern mit angewinkelten Beinen auf der Rückbank. Und unter den Vordersitzen bleibt wenig Platz für die Füße – nicht sehr gemütlich. Gemessen mehr Platz bietet das Model 3 zumindest vorn.
Fahrzeugdaten
Modell | BMW i4 M50 | Tesla Model 3 Performance |
|---|---|---|
Motor Bauart vorn | Synchronelektromotor | Asynchronelektromotor |
Leistung vorn | 190 kW (258 PS) | 158 kW (215 PS) |
Motor Bauart hinten | Synchronelektromotor | Synchronelektromotor |
Leistung hinten | 230 kW (313 PS) | 219 kW (298 PS) |
Drehmoment vorn/hinten/gesamt | 365/430/795 Nm | 240/420/660 Nm |
Spitzenleistung gesamt | 400 kW (544 PS) | 377 kW (513 PS) |
Höchstgeschwindigkeit | 225 km/h | 261 km/h |
Getriebe | 1-Gang-Getriebe | 1-Gang-Getriebe |
Antrieb | Allradantrieb | Allradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 255/35–285/30 R 20 Y | 235/35 R 20 Y |
Reifentyp | Pirelli P Zero Elect | Pirelli P Zero Elect TO |
Radgröße | 8,5–10 x 20" | 9 x 20" |
Reichweite (WLTP kombiniert)* | 430 km | 547 km |
Verbrauch (WLTP kombiniert)* | 21,9 kWh/100 km | 16,5 kWh/100 km |
Batterieart | Lithium-Ionen | Lithium-Ionen |
Batteriekapazität brutto/netto | 83,9/80,7 kWh | 82/ca. 80 kWh |
Ladeleistung AC/DC | bis zu 11/205 kW | bis zu 11/250 kW |
Ladeanschluss | hinten rechts (CCS), mechanisch | hinten links (CCS), elektrisch |
Vorbeifahrgeräusch | 66 dB(A) | 71 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1600/750 kg | –/–** |
Stützlast | 75 kg | – |
Kofferraumvolumen | 470–1290 l | 561 l (+88 l vorn) |
Länge/Breite/Höhe | 4783/1852–2073***/1448 mm | 4694/1849–2088***/1443 mm |
Radstand | 2856 mm | 2875 mm |
Grundpreis | 70.800 Euro | 59.560 Euro**** |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 77.470 Euro | 59.560 Euro**** |
Wie die Fahrgestellnummer verrät, wurde unser Tesla in China gefertigt. Keine Angst davor, die Damen und Herren in der Gigafactory Shanghai beherrschen ihr Handwerk, Patzer bei der Verarbeitung entdecken wir nicht. Aufgrund einfacherer Oberflächen, gröberer Spaltmaße und mehr unlackierter Flächen in Ecken und Spalten reicht die Qualität aber nicht an die des i4 heran.

Er kann, wenn er soll: Der BMW i4 nimmt bei Bedarf bis zu 1,6 Tonnen an den Haken – das kann der Tesla nicht.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Mehr Variabilität gibt es bei BMW
Die bessere Variabilität (große Heckklappe, dreifach teilbare Rückbank), die höhere Zuladung (460 zu nur 377 kg) und die Möglichkeit, 1,6 Tonnen an den Haken zu nehmen, sprechen außerdem für den i4. Apropos sprechen: "Hallo, BMW?" Wie gewohnt antwortet die nette digitale Dame. Ein paar Änderungen hält die achte iDrive-Generation aber parat. So hat sich die Klimabedieneinheit in Bits und Bytes aufgelöst. Touch-, Sprach- oder Controller-Eingaben befehligen nun Lüftung und Co.
Das iDrive ist komplizierter geworden
Dazu verwirrt die Menüansicht mit neuer Kachelstruktur. So unkompliziert und intuitiv wie einst ist die Sache daher nicht mehr. Kann aber alles fix erlernt werden. Außerdem hält die Favoriten-Ansicht das digitale Wirrwarr im Zaum, die Sprachbedienung ist gewohnt gut. Doch das gilt inzwischen auch für das Model 3.
Eingesprochene Anweisungen textet der Rechner zur Bestätigung fast in Echtzeit auf das Display, sodass der Anwender erkennt, dass die Kommunikation klappt. Zur Zielsetzung reicht der Befehl: "Fahr mich nach Musterhausen!" Und nach drei Sekunden ist die Navigation aktiv, keine Bestätigung notwendig – toll!
Messwerte
Modell | BMW i4 M50 | Tesla Model 3 Performance |
|---|---|---|
Beschleunigung | ||
0–50/60/80 km/h | 1,8/2,1/2,9 s | 1,7/2,0/2,7 s |
0–100/120 km/h | 3,9/5,1 s | 3,6/4,8 s |
0–130/160 km/h | 5,8/8,4 s | 5,5/8,4 s |
0–180/200 km/h | 10,7/13,4 s | 11,0/14,5 s |
Viertelmeile (402,34 m) | 12,03 s | 11,93 s |
Zwischenspurt | ||
60–100 km/h | 1,8 s | 1,6 s |
80–120 km/h | 2,2 s | 2,1 s |
Leergewicht/Zuladung | 2275/460 kg | 1855/377 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 49/51 % | 51/49 % |
Wendekreis links/rechts | 12,5/12,5 m | 12,0/12,0 m |
Sitzhöhe | 555 mm | 560 mm |
Bremsweg | ||
aus 100 km/h kalt | 35,8 m | 36,1 m |
aus 100 km/h warm/aus 200 km/h | 33,6 m/134,9 m | 34,9 m/139,1 m |
Innengeräusch | ||
bei 50 km/h | 54 dB(A) | 57 dB(A) |
bei 100 km/h | 62 dB(A) | 65 dB(A) |
bei 130/160 km/h | 65/69 dB(A) | 69/73 dB(A) |
Verbrauch | ||
Sparverbrauch | 23,8 kWh/100 km | 18,2 kWh/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 33,9 kWh/100 km (+55 %) | 25,8 kWh/100 km (+56 %) |
Sportverbrauch | 37,9 kWh/100 km | 31,5 kWh/100 km |
CO2 (lokal) | 0 g/km | 0 g/km |
Reichweite | 250 km | 310 km |
Selbst für die Spiegel- und Lenkradeinstellung oder das Öffnen des Handschuhfachs gibt es im Tesla keine Knöpfe, auch diese Dinge funktionieren per Sprache und in Verbindung mit den Scroll-Buttons im Lenkrad. Befehle wie "Ich habe Hunger" versteht das Zentralhirn jedoch nicht, der BMW schon.
Noch mehr vermissen wir im Tesla aber Apple CarPlay oder Android Auto. Und einen Tacho hinterm Lenkrad. Speziell nachts kann der Blick auf das dunkle Nichts irritieren. Einziger Tempoanzeiger: ein kleines Feld oben links im Display. Keine gute Lösung. Finden übrigens nicht nur wir, weshalb mehrere Tech-Firmen Nachrüst-Displays anbieten. Wie die beiden Stromer fahren, sehen Sie in der Bildergalerie.
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