BMW M Power Tour 2009
Muskelspiele am Ring

Sommer, Sonne, Motorsport: autobild.de-Redakteur Lars Busemann zu Gast bei der BMW M Power Tour auf dem Nürburgring. Immer an seiner Seite: ein BMW M3, der ihn durch Himmel und Hölle begleitete.
Es ist Samstag, früh am Morgen und still an der Nordschleife. Noch. Denn am Streckenabschnitt "Döttinger Höhe" steht die komplette BMW-M-Armada. Wie an einer Perlenkette aufgereiht, warten M3, M5 und M6 auf ihren Einsatz. Neben den Kraftwagen trippeln Menschen über den Asphalt. Ungeduldig und aufgeregt, wie Kinder kurz vor der Bescherung am Heiligabend. Das Adrenalin der Piloten ist förmlich greifbar. Denn in wenigen Minuten dürfen sie ihr sportliches Talent zeigen – auf der berühmtesten Rennstrecke der Welt, der Nürburgring-Nordschleife. Rund vier Stunden Zeit haben die Fahrer, alle M-Modelle ausgiebig zu testen. Immer mit dabei: BMW-Fahrinstruktoren, die zeigen, wie man die Boliden schnell und vor allem sicher durch "Caracciola-Karussel" und "Adenauer Forst" steuert.
Hinter den Instruktoren auf der Suche nach der Ideallinie

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Das DSG schaltet schneller, als der Fahrer denken kann
Es geht los. Die ersten Meter auf der Nordschleife im viertürigen BMW M3. Der Tross aus zehn BMW bleibt brav auf der Spur, die Fritz Lanio im weißen M3 Coupé vorgibt. Regel: nicht überholen, die Strecke selbst einsehen, nicht am Vordermann kleben und ans Auto gewöhnen. Kein Problem! Der M3 ist überaus kommunikativ. Der V8 brüllt bis 8400 Touren und presst die Insassen beim Beschleunigen auf der Döttinger Höhe in die Sitze. Hohenrain-Schikane – bremsen, schalten, lenken. Praktisch gleichzeitig. Zum Glück schaltet das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe schneller, als der Fahrer denken kann. Die Bremsen würden gefühlt auch einen Jumbo-Jet zum Stehen bringen, die Lenkung vermittelt das Gefühl, als griffen die Hände des Fahrers direkt in den Asphalt. Schon nach der ersten Runde fühlt sich der M3 ähnlich vertraut an wie ein Körperteil. Nicht minder beeindruckend: Wie die Instruktoren vorweg ganz lässig um den Kurs wedeln, nebenbei allen per Funk die Strecke erklären und trotzdem uneinholbar schnell sind.
Wechsel vom M3 in den M5
Nach einigen berauschenden Runden im M3 der erste Fahrzeugwechsel. Umsteigen in einen M5. 507 PS, V10, sequenzielles 7-Gang-Getriebe. Per Power-Taste werden die 400 Standard-PS um 107 Extra-Pferdchen ergänzt. In der elektronischen Dämpfer-Kontrolle programmieren wir den harten Sportmodus. Dem sequenziell-manuellen Getriebe, kurz SMG, zwingen wir die brutalstmögliche Schaltzeit auf. Gangwechsel über Wippen am Lenkrad. Los geht's! Unter der Motorhaube brüllt der Zehnzylinder. Beim Hochschalten haut das Getriebe erbarmungslos die Gänge rein – ein Schlag, der voll im Kreuz landet. Lohn der Leiden: Schalten, ohne vom Gas zu gehen – rauf und runter. Das macht Gangwechsel selbst in schnellen Kurven möglich. Eine sehr sportliche Limousine, da bleibt kein Zweifel. Aber: Der M3 ist ein ganze Portion leichtfüßiger, sein DKG schaltet gänzlich ohne Zugkraftunterbrechung und noch schneller. Auf dem Ring macht er einfach noch mehr Spaß als der M5.
Eher Gran Turismo als Rennmaschine: BMW M6 Cabriolet

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Achterbahnfahrt: Im M5-Renntaxi über die Nordschleife

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Fazit
Das "M" steht für Motorsport – das ist kein Marketing-Gag. Vor allem der BMW M3 ist eine Fahrmaschine reinsten Wassers, mit sehr präzisem Handling, perfekt abgestimmtem Fahrwerk und einem gierig antretenden Hochdrehzahl-V8. Trotzdem ist er keine unbeherrschbare wilde Bestie, sondern auch ein angenehmer Reisepartner, der die lässige Seite so gut beherrscht wie die sportliche. Doch Vorsicht: Eine Runde mit dem M3 auf der Nordschleife kann abhängig machen.
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