BMW und VW: verbannte Autoteile aus China
Wirbel für deutsche Hersteller in den USA

Als Schlüsselmärkte sind China und USA für VW und BMW essenziell. Geopolitische Turbulenzen zwingen deutsche Autobauer aber auch zum Balanceakt.
Bild: Emanuele Cremaschi/Getty Images, SOPA Images/Getty Images
- Przemyslaw Szymanski
BMW und Volkswagen haben politischen Ärger in den USA: Grund sind Bauteile, die von einem chinesischen Sublieferanten hergestellt werden. Der Vorsitzende des Finanzausschusses im Washingtoner Senat wirft den beiden deutschen Autoherstellern sowie Jaguar Land Rover vor, elektronische Bauteile eines chinesischen Unternehmens verwendet zu haben, dessen Produkte wegen Zwangsarbeitsverdachts nicht in die Vereinigten Staaten eingeführt werden dürfen.
Herstellung durch uigurische Zwangsarbeiter
Konkret geht es bei dem Fall um elektronische Bauteile des chinesischen Unternehmens Sichuan Jingweida Technology, die im Rahmen einer längeren Lieferkette an die Autohersteller gingen. Die Firma fällt in den USA unter ein Gesetz, das seit 2021 die Einfuhr von Produkten verbietet, die unter Einsatz uigurischer Zwangsarbeiter hergestellt wurden. Menschenrechtsorganisationen werfen der Pekinger Führung vor, Angehörige des im Westen der heutigen Volksrepublik beheimateten Volks massenhaft zu internieren.
VW geht auf US-Behörden zu
Während VW demnach auf die US-Behörden zuging, soll BMW die beanstandeten Bauteile auch nach der Information durch Lear weiter verwendet haben, sodass anschließend noch 8000 Fahrzeuge der BMW-Marke Mini mit den beanstandeten Jingweida-Komponenten in die USA eingeführt wurden.
USA hielten Einfuhr Tausender Fahrzeuge auf
"In Bezug auf das Lieferkettenthema haben wir so schnell und verantwortlich wie möglich gehandelt, um das Bauteil zu ersetzen und das Gesetz zur Prävention uigurischer Zwangsarbeit einzuhalten", teilte ein Sprecher für VW in den USA mit. Im Februar 2024 hatte VW nach Unternehmensangaben deswegen die Einfuhr mehrerer Tausend Fahrzeuge in die USA aufgehalten, bis die Teile ausgetauscht waren.
BMW hält sich bedeckt
BMW ließ unbeantwortet, ob die chinesischen Bauteile tatsächlich noch nach der Warnung durch Lear in 8000 Minis verbaut und in die USA geliefert wurden. "Die BMW Group hat Maßnahmen ergriffen, um den Import der betroffenen Teile und Fahrzeuge in die USA zu stoppen", sagte ein Sprecher. "Darüber hinaus wird eine Serviceaktion mit Kunden- und Händlerbenachrichtigung für betroffene Fahrzeuge in den USA durchgeführt werden."
Hohe Sozialstandards und strikte Richtlinien in Bezug auf Beschäftigungspraktiken, Menschenrechte und Arbeitsbedingungen seien integraler Bestandteil der BMW-Group-Einkaufsbedingungen. Diese gälten weltweit für alle unmittelbaren Lieferanten des Unternehmens und beinhalteten auch ein Verbot von Zwangsarbeit. (Mit Material der dpa)
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