BMW zieht Dienstwagen-Angebot für AfD-Politiker zurück
AfD buhlt nach BMW-Absage um Tesla-Hilfe von Musk

BMW zieht sein Leasing-Angebot für den neuen AfD-Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt zurück. Der Münchner Autobauer bekennt sich seit Jahren zu Demokratie und Weltoffenheit.
Bild: BMW
Aus Freude am Fahren wird offenbar nicht automatisch Freude an jedem Fahrer! BMW hat sein Leasing-Angebot für den Dienstwagen des neuen Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt zurückgezogen. Der heißt Tobias Rausch (35), gehört der AfD an und könnte schon bald ohne eigenen Dienstwagen dastehen.
Wie die "Zeit" unter Berufung auf die Landtagsverwaltung berichtet, nahm die Münchner BMW-Zentrale das bereits abgegebene Angebot am 6. Oktober 2026 zurück. Ausgerechnet an jenem Tag, an dem Rausch als erster AfD-Politiker zum Präsidenten eines deutschen Landesparlaments gewählt wurde.
Ob der Rückzug unmittelbar mit seiner Parteizugehörigkeit zusammenhängt, lässt BMW offen. Ein Konzernsprecher erklärte lediglich: "Die BMW Group äußert sich grundsätzlich nicht zu Kundenbeziehungen."
BMW bekennt sich seit Jahren zu Demokratie und Weltoffenheit
Dass BMW gesellschaftspolitisch klare Positionen vertritt, ist dagegen kein Geheimnis. Schon im März 2024 veröffentlichten der damalige Konzernchef Oliver Zipse und Gesamtbetriebsratschef Martin Kimmich eine gemeinsame Erklärung für Vielfalt, Weltoffenheit und Toleranz.
"Wir arbeiten über alle Kulturen hinweg eng zusammen – ohne Vorurteile", erklärte Zipse. Kimmich bezeichnete diese Werte ausdrücklich als Eckpfeiler der deutschen Gesellschaft und Demokratie.
Auch auf der BMW-Hauptversammlung 2024 wurde Zipse deutlich. Demokratie bedeute, sich zu beteiligen und die Stimme zu erheben, um für sie einzustehen. BMW unterstütze deshalb die Initiative "Wir stehen für Werte".

Der BMW 7er zählt seit Jahren zu den beliebtesten Dienstwagen für Spitzenpolitiker und Würdenträger.
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An dieser Haltung hat sich unter dem neuen BMW-Chef Milan Nedeljković nichts geändert. Erst vor wenigen Tagen warnte der Manager in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vor Rechtspopulismus und Nationalismus. Beides sei "Gift für einen weltoffenen Wirtschaftsstandort, der vom Welthandel lebt".
AfD-Politikerin von Storch bittet Elon Musk um Tesla
Die AfD muss sich jetzt um Ersatz bemühen. Die stellvertretende AfD-Bundestagsfraktionschefin Beatrix von Storch wandte sich auf der Plattform X deshalb an Tesla-Chef Elon Musk. Sie verwies auf den Rückzug von BMW und fragte, ob Tesla bereit wäre, dem neuen Landtagspräsidenten einen Dienstwagen zur Verfügung zu stellen.
Dass von Storch ausgerechnet Musk anspricht, dürfte kaum überraschen. Der rechtsnationalistisch auftretende US-Milliardär hat seine Sympathien für die AfD längst öffentlich gemacht. Im Bundestagswahlkampf 2025 sprach Musk auf X ausführlich mit AfD-Chefin Alice Weidel. Wenig später ließ er sich per Video zu einer AfD-Wahlkampfveranstaltung in Halle zuschalten.
Musk war damit nicht nur Beobachter der deutschen Politik. Der Tesla-Chef griff aktiv in den Wahlkampf ein und warb öffentlich für eine Partei, die vom Verfassungsschutz in Teilen als rechtsextremistisch eingestuft wird.
Der Gegensatz könnte kaum größer sein: Während BMW Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit zu seinen Unternehmenswerten zählt, engagiert sich Tesla-Chef Elon Musk für rechtslibertäre und nationalkonservative Positionen. Er unterstützte Donald Trump mit Millionen im Wahlkampf und warb in Deutschland persönlich für die AfD.
Ob Musk auf von Storchs Anfrage reagiert oder Tesla tatsächlich ein Fahrzeug anbietet, ist bislang offen.
AfD-Landtagspräsident fährt vorerst weiter BMW 7er
Noch profitiert Rausch von der automobilen Hinterlassenschaft seines CDU-Vorgängers: Der AfD-Politiker wird vorerst weiter im BMW 7er chauffiert.
Die Luxuslimousine war rund neun Monate im Einsatz und hat bereits mehr als 50.000 Kilometer zurückgelegt. Im November läuft der Leasingvertrag aus. Bis dahin muss die Landtagsverwaltung Ersatz organisieren, denn dem Parlamentspräsidenten steht unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit ein Dienstwagen samt Fahrer zu.
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