Die große Crossover-Welle hat nun auch das Reisemobil erreicht. Der Bürstner Brevio ist ein Teilintegrierter, der ein Kastenwagen sein will – oder umgekehrt. Gleich sechs Modelle mit der Riesen-Heckklappe schickt Bürstner 2016 ins Rennen, wir fuhren den T 641. Wer viel Platz zum Transport von Sperrigem braucht, sollte sich den anschauen. Denn er bietet hinter seiner großen Klappe ein üppiges Platzangebot. Und gemütlich wohnen lässt sich darin auch. Das ist er: Einer, der die Vorzüge eines Kastenwagens mit denen eines Teilintegrierten verbindet. Mit seiner Länge von 6,53 Meter und einer Breite von nur 2,10 Meter läuft er auf Fiat Ducato mit Fiat-Tiefrahmenchassis und 16-Zoll-Bereifung. Als Sicherheitsfeatures hat der Brevio ESP, ABS/ASR, Fahrerairbag und Tagfahrlicht serienmäßig an Bord. Die Rückfahrkamera mit Radio und Navi kostet 1290 Euro extra, das Chassis-Paket, zu dem auch der Beifahrerairbag gehört, 2110 Euro.
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Küche und Bad fallen kompakt aus

Bürstner Brevio T 641
Nette Dinette: Schön hell und mit Platz, dazu ein verlängerbarer Tisch – da strahlt der Tester.
Bild: Horst Piezug
Das hat er: Im Gegensatz zu Kastenwagen eine von Bürstner gebaute Kabine. Holzfrei mit Wänden aus Alu, Boden und Dach in GFK, isoliert mit XPS-Schaum. Garantie gibt es für fünf Jahre auf die Dichtheit. Frisch- und Abwassertank sind isoliert und gegen Kälte geschützt, optional lassen sie sich auch beheizen. Die Truma Heizung Combi 4 sowie eine Druckwasserpumpe komplettieren die technische Ausstattung. Kompakt fallen Küche und Bad aus. So muss sich der Urlaubskoch mit nur zwei Gasflammen begnügen und viel Stauraum bietet sich ihm auch nicht. Zum Glück gibt es seitlich noch ein Klappbrett, damit ein wenig Arbeitsfläche vorhanden ist.Das runde Klappwaschbecken im kleinen Bad wird bei der Toilettenbenutzung seitlich an die Wand gedreht. Der Kunststoffvorhang der Dusche ist leider eine Billiglösung. Komfortabel und edel zeigt sich die Sitzgruppe im Bug: Alle Plätze, sogar der ausziehbare Notsitz, sind im Testmobil mit Leder bezogen (Aufpreis 1850 Euro). Der Tisch besitzt eine ausschwenkbare Verlängerung, so dass er tatsächlich Platz für fünf Personen schafft. Und damit der Informationsfluss auch im Urlaub nicht stoppt, hängt über der Sitzbank der schwenkbare Fernseher, inklusive Oyster-Sat-Anlage für 3043 Euro.
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Nichts muss zu Hause bleiben, alles passt rein

Bürstner Brevio T 641
Das Bett ist eine Wucht: große Fläche, feste Matratze, toller Rundumblick.
Bild: Horst Piezug
Das Bett im Brevio ist auf den ersten Blick gar nicht zu sehen: Denn es hängt im großen Heckabteil unter der Decke und wird bei Bedarf von Hand nach unten gezogen. Geschickt: Die stabile Aufstiegshilfe lässt sich aus dem Fach unter dem Kleiderschrank herausziehen, wobei unter der niedrigsten Stufe noch ein Staufach liegt. Geschlafen wird auf komfortablen Kaltschaummatratzen und einer großzügig bemessenen Liegefläche. Schränke hängen im Heck mal nicht unter der Decke, sondern stehen links und rechts auf dem Boden. Und dazwischen liegt ein riesiger Stauraum für die Fahrräder, den Motorroller oder auch die Umzugskartons – hier muss nichts zu Hause bleiben. Und alles passt durch die große Heckklappe.
So fährt er sich: Mit den 148 PS des Testwagens spritzig – allerdings beträgt der Mehrpreis zur 115-PS-Basisversion auch 3188 Euro. Um 140 km/h meldete sich allerdings das Gebälk im vorderen oberen Bereich mit Knarzen. Crossover hin oder her: Cruisen macht mehr Spaß. Der Brevio T641 ist ein komfortabler Typ, der den Sport lieber seinen Bewohnern überlässt.

Fazit

von AUTO BILD
Fürs Paar mit großem Sportgerät ist das Konzept genial: Eine üppige Liegefläche, die unters Dach entschwindet und Laderaum bringt. Der Möbelbau indes könnte solider ausfallen. Und: Der Brevio ist teurer als Kastenwagen.