Auf die Frage "Wie verkürze ich für mein Elektroauto die Wartezeit an der Ladesäule?" heißt die Antwort der Autoindustrie meist: mehr Ladeleistung! Das funktioniert über eine Steigerung der Stromspannung im Bordstromnetz – je mehr Spannung, desto schneller fließt auch der Strom zum Akku. Also steigerten die Hersteller bei neuen E-Autos in den vergangenen Jahren die Hochspannung des Bordnetzes von 400 auf 800 Volt.
Und bei 800 Volt ist noch lange nicht Schluss: Als einer der ersten Autohersteller bringt nun der chinesische Konzern BYD eine Elektroauto-Plattform heraus, die auf eine Bord-Hochspannung von 1000 Volt ausgelegt ist. Eine solche Bordspannung arbeitet mit gewaltigen Stromstärken und kann einen dazu passenden Akku in extrem hohem Tempo entladen und laden.

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Laut BYD sollen in fünf Minuten 400 Kilometer Reichweite nachgeladen werden – das wäre so schnell wie das Tanken von Sprit beim Verbrenner! Bisher brauchen E-Autos für diese Reichweite mindestens eine halbe Stunde. Einige wenige Modelle wie der Porsche Taycan und der Hyundai Ioniq 6 mit 800-Volt-Plattform schaffen 400 Kilometer Reichweite in rund zwanzig Minuten. Außerdem erwähnt der chinesische Elektroauto-Hersteller, inzwischen der größte auf der Welt, eine C-Rate von 5C.

Zwei Oberklasse-Modelle erhalten die Plattform zuerst

Die C-Rate drückt die Geschwindigkeit des Ladens und Entladens im Verhältnis zur Akkugröße: 1C bedeutet, dass ein Akku in minimal einer Stunde von null auf hundert Prozent gefüllt werden kann. 5C heißt folglich, dass der BYD-Akku mit 1000 Volt in zwölf Minuten – einem Fünftel der Zeit – komplett entladen oder eben komplett aufgeladen werden kann. Die neue Plattform soll laut chinesischen Medien bereits im März 2025 zur Verfügung stehen. BYD will die neue Technologie jeweils bei den Neuauflagen der Oberklasse-Limo Han L und dem SUV Tang L einführen, die in Kürze in China auf den Markt kommen.
Combo-Stecker CCS
Auf die Frage "Wie verkürze ich die Wartezeit an der Ladesäule?" heißt die Antwort der Autoindustrie: Ladeleistung! Ein Grund, warum BYD das Bordstromnetz bei zwei Modellen auf 1000 Volt hochsetzt.
Bild: Werk
Je höher also die Bord- und damit auch die Akkuspannung, desto schneller ist der Energiespeicher wieder voll. Bei BYD soll die Spitzenleistung eine neue Batterie und eine Ladeleistung von bis zu 1360 kW möglich machen. Doch der Haken: Die Mega-Geschwindigkeit gibt's nur an speziellen BYD-Säulen. Heißt: Wer die Fünfminuten-Ladung will, der braucht die passende Infrastruktur.
Hintergrund: Rein rechnerisch beträgt die mögliche Ladeleistung die Hälfte der Bordspannung. Vorausgesetzt, die Ladesäule kann diese Ladeleistung bieten. Aktuell bietet selbst das superschnelle Langstrecken-Ladenetzwerk Ionity nur bis zu 350 kW Ladeleistung – damit ließe sich das Potenzial des 1000-Volt-BYD gar nicht ausschöpfen. Dazu passt, dass BYD gemeinsam mit Shell ein Hochvolt-Ladenetz in China aufbaut.

Hochvoltsystem verkürzt Wartezeiten an der Ladesäule

Gerade bei Langstreckenfahrten im Elektroauto ist ein Hochvolt-Bordnetz ein starkes Kaufargument, um die Wartezeit an der Ladesäule zu verkürzen. Je schneller, desto besser. Mit 1000 Volt wird die Messlatte folglich noch ein wenig höher gelegt – auf das Niveau von Güterlokomotiven oder großen Industriemaschinen, die diese Hochspannung benötigen, um große Lasten zu bewegen.
Für kleine Elektroautos, die vor allem auf Pendler-Distanzen bewegt werden, sollte derartige Hochtechnologie nicht notwendig sein, da sie durch entsprechend aufwendige Absicherung und Isolierung hohe Kosten verursacht. Allerdings haben die erzielten hohen C-Werte einen weiteren Effekt: je höher, desto weniger Erwärmung beim schnellen Laden und Entladen. Das erhöht die Lebenserwartung des Energiespeichers.

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    Bisher liegt der Standard in der Autoindustrie bei 800 Volt. Doch längst nicht alle modernen Elektroautos arbeiten mit dieser Spannung im Bordnetz. Einer der ersten mit 800-Volt-Bordnetz war der Porsche Taycan, ebenso sein Audi-Schwestermodell e-tron GT.
    Die meisten BYD-Modelle haben das superschnelle 800-Volt-Netz, ebenso mehrere Autos von Hyundai, Kia und Genesis. BMW rüstet die "Neue Klasse" (kommt Ende 2025) ebenfalls mit 800-Volt-Bordnetz aus. Viele andere E-Autos wie zum Beispiel VW ID.3 dagegen haben bisher lediglich 400 Volt Bordspannung.
    BYD geht mit 1000 Volt nun also deutlich weiter. Doch ist das die Zukunft oder nur eine PR-Show? Erst kürzlich sorgte BYD für Aufsehen mit dem Versprechen, autonomes Fahren kostenlos in alle Modelle zu bringen. Doch eine Umsetzung steht noch aus. Jetzt also das nächste große Versprechen. Wird BYD liefern? Ohne passende Infrastruktur wird es noch länger dauern.