Während andere chinesische Hersteller ihre Autos mit Buchstaben und Zahlen versehen, hat sich BYD (Build Your Dreams) dafür entschieden, seinen Elektrofahrzeugen richtige Namen zu geben. Sie heißen Tang, Hang, Atto 3 oder Dolphin.
Wobei der Dolphin das erste Modell ist, das dem "Ocean Asthetics"-Designkonzept der Marke folgt. Heißt für dieses Auto, so der Pressetext, dass das Design von einem Delfin inspiriert ist. Dort heißt es dann weiter: "einem intelligenten, verspielten und freundlichen Meeressäuger".

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Folgen wir den Attributen in den Innenraum, dann wäre da ein mächtiger Zentralmonitor mit einer Bilddiagonalen von 32,5 Zentimetern, der sich per Touch vertikal oder horizontal stellen lässt.
BYD Dolphin
Das Zentraldisplay kann mit einem Touch von der Horizontalen in die Vertikale gebracht werden.
Bild: BYD
Die tonale Bespielung des Fahrgeräusches generiert sich auf Wunsch von pfeifender Turbine bis hin zu klingelnden Glöckchen, die Kreuzungen ankündigen oder vor der Überschreitung der Geschwindigkeit warnen. Der Singsang eines Delfins ist nicht dabei.

Sicherheitsassistenten greifen selbstbewusst ein

Dafür ist das Sicherheitsverständnis des chinesischen Flippers sehr ausgeprägt. Per Ansage warnt er vor zu hohem Tempo oder greift mit arg fester Hand ins Lenkrad, wenn der Mittelstreifen nur um Millimeter überfahren wird.
Natürlich sind auch ein autonomer Notbremsassistent und ein Auffahrwarner an Bord, außerdem ein Abstandsregeltempomat und eine intelligente Geschwindigkeitsregelung, die sich an den entsprechenden Verkehrszeichen orientiert.
BYD Dolphin
Ob das Heck des BYD Dolphin dem namensgebenden Meeressäuger ähnelt, möge jeder für sich entscheiden.
Bild: BYD
Angst, dass man mit dem Delfin zu schnell nach vorne schießt, muss man unterdessen nicht haben. Zwar gibt das Datenblatt 204 PS und ein maximales Drehmoment von 310 Newtonmeter aus, zu spüren ist davon aber nichts. Wer – egal ob im Fahrmodus "Eco", "Normal" oder "Sport" – dem Tümmler die Sporen geben will, der wird von einer sehr betulichen und linearen Beschleunigung überrascht.
Das gut ablesbare Display vor dem Fahrer weist dann als maximale Leistung auch nur 98 kW (133 PS) aus. Der Hersteller selbst sagte nach den Tests, dass es sich hierbei um einen Softwarefehler gehandelt habe. Wir werden das bei AUTO BILD zu gegebener Zeit nachprüfen.

Zurückhaltend bei der Kraftentfaltung

Vielleicht ist das dann aber auch der Trick, warum der Dolphin mit seinem 60,4 kWh (brutto) leistenden Akku nach WLTP eine kombinierte Reichweite von 427 Kilometern erreichen soll. Während andere E-Autos mit spontaner Leistungsentfaltung beeindrucken und dabei ordentlich Energie verpulvern, hält der Delfin so haus mit seinen Kräften. 
Ist auch gut so, denn geladen wird an einer DC-Dose mit maximal 88 kW. Insofern dauert es dann auch 29 Minuten, um den sogenannten Blade-Akku – eine Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie ohne Kobalt - von– 30 auf 80 Prozent zu füllen. Die Wartezeit, bis der Akku wieder auf Stand ist, kann man in gut ausgeformten Sitzen mit veganen Bezügen verbringen. Vorn und hinten geht das Platzangebot in Ordnung.
BYD Dolphin
Das Konzept für den Innenraum ist schlüssig, und die verwendeten Materialien machen keinen billigen Eindruck.
Bild: BYD
Und auch während der Fahrt muss hier keiner leiden. Der Fahrer greift ein sattes Lenkrad, das gut in der Hand liegt und den Dolphin vertrauensvoll um die Kehren schickt. Angenehm auch, dass das Gewicht der Batterie nicht so sehr in den Federn hängt, wie das bei anderen E-Autos der Fall ist. Bodenwellen und Schlaglöcher nimmt das Fahrwerk gelassen, zu schnelle Kurven werden mit Untersteuern und quietschenden Reifen quittiert. 
BYD Dolphin
Die Sitze sind bequem, und in der zweiten Reihe gibt es für die Reisenden eine üppige Oberschenkelauflage.
Bild: BYD
Ein Sportwagen wird der Delfin nicht, will er aber auch nicht sein. Mit seinen 4,29 Metern tritt er ganz klar gegen Größen wie den VW ID.3 an. Und den übertrumpft er schon im Innenraum. Im Chinesen ist zwar auch Plastik verbaut, das wirkt aber an keiner Stelle billig.

In China kostet der BYD Dolphin umgerechnet 16.000 Euro

Das Designkonzept mag nicht jedem gefallen, aber es ist in sich schlüssig. Ebenso wie der Preis. In der Einstiegsvariante mit 44,9 kWh großem Akku, 95 PS und einer geschätzten Reichweite von 340 Kilometern werden 30.990 Euro aufgerufen. Der von AUTO BILD gefahrene Testwagen soll 35.990 Euro kosten.
BYD Dolphin
Die Lehnen der Rückbank sind asymmetrisch geteilt umlegbar.
Bild: BYD
Angesichts der Tatsache, dass es den Dolphin in China ab umgerechnet 16.000 Euro gibt, ist das natürlich ein enormer Sprung. Verglichen mit einem ID.3 (39.990 Euro) aber immer noch deutlich weniger.
Der BYD Dolphin ist ganz bestimmt noch nicht perfekt. Auf der ersten Fahrt schien der Antrieb etwas leistungsschwach, die Assistenzsysteme arg übergriffig und die Ladeleistung eher bescheiden. Dafür ist das Design in sich schlüssig und die Verarbeitung als auch die verwendeten Materialien deutlich besser als bei anderen Mitbewerbern. Hinzu kommt ein Einstiegspreis bei kleiner Batterie (44,9 kWh) von 30.990 Euro. Das müssen etablierte Hersteller erst einmal bieten.