Camping ist ein günstiges Urlaubsmodell? Das war einmal! Spätestens seit dem Corona-Boom sind die Preise für Campingplätze deutlich gestiegen. Und auch in der Hochsaison 2024 wird draufgeschlagen. Nach Angaben von PiNCAMP, dem ADAC-Campingportal, steigen die Preise für Plätze mit drei oder mehr Sternen nach ADAC-Klassifikation europaweit um durchschnittlich 14 Prozent.
Eine dreiköpfige Familie muss im Sommer 2024 im Durchschnitt 52 Euro für eine Campingplatz-Übernachtung bezahlen. Im Vorjahr waren es noch 45 Euro für eine Wohnmobil- oder Caravan-Parzelle auf einem Campingplatz. Besonders teuer wird es in diesem Sommer am Mittelmeer. So müssen Camper in Kroatien durchschnittlich 65 Euro pro Nacht für ihren Standplatz bezahlen. In Italien werden im Schnitt 63 Euro fällig.

Campingpreise 2024: Heimaturlaub kann sich lohnen

Kräftig draufgeschlagen haben auch Großbritannien und die Niederlande. So erhöhen die Campingplatzbetreiber auf der Insel ihre Preise um 25 Prozent. Bei den holländischen Nachbarn sind im Sommer 2024 sogar 27 Prozent mehr zu bezahlen als noch im vergangenen Jahr. Bezahlbar hingegen sind die Preise in Schweden. Dort zahlen Camper noch verhältnismäßig wenig für ihren Platz. So kostet die Nacht auf schwedischen Campingplätzen im Durchschnitt 39 Euro. Im benachbarten Dänemark kosten die Plätze mit 48 Euro pro Nacht schon deutlich mehr.
Wer Geld sparen will, sollte sich in diesem Jahr mit Thema Heimaturlaub beschäftigen. So ist Camping in Deutschland mit durchschnittlich 38 Euro pro Nacht im europäischen Vergleich sogar am günstigsten. Wer dann sogar Ausschau nach den günstigsten Regionen hierzulande hält, sollte Urlaub in Thüringen oder Sachsen-Anhalt planen. Dort steigen die Preise zwar auch (in Thüringen zum Beispiel um 17 Prozent), mit 33 Euro pro Nacht kommt man in der Hochsaison dort allerdings verhältnismäßig günstig weg.

Camping in Deutschland: Brandenburg am teuersten

Spitzenreiter bei den Campingplatzpreisen in Deutschland ist Brandenburg. Dort müssen durchschnittlich 42 Euro pro Camping-Übernachtung hingeblättert werden. Das entspricht einer Steigerung von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Camping in Deutschland boomt, die Nachfrage ist gewaltig. Mehr als 42 Millionen Übernachtungen, ein neuer Rekordwert, wurden 2023 auf deutschen Campingplätzen gemeldet. Die Preisanpassungen werden von den Campern akzeptiert. Deutschland bleibt eines der beliebtesten und günstigsten Campingländer in Europa", sagt PiNCAMP-Geschäftsführer Uwe Frers.
Das Campingportal PiNCAMP ermittelt den Betrag, den eine dreiköpfige Camperfamilie für eine Campingübernachtung in der Sommer-Hauptsaison 2024 aufbringen muss. Ausgegangen wird von zwei Erwachsenen, einem Kind bis 10 Jahre und einer Standplatzgebühr für ein Wohnmobil/Pkw oder einen Caravan samt Zugfahrzeug. Auf europäischer Ebene wurden die Preisangaben von mehr als 2000 Campingplätzen, die nach Angaben der ADAC-Klassifikation mit drei oder mehr Sternen bewertet wurden, in den Haupturlaubsländern Schweiz, Kroatien, Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, Dänemark, Deutschland, Niederlande und Schweden berücksichtigt.