CATL kündigt Akku für 3000 Ladezyklen an
Neue E-Auto-Batterie soll 1,8 Mio. km halten – trotz Schnellladens!

CATL, der größte Akkuhersteller der Welt, hat eine neue Technologie für einen ermüdungsarmen Akku mit deutlich mehr Ladezyklen als bisher entwickelt. Mit der Batterie sollen Elektroautos 1,8 Millionen Kilometer Laufleistung schaffen!
Bild: CATL
Schnellladen mit hoher Leistung lässt den Akku vom Elektroauto schneller altern. Dieses Naturgesetz will CATL ausgehebelt haben: Der größte Batteriehersteller der Welt hat auf seinem YouTube-Kanal eine Akkutechnologie vorgestellt, die trotz konsequenten Super-Schnellladens mit 5C eine enorme Lebensdauer haben soll.
"5C" steht für den fünften Teil einer Stunde – es sollen also nur 12 Minuten vergehen, bis der neue Super-Akku vollgeladen ist. Trotz dieser gewaltigen Ladegeschwindigkeit soll die Batterie neuester Technologie bei plus 20 Grad Außentemperatur 3000 Ladezyklen durchhalten. CATL geht in seiner Präsentation von einem sehr großen Energiespeicher aus, der 600 km Reichweite ermöglicht. Mit einem solchen Akku könnte ein Auto im Laufe seines Lebens rund 1,8 Millionen Kilometer zurücklegen.
Wie sehr das Schnellladen der Batterie schadet
Bisher war es herrschende Meinung in der Wissenschaft, dass das Schnellladen die zyklische Alterung eines Lithium-Ionen-Akkus um bis zu 17 Prozent beschleunigt. Warum? Schnellladen mit hoher Leistung stellt generell eine Belastung dar. Sie kann etwa Schäden an der Elektrode und an der Trennschicht zum Elektrolyt sowie Verlust von aktiven Lithium-Ionen verursachen.
CATL präsentiert nun ein Bündel von Maßnahmen, um diesen Verschleiß zu verhindern. Dazu gehört ein verbessertes Batteriemanagementsystem. Es überwacht jede einzelne Zelle und kann sie bei übermäßiger Erhitzung gezielt mit Kühlmittel versorgen. Auf diese Weise lassen sich Zellen herunterkühlen – und ihr Leben verlängern.
Reparaturschicht füllt Risse an Elektroden
Entscheidend sind jedoch batteriechemische Gegenmaßnahmen. Die Lithium-Elektrode wird mit einer neuartigen Schutzschicht überzogen, um vorzeitigem Verfall vorzubeugen. Außerdem wird dem flüssigen Elektrolyt ein Additiv beigefügt. Es soll mikroskopisch kleine Risse in der Elektrode füllen und damit die Abwanderung aktiver Lithium-Ionen durch diese Risse verhindern.
Zuletzt wird der Separator, der die beiden Elektroden trennt, mit einer Substanz überzogen, die den Ionen-Austausch bei höheren Temperaturen verzögert. Das soll die Empfindlichkeit des Akkus bei Hitze verringern. Laut CATL garantiert dieser Trick auch in der Wüste Dubais hohe Haltbarkeit.
Haltbar auch bei Wüstentemperatur
Demnach hätte der beschriebene Akku bei dauerhaft 60 Grad Umgebungstemperatur nach 1400 Zyklen noch 80 Prozent der Ursprungskapazität. In diesem Moment wären – bei angenommenen 600 km Reichweite – 840.000 km Gesamtlaufleistung erreicht.
Die meisten Autohersteller garantieren Kunden aktuell eine Restkapazität des E-Auto-Akkus von 70 Prozent nach 160.000 km bzw. acht Jahren. Daran ist abzulesen, welchen Quantensprung die neue Akkutechnologie von CATL bedeuten kann.
Wichtige Angaben fehlen im CATL-Video
Allerdings ist Geduld angeraten. Denn das Video des größten Batterieproduzenten der Welt ist ein Werbebeitrag, der einige Daten ausspart. Wann die genannten Eigenschaften erreicht sein werden und wann solche Akkus auf den Markt kommen, erfahren wir nicht. Auch fehlen Angaben zur Batteriechemie und zu weiteren Kenngrößen.
So behält CATL die Größe bzw. Kapazität des Akkus für sich. Ungenannt bleibt auch die Ladeleistung, mit der die Ladezeit von zwölf Minuten erreicht wird. Mitte 2023 kündigte der Hersteller einen Akku mit dem Namen Shenxing an, der in 15 Minuten wieder die volle Kapazität erreichen soll – das entspricht einem C-Wert von 4C. Ob die jetzt beschriebene Technologie auf den Shenxing-Akku aufbaut, sagt der Hersteller nicht.
So behält CATL die Größe bzw. Kapazität des Akkus für sich. Ungenannt bleibt auch die Ladeleistung, mit der die Ladezeit von zwölf Minuten erreicht wird. Mitte 2023 kündigte der Hersteller einen Akku mit dem Namen Shenxing an, der in 15 Minuten wieder die volle Kapazität erreichen soll – das entspricht einem C-Wert von 4C. Ob die jetzt beschriebene Technologie auf den Shenxing-Akku aufbaut, sagt der Hersteller nicht.
CATL hatte zuletzt angekündigt, dass 2024 die Serienfertigung dieser Energiespeicher beginnen werde und erste Modelle damit ausgestattet würden. Allerdings hat bisher kein Hersteller offiziell bestätigt, dass ein Serienmodell mit dem neuen Akkutyp bestellt werden kann. Zu den ersten Marken, die von CATL den Shenxing-Akku beziehen wollen, gehört AVATR.
Fazit
Vielversprechend, was CATL da – leicht verdaulich im Werbevideo – ankündigt. Wenn die Innovationen wirklich funktionieren, kommen wir der Vision "laden so schnell wie tanken" einen großen Schritt näher. Allerdings bleibt uns der größte Akkuhersteller der Welt ein paar harte Fakten schuldig, sodass wir vorläufig nur verhalten optimistisch sein können.
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