Chery Stockman (2027): Diesel-Plug-in-Hybrid mit 469 PS
Chery setzt auf einen fast ausgestorbenen Antrieb

Chery ergänzt sein Modellportfolio um einen kantigen Pick-up – und setzt beim Antrieb auf einen 469 PS starken Diesel-Plug-in-Hybrid. Doch es gibt einen Haken!
Bild: Chery
Der chinesische Hersteller Chery steigt ins boomende Pick-up-Segment ein und setzt dabei auf eine Technik, die heute fast schon als exotisch gilt: Angetrieben wird der Stockman von einem Diesel-Plug-in-Hybrid, der stolze 469 PS leistet. Damit zählt der Pick-up zu den leistungsstärksten elektrifizierten Modellen seiner Klasse.
Wortwörtlich ein "Viehtreiber"
Optisch präsentiert sich der Stockman (übersetzt "Viehtreiber") als klassischer Lifestyle- und Arbeitspick-up mit robustem Offroad-Look. Mit 5,45 Meter Länge, 2,01 Meter Breite und 1,89 Meter Höhe fällt er größer aus als viele europäische Konkurrenten. Die Bodenfreiheit von mehr als 247 Millimetern, All-Terrain-Reifen und die bullige Erscheinung dürften vor allem Kunden ansprechen, die ihren Pick-up passend zum Namen nicht nur auf Asphalt bewegen wollen.
Chery spendiert dem Modell serienmäßig Sperrdifferenziale an Vorder-, Mittel- und Hinterachse. Dazu kommen eine Doppelquerlenker-Vorderachse und Blattfedern hinten. Die Anhängelast von bis zu 3495 Kilogramm liegt auf dem Niveau etablierter Größen wie Ford Ranger, Toyota Hilux oder VW Amarok.
Chery setzt auf Diesel
Im Innenraum setzt Chery auf moderne Technik, ohne den Geländewagen zu überfrachten. Für Beifahrer und Fahrer stehen ein 10,25 Zoll großes Instrumentendisplay und ein 15,6-Zoll-Touchscreen parat. Hinzu kommen ein Soundsystem mit 14 Lautsprechern und zahlreiche Assistenzsysteme.

Der Innenraum des neuen Chery-Pick-ups sieht auf den ersten Blick durchaus modern und hochwertig aus.
Bild: Chery
Das eigentliche Highlight steckt allerdings unter dem Blech. Während die meisten Plug-in-Hybride inzwischen auf Benzinmotoren setzen, kombiniert der Stockman einen 2,5-Liter-Diesel mit einem Elektromotor und einer 34-kWh-LFP-Batterie. Rein elektrisch sollen bis zu 96 Kilometer möglich sein.
Solche Konzepte sind inzwischen selten geworden. In Europa gibt es Diesel-Plug-in-Hybride nur noch vereinzelt, etwa bei Mercedes. Der Grund liegt vor allem in den hohen Kosten: Moderne Dieselmotoren benötigen aufgrund strenger Abgasvorschriften eine aufwendige Abgasnachbehandlung. Kommen zusätzlich Batterie, Elektromotor und Leistungselektronik hinzu, wird das Fahrzeug deutlich teurer als ein vergleichbarer Benzin-Hybrid.
Unterm Strich offenbart sich ein technischer Zielkonflikt: Ein Dieselmotor spielt seine Stärken vor allem auf Langstrecken aus, während ein Plug-in-Hybrid hauptsächlich kurze Strecken elektrisch zurücklegen soll. Auf langen Fahrten kann das zusätzliche Gewicht von Batterie und E-Antrieb den Verbrauchsvorteil des Dieselmotors teilweise wieder zunichtemachen.
Europa guckt vorerst in die Röhre
So spannend das Konzept des Stockman auch klingt: Nach aktuellem Stand ist der Diesel-Plug-in-Hybrid ausschließlich für Australien vorgesehen. Dort treffen hohe Anhängelasten, lange Distanzen und eine ausgeprägte Pick-up-Kultur auf genau die Eigenschaften, die Chery mit dem Stockman in den Vordergrund stellt.
Dabei könnte das Modell durchaus auch in Europa funktionieren. Der Markt für Pick-ups ist zwar kleiner geworden, doch Ford Ranger und VW Amarok zeigen weiterhin, dass robuste Arbeitstiere gefragt sind. Zudem drängen neue und vor allem günstigere Wettbewerber in das Segment. Mit dem BYD Shark steht bereits der nächste elektrifizierte Herausforderer in den Startlöchern.

Der chinesische Hersteller BYD will den Shark 2027 nach Europa bringen. Zuvor gab es den Pick-up nur in Afrika, Asien, Südamerika und Australien.
Bild: BYD
Dass Chery den Stockman bislang ausschließlich für Australien plant, dürfte deshalb nicht nur Pick-up-Fans, sondern auch einige europäische Hersteller beruhigt zur Kenntnis nehmen. Denn sollte der chinesische Hersteller seine Pläne doch noch erweitern, hätte der Markt für Ranger, Amarok und Co einen weiteren ernst zu nehmenden Herausforderer.
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