Chinesische Autohersteller auf der IAA 2025
Welcome to the China Show!

Noch nie war die IAA so chinesisch wie 2025. Mehr als 100 Unternehmen aus dem Reich der Mitte haben die Messe in München zur Bühne ihrer Europa-Strategie gemacht – mit imposanten Ständen, gewagten Konzepten und einer Präsenz, die einige etablierte Hersteller blass aussehen lässt.
Bild: AUTO BILD
Avatr, Forthing und XPeng haben größere Stände auf dem Summit der IAA 2025 als so mancher deutscher Hersteller. Auch im Open Space sind sie präsent. Ein kostspieliger Luxus, den sich viele etablierte Hersteller nicht leisten. Porsche, Audi, Hyundai, Kia und viele weitere verzichten auf einen Auftritt im Fachbesucherbereich.

"Neue Mobilität" ist der Slogan des Verkehrsministeriums. Umgeben von chinesischen Herstellern, wirkt das ziemlich passend.
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Verkehrsministerium "umzingelt" von Chinesen
Der Königsplatz in München wird zum Sinnbild der asiatischen Präsenz: Das Verkehrsministerium ist umzingelt von Avatr, Togg (Türkei) und Changan. Gegenüber feiern Omoda und Hongqi ihr Europadebüt. Man hört mehr Chinesisch als Englisch, selbst auf offiziellen Pressekonferenzen – von Deutsch ganz zu schweigen. BYD darf natürlich ebenfalls nicht fehlen und gönnt sich im Open Space gleich zwei Stände: einen auf dem Königsplatz und einen in der Ludwigstraße – direkt gegenüber von VW.
Die Botschaft ist klar: Die Chinesen forcieren die Expansion nach Europa. Der Heimatmarkt, für viele lange ein Wachstumsmotor, ist weitgehend gesättigt. Die Verkaufszahlen schwächeln. Mit der E-Mobilität bietet der Markt in Europa neue Chancen. Denn Studien zeigen klar: Wer ein E-Auto kaufen will, denkt häufiger über einen Markenwechsel nach. Und ein Markt von zuletzt über 10,6 Millionen Fahrzeugen allein im Jahr 2024 ist zu groß, um ihn zu ignorieren.

Die neue Marke Aito bringt gleich drei Modelle für den deutschen Markt mit zur Messe – alle mit Range Extender.
Bild: Aito
Dass die E-Auto-Verkäufe in Europa bislang eher schleppend anlaufen, schreckt die Hersteller nicht ab. Im Gegenteil: Sie drängen pompös und aggressiv auf den Markt. Viele haben mittlerweile Plug-in-Hybride oder Modelle mit Range Extender – kleine Verbrennungsmotoren, die den Akku während der Fahrt nachladen – im Angebot, um auch E-Auto-Skeptiker zu überzeugen.
Die Frage ist nicht, wer kommt, sondern wer bleibt
Ein großer Aufschlag also für die neuen Player aus dem Reich der Mitte. Doch die Erfahrungen der vergangenen Jahre lehren: Viele neue Hersteller machen große Ankündigungen, unterstützt von riesigen Marketingbudgets, und verschwinden dann schnell und leise wieder von der Bildfläche. Beste Beispiele: Aiways oder der missglückte Versuch, die Marke Borgward wiederzubeleben.
Das zeigt: Nur "laut" zu sein, reicht nicht. Die nächsten Jahre werden zeigen, wer sich wirklich am Markt etablieren und dauerhaft durchsetzen kann – und wer letztlich eine kurze Show ablieferte.
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