Moderne Autos kommen heutzutage ja vorrangig als SUV mit Allrad und allen erdenklichen Assistenz- und Sicherheitssystemen. So wie der Klassiker dieser Liga, der Mini Countryman. Als S ist er 218 PS stark, kommt mit Automatikgetriebe und All4-Allradsystem für 43.020 Euro vorgefahren.
Das Gegenstück liefert Mercedes. Hier ist es der GLA 250 4Matic mit 224 PS – und sogar 14 PS starker zusätzlicher Leistung aus Elektrounterstützung – für 57.209 Euro.
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Cupra stellt in dieser Klasse den ab 47.540 Euro teuren Ateca 2.0 TSI 4Drive auf. Seine Maschine stemmt 190 PS, die wie bei Mini und Mercedes über Allrad und Automatik auf die Straße gelangen. Viel Autoquartett also bei allen Marken – für leider viel Geld. Denn bei diesen "Einstandspreisen" bleibt es nicht lange.
Cupra Ateca 2.0 TSI 4Drive Mercedes GLA 250 4Matic Mini Countryman S All4
Die gehen so richtig ins Geld: Mini, Mercedes und Cupra verlangen für den Fahrspaß einen hohen finanziellen Einsatz.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Allein das Schnäppchen in diesem Vergleich legt über wichtige Extras mächtig zu. Der Cupra wird in der Testwagenkonfiguration noch mal über 1000 Euro teurer, weil wir das adaptive Stoßdämpfersystem DCC einberechnen. Der Mini treibt das Spiel noch wilder. Unser Countryman kostet "tatsächlich" über 56.000 Euro, weil wir den John Cooper Works Trim und ein XL-Paket für rund 13.000 Euro aufschlagen müssen.
Mini Countryman S All4
Viel drin: Head-up-Display, ein Parklenkassistent oder die elektrisch betätigte Sitzverstellung machen den Mini komfortabel – und teuer.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Immerhin: In diesen Paketen sowie in der Mini-Grundausstattung stecken wertvolle Angelegenheiten wie beispielsweise ein Head-up-Display, ein Parklenkassistent oder die elektrisch betätigte Sitzverstellung. Im Komfortkapitel ist der üppig ausgestattete Countryman damit sogar bessergestellt als der nochmals teurere GLA.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder
Vierzylinder, Turbo
Vierzylinder, Turbo
Vierzylinder, Turbo Einbaulage
Ventile/Nockenwellen
4 pro Zylinder/2
4 pro Zylinder/2
4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb
Kette
Kette
Kette
Hubraum
1984 cm³
1991 cm³
1998 cm³
kW (PS) bei 1/min
140 (190)/4200
165 (224)/5500
160 (218)/5000
Nm bei 1/min
320/1500
350/2000
360/1500
Vmax
212 km/h
240 km/h
228 km/h
Getriebe
Siebengang-Doppelkupplung
Achtgang-Doppelkupplung
Siebengang-Doppelkupplung
Antrieb
Allradantrieb
Allradantrieb
Allradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Scheiben/Scheiben
Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung
245/40 R 19 W
235/50 R 19 W
245/45 R 19 Y
Reifentyp
Bridgestone Turanza T005
Michelin Latitude Sport 3
Hankook Ventus S1 Evo 3
Radgröße
8 x 19"
7,5 x 19"
8 x 19"
Abgas CO2*
180 g/km
172 g/km
154 g/km
Verbrauch*
7,9 l/100 km
7,6 l/100 km
6,8 l/100 km
Tankinhalt
55 l
51 l
54 l
Kraftstoffsorte
Super
Super
Super
Partikelfilter
Serie
Serie
Serie
Vorbeifahrgeräusch
68 dB(A)
69 dB(A)
66 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
1900/750 kg
2000/750 kg
2000/750 kg
Stützlast
75 kg
75 kg
75 kg
Kofferraumvolumen
485–1579 l
425–1420 l
450–1450 l
Länge/Breite/Höhe
4394/1841–2078**/1615 mm
4412/1834–2020**/1616 mm
4444/1843–2069**/1661 mm
Radstand
2631 mm
2729 mm
2692 mm
Grundpreis
47.540 Euro
57.209 Euro
43.020 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
48.950 Euro
66.300 Euro
56.230 Euro
Typisch Mercedes: Allein das AMG-Line-Premium-Paket schlägt mit fast 5000 Euro zu Buche, dazu kommen Posten der Abteilungen Assistenz, Sicherheit und Luxus. Selbst 19-Zoll-Räder (bei der Konkurrenz ab Werk verbaut) und eine verschiebbare Rückbank (immerhin sehr praktisch) verschlingen zusätzliche Euro. Unter dem Strich steht beim GLA 250 dann zwar das nach Ausstattungslage sicherste Auto, doch auch ein Testwagenpreis von 66.300 Euro – aua!

Mercedes ist schnell und kultiviert

Trost: Im Mercedes lauert auch am meisten Tempo. Denn hier arbeitet sowohl theoretisch als auch "am Gas" der potenteste Antriebsblock. Besser gesagt: Er surrt. Die sehr leise Maschine arbeitet bei aller Kraft und Drehfreude nämlich besonders kultiviert und souverän, reagiert mit Wucht auf Durchzugswünsche, überrennt ungeniert und ungehemmt die 200-km/h-Marke auf dem Tacho.
Mercedes GLA 250 4Matic
Geht ordentlich: Mit 240 km/h ist der Mercedes GLA der schnellste im Test, die Sprintkrone teilt er sich mit dem Mini.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Gleichzeitig ist der 2.0 nicht der durstigste Motor in diesem Trio, benötigt fast einen halben Liter Sprit weniger auf 100 Kilometer als der Ateca. Spaß bereitet der Mercedes ebenfalls, er lässt sich zielgenau führen, kaschiert seine (im Vergleich zum Cupra) 100 Kilogramm Mehrgewicht erfolgreich und liegt angenehm sicher und beherrschbar auf der Straße. Speziell die außergewöhnlich kompromisslose Stabilitätskontrolle wollen wir an dieser Stelle loben – so geht eine fehlerfreie SUV-Abstimmung!

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,4 s
2,5 s
2,4 s
0–100 km/h
6,9 s
6,7 s
6,7 s
0–130 km/h
11,7 s
11,0 s
11,1 s
0–160 km/h
19,2 s
17,6 s
17,7 s
0–180 km/h
28,3 s
24,4 s
24,2 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,0 s
3,7 s
3,8 s
80–120 km/h
5,1 s
4,8 s
4,9 s
Leergewicht/Zuladung
1595/495 kg
1708/487 kg
1742/453 kg
Gewichtsverteilung v./h.
57/43 %
60/40 %
55/45 %
Wendekreis links/rechts
10,9/10,9 m
11,4/11,2 m
11,4/11,5 m
Sitzhöhe
640 mm
650 mm
625 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
35,9 m
35,2 m
35,3 m
aus 100 km/h warm
34,5 m
34,6 m
35,1 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
59 dB(A)
58 dB(A)
57 dB(A)
bei 100 km/h
65 dB(A)
66 dB(A)
64 dB(A)
bei 130 km/h
69 dB(A)
69 dB(A)
68 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
6,6 l S/100 km
6,2 l S/100 km
5,8 l S/100 km
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
8,6 l S/100 km
(+9 %)
8,2 l S/100 km
(+8 %)
7,9 l S/100 km
(+16 %)
Sportverbrauch
12,1 l S/100 km
12,2 l S/100 km
10,8 l S/100 km
CO2 (Testverbrauch)
204 g/km
194 g/km
187 g/km
Reichweite (Testverbrauch)
639 km
621 km
683 km
Weitere Pluspunkte des GLA: Die Achtstufenautomatik des 250ers arbeitet sanft und schnell, seine Bremsen beißen wirkungsvoller als die Anlagen der Gegner, und sein Fahrwerk sortiert Straßenunebenheiten besonders komfortabel beiseite.

Im Cupra steckt die straffste Abstimmung

Hier muss der Cupra noch lernen. Seine Abstimmung ist straffer geraten, die Räder rollen spürbarer und lauter ab, er wirkt hemdsärmeliger. Der geringe Wendekreis beschert dem Ateca dagegen ein folgsames Gefühl. Überhaupt kommen im Cupra die aktiven Fahrer auf ihre Kosten. Die angenehm prall gepolsterten Vordersitze führen auch seitlich sehr gut, das leichte Fahrwesen und der drehfreudige Vierzylinder addieren sich hier zum spaßigsten Paket.
Cupra Ateca 2.0 TSI 4Drive
Für aktive Fahrer: Cupra hat den Ateca straff abgestimmt, die Räder rollen spürbarer und lauter ab, aber das leichte Fahrwesen gefällt.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Schade, dass der Ateca speziell nach dem Übergang in die siebte Fahrstufe seines DSG-Getriebes so deutlich an Temperament abbaut, in Folge auf der Autobahn viel zäher wirkt als Mercedes und Mini. Seine Stärken klauben wir aus dem Kostenkapitel. Denn zum niedrigsten Kaufpreis kommen geringere Wartungskosten sowie die fünfjährige Garantie auf die Technik.

Countryman kann Sport und Komfort

Da liegt BMW traditionell drunter. So auch beim Mini. Mehr als drei Jahre Mängelfreiheit trauen die Bayern einem Countryman nicht zu. Macht nichts, das Auto überzeugt im Ist-Zustand. Denn der Countryman steht weit gespreizt da.
Mini Countryman S All4
Weit gespreizt: Der Mini kann giftig antreten und gediegen dahingleiten, in seinem Fahrwerk stecken Kurventalent und Komfort.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Er kann eilig eine Kurvenkombination wegräubern oder gediegen über eine schlechte Landstraße schnüren. Er kann giftig Fahrt aufnehmen oder sehr leise und sehr vibrationsarm seine Reisegeschwindigkeit halten.
Hinweis
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Auch das Thema Multimedia geht der Mini breit an, kann dank folgsamer Sprachbedienung den Umgang erleichtern, bietet gleichzeitig enormes Hintergrundwissen über schnelle Navigation und ein breites App-Spektrum des Systems.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
553
551
544
Platz
1
2
3
Fazit
Fahraktiv, kann den Konkurrenten knapp folgen, ist deutlich günstiger.
Wirkt über seine Vernetzung sehr modern, der Antrieb überzeugt.
Komfortabel, sicher, schnell, geräumig – der Preis zieht ihn runter.
Seine laufruhige Maschine arbeitet (als einzige hier) mit einem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe zusammen, verbraucht in der Folge sogar weniger Benzin als der Zweiliter des Mercedes. Echte Macken? Nicht auffällig. Eine gefühlvollere Lenkung hätten wir uns gewünscht, vielleicht ein paar (Karosserie-)Pfunde weniger.

Bildergalerie

Cupra Ateca 2.0 TSI 4Drive Mercedes GLA 250 4Matic Mini Countryman S All4
Mini Countryman S All4
Mercedes GLA 250 4Matic
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Drei starke Kompakt-SUV im Test

Fazit

Schnell sind alle drei SUV, universell und hochmodern sowieso. Doch bei Cupra kostet der Spaß mehrere Tausender weniger – das bedeutet hier eine klare Kaufempfehlung.