Cupra Ateca 2.0 TSI 4Drive, Toyota Corolla Cross Hybrid Allrad: Test
Neu trifft auf alt: Toyota Corolla Cross tritt gegen Cupra Ateca an
Der Ateca wird von einem Vierzylinder Turbobenziner befeuert der 190 PS leistet und sein maximales Drehmoment von 320 Newtonmetern über ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe (DSG) bedarfsgerecht und unaufgeregt an alle vier Räder verteilt. Wer will, kann die Kraftverteilung über die Schaltwippen hinter dem Lenkrad auch in die eigenen Hand nehmen.
Beide sind ausreichend flott
Der Corolla Cross steht dem Spanier leistungsmäßig nicht nach. Allerdings werden hier ein Zwei-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 140 PS und ein E-Motor verbandelt, die es im Zusammenspiel auf eine Systemleistung von 197 PS bringen. In der Allradvariante schiebt ein E-Motor mit weiteren 40 PS und zusätzlichen 84 Newtonmetern von hinten an. Interessanterweise lässt Toyota diese zusätzliche Kraftquelle nicht in die Nennleistung einfließen.

Der Corolla Cross ist sieben Zentimeter länger als der Cupra Ateca, bietet aber weniger Platz. Beide sprinten sehr ordentlich.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Das mag seinen Grund darin haben, dass sich die 197 PS ohnehin nach weniger anfühlen. Es reicht aber aus, um den knapp 1,5 Tonnen schweren Japaner in von uns gemessenen 7,8 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen. Der Ateca geht hier etwas flotter zu Werke. Statt der vom Werk angegebenen 7,2 Sekunden hat er bereits nach glatt sieben Sekunden Landstraßentempo erreicht.
Fahrzeugdaten
Modell | Cupra Ateca 2.0 TSI 4Drive | Toyota Corolla Cross Hybrid Allrad |
|---|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder, Turbo | Vierzylinder + E-Motor |
Einbaulage | vorn quer | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Kette | Kette |
Hubraum | 1984 cm³ | 1987 cm³ |
kW (PS) bei 1/min (Systemleistung) | 140 (190)/4200 | 145 (197)/6000 |
Nm bei 1/min | 320/1500 | 190/4400 |
Vmax | 212 km/h | 180 km/h |
Getriebe | Siebengang Doppelkupplung | stufenloses Automatikgetriebe |
Antrieb | Allradantrieb | Allradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 245/40 R19 W | 225/50 R18 V |
Reifentyp | Bridgestone Turanza T005 | Dunlop SP Sport Maxx 050 |
Radgröße | 8 x 19“ | 7,5 x 18” |
Abgas CO2 | 176 g/km | 121 g/km |
Verbrauch* | 8,0 l/100 km | 5,3 l/100 km |
Tankinhalt | 55 l | 43 l |
Kraftstoffsorte | Super | Super |
Partikelfilter | Serie | Serie |
Vorbeifahrgeräusch | 68 dB(A) | 66 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1900/750 kg | 750/750 kg |
Stützlast | 80 kg | 75 kg |
Kofferraumvolumen | 485-1579 l | 390–1299 l |
Länge/Breite/Höhe | 4386/1841–2078**/1613 mm | 4460/1825–2115**/1620 mm |
Radstand | 2630 mm | 2640 mm |
Grundpreis | 47.450 Euro | 42.390 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 48.500 Euro | 44.080 Euro |
Die Kraftverteilung im Toyota übernimmt wie gewohnt ein CVT-Getriebe. Das führt dazu, dass der Vierzylinder beim Beschleunigen ebenso vernehmlich hoch dreht, wie beim Bremsen. Das wird einmal mehr verstärkt wenn der Gangwahlhebel auf B steht und die Brems- und Rollenergie verstärkt in den Akku zurückgeführt wird. Nur wenn wirklich kein Kraftaufwand beim Vortrieb oder Entschleunigen benötigt wird, beruhigt sich der Vierzylinder.
Sportlicher Verbrauch für den Cupra
Für alle Sportfreunde sei noch erwähnt, dass der Corolla mit Nachdruck abgeregelte 180 km/h schnell wird. Hier ist man mit dem Cupra schneller unterwegs, aber auch der enttäuscht insofern, als dass die angegebenen 212 km/h nur mit sehr viel Nachdruck zu erreichen sind. Ab Tempo 190 baut der Spanier deutlich ab und ist weit von der Attitüde Cupra entfernt.

Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Das, was ihn dann aber doch wieder zum Sportauto macht, ist sein Verbrauch. Im von uns ermittelten Drittelmix zog er 8,9 Liter durch die Schläuche, während sich der Corolla - auch weil er häufig rein elektrisch rollt - mit 7,0 Litern begnügte.
Messwerte
Modell | Cupra Ateca 2.0 TSI 4Drive | Toyota Corolla Cross Hybrid Allrad |
|---|---|---|
Beschleunigung | ||
0–50 km/h | 2,4 s | 2,8 s |
0–100 km/h | 7,0 s | 7,8 s |
0–130 km/h | 12,0 s | 12,7 s |
0–160 km/h | 19,7 s | 20,1 s |
Zwischenspurt | ||
60–100 km/h | 4,0 s | 4,3 s |
80–120 km/h | 5,2 s | 5,4 s |
Leergewicht/Zuladung | 1595/495 kg | 1550/465 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 57/43 % | 57/43 % |
Wendekreis links/rechts | 10,9/10,9 m | 11,0/11,1 m |
Sitzhöhe | 640 mm | 620 mm |
Bremsweg | ||
aus 100 km/h kalt | 35,9 m | 39,5 m |
aus 100 km/h warm | 34,5 m | 38,2 m |
Innengeräusch | ||
bei 50 km/h | 59 dB(A) | 57 dB(A) |
bei 100 km/h | 66 dB(A) | 66 dB(A) |
bei 130 km/h | 69 dB(A) | 70 dB(A) |
Verbrauch | ||
Sparverbrauch | 6,9 l S/100 km | 5,3 l S/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 8,9 l S/100 km (+11 %) | 7,0 l S/100 km (+32 %) |
Sportverbrauch | 12,2 l S/100 km | 9,2 l S/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 211 g/km | 165 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 610 km | 610 km |
Auch Lenkung und das für 1050 Euro zusätzlich erworbene adaptive Fahrwerk (DCC) sind im Cupra immer bereit, sich dem sportlichen Anspruch entsprechend zu straffen. Könnten dem einen oder anderen Fahrer dann aber vielleicht sogar etwas zu fest sein. Der Toyota zeigt sich hier betont komfortabler, erfreut aber - trotz einer recht weichen Lenkung - mit zielgenauen Kurvenfahrten und entsprechender Seitenstabilität.
Corolla mit schwachen Bremsen
Anders sieht es bei den Bremsen aus. Die von uns ermittelten Werte des Japaners waren mit 38,2 Metern (warm) weit vom Standard entfernt. Der Spanier stand unter gleichen Testbedingungen bereits nach 34,5 Metern (warm).
Cupra mit tollen Sitzen
Auch im Innenraum verströmt der Ateca Sportsgeist. Hier gibt es neben tollen Integralsitzen auch das Cupra-Lenkrad. Das bietet zusätzlich zu den üblichen Lenkradtasten auch noch einen Start-Stopp-Knopf und einen Fahrmodusschalter.

Deutlich wertiger und schlüssiger wirkt das Cockpit des Cupra Ateca (links). Im Toyota Corolla Cross dominiert Hartplastik das Interieur.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Ob sich die zusätzliche Investition von 820 Euro für dieses Details lohnt, möge jeder selbst entscheiden. Wir sagen nein, denn der normale Startknopf – hier ersetzt durch den ESP On/Off-Schalter – als auch ein Drehsteller für die Fahrprogramme in der Mittelkonsole sind super platziert und reichen völlig aus.

Die Sitze im Corolla Cross (links) sind gut konturiert, bieten aber wenig Seitenhalt. Insgesamt sind die Polster zu weich. Im Ateca sind die Sportsitze Straff, aber nicht unbequem und die Seitenwangen halten die Reisenden in den Kurven gut im Sitz.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Ateca mit Offroad-Programm
Apropos Fahrprogrammregler. Der Cupra verfügt neben den Programmen Normal, Sport und Cupra auch über Schnee und Offroad. Wenn es nämlich mal härter zur Sache geht, dann koppelt die Steuersoftware das XDS-Differenzial, das Doppelkupplungsgetriebe und die Haldex-Kupplung. Und jetzt wird der Ateca ein bisschen zum Rallye-Wagen. Pflügt über die Piste, zieht vorn, drückt hinten und zwingt mithilfe des Lenkeinsatzes den ausbrechenden Wagen in die Spur.

Die Fahrprogramme werden im Corolla Cross im Fahrerdisplay animiert, Kippschalter für die Sitzheizung und fummelige Knöpfe für die elektrische Parkbremse haben den Charme der 1990er. Im Cupra Ateca kann das volldigitale Fahrerdisplay über das Zentraldisplay umgestaltet werden.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Ein Umstand, der so beim Corolla nicht zu erleben ist. Hier verteilt, wie schon erwähnt, die Elektronik, abseits eines Offroad-Fahrprogrammes die jeweils benötigte Kraft an die Räder. Wer genau wissen will wie die Kraftverteilung stattfindet, der hat dazu die Möglichkeit sich das Ganze im neuen 12,34 Zoll Zentraldisplay, animiert und in Farbe, anzeigen zu lassen.
Volldigitale Displays für beide
Natürlich ist auch das Fahrerdisplay im Corolla voll digital, erfreut mit neckischen Animationen - zum Beispiel beim Wechsel der Fahrmodi - und informiert sonst gut lesbar über alle relevanten Fahrdaten. Gleiches gilt für den Cupra. Auch der bekam mit dem letzten Facelift ein volldigitales Fahrerdisplay. Das ist von den Einstellungen deutlich virtuoser als das des Corolla. Neben den Rundinstrumenten kann es auch das Navi, die gehörte Musik oder die Telefonliste ins Blickfeld holen. Das Zentraldisplay misst inzwischen 9,2 Zoll und wurde mit einer selbsterklärenden und hübsch anzusehenden Grafik.

Deutlich wertiger und schlüssiger wirkt das Cockpit des Cupra Ateca (links). Im Toyota Corolla Cross dominiert Hartplastik das Interieur.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Hier wie da lassen sich die Smartphones kabellos spiegeln, was vor allem beim Corolla ein großer Vorteil ist, denn sein Navi arbeitet recht langsam, so dass Kreuzungen überquert sind, bevor die Richtungsanzeige da ist. Im Cupra ist das Navi in der Lage Kurven und Kreisverkehre zu erkennen und die Geschwindigkeit entsprechend anzupassen.
Das erhöht die Sicherheit ebenso, wie die für 960 Euro zusätzlich enthaltenen keinen Helferlein des Fahrassistenzpaketes. Namentlich die Verkehrszeichenerkennung, Tempomat mit Stop-and-Go-Funktion oder der Querverkehrswarner. All das hat der Corolla auch. Zudem verfügt der Japaner über einen Staufolgeassistenten.
Mehr Platz im Ateca
Das macht die Reise für den Fahrer angenehmer. Betrachtet man aber das Große und Ganze, dann dürften die Gäste sich insgesamt im Ateca wohler fühlen. Die Sitze sind vorne als auch hinten besser. Vor allem in der zweiten Reihe geht es im Spanier deutlich luftiger zu. Auch bei der Zuladung hat der Cupra mit 485 bis 1579 Litern mehr zu bieten. Der Japaner kann lediglich 390 bis 1299 Liter Stauraum offerieren.

Bei mehr Platz und besseren Sitzen, reisen die Fahrgäste im Cupra Ateca (rechts) deutlich bequemer.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Hinzu kommt, dass der Ateca insgesamt wertiger wirkt. Weich geschäumte Plastik auf der Armatur und den Türinnenverkleidungen, Ambientelicht und gut zu bedienende Regler und Schalter. Dem steht im Corolla Hartplastik gegenüber, die mit dünnhäutigem Kunstleder bespannt ist und Kippschalter für die Sitzheizung in der Mittelkonsole, die den Charme der ausgehenden 1990er-Jahre versprühen.

Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Bei der gesamten Verarbeitung hinkt der Japaner hinter dem Spanier hinterher. Das fängt mit deutlich sichtbaren Klebenähten an der Karosserie an, geht mit einem Tankdeckel weiter der den Charme von Büchsenblech versprüht weiter und hört bei der fehlenden Motorraumdämmung und nackten Radkästen im Kofferraum auf.
Qualität rechtfertigt höheren Cupra-Preis
Am Ende ist es so, dass in unserem Test alt gegen neu gewinnt. Cupra profitiert von dem, was VW vor Jahren noch in die Fahrzeuge investiert hat. Toyota zeigt sich sparsam und hat mit spitzem Bleistift gerechnet. Das wäre bei einem anderen Preis in Ordnung, ist aber ab 42.390 Euro deutlich zu hoch eingepreist. Auch der Cupra ist ab 47.450 Euro ganz weit von einem Schnäppchen entfernt. Im Vergleich lässt sich dieser Preis dann aber deutlich besser vertreten.
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