Bei Cupra läuft es gerade. Was man ja nicht von allen Herstellern sagen kann. Doch die Spanier, äähhh, Katalanen surfen im Moment auf einer Welle des Erfolgs, 2024 brachte Rekordergebnisse für Seat/Cupra.

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Cupra Terramar

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Die ersten drei Monate dieses Jahres waren das beste Quartal in der Geschichte von Cupra überhaupt, die Verkäufe stiegen insgesamt um 38,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

VW-Technik spannender verpackt

Gründe für die Beliebtheit sind eine Modellpalette, die offenbar den Geschmack vieler Leute trifft – meistverkauftes Modell ist der Formentor –, und natürlich die geschickte Verpackung der VW-Technik. Cupra setzt auf spannendes Design und eine knackige Fahrwerksabstimmung. Ohne deshalb Dinge wie Platz und Praxistauglichkeit zu vernachlässigen. Klappt das alles jetzt auch beim Terramar?
Cupra Terramar VZ 1.5 e-Hybrid
Geschmacksache: Die bekannte VW-Technik verpackt Cupra beim Terramar in einem dynamischen, auffälligen Blechkleid.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der ist das neueste Mitglied im Cupra-Rennstall, ein kompaktes SUV, 4,52 Meter lang, 1,87 breit und 1,59 hoch. Enge Verwandte sind Audi Q3, VW Tiguan und Skoda Kodiaq, praktische SUV in zurückhaltendem, mehrheitsfähigem Design. Der Terramar hat einen ganz anderen Auftritt, scharf geschnitten, mit allerlei Kanten und Sicken und Falzen. Insgesamt mutig, Zurückhaltung sieht jedenfalls anders aus. Das wird nicht allen gefallen – denen, die es mögen, aber umso mehr.

Innenraum mit typischen Cupra-Akzenten

Beim Interieur geht das so ähnlich weiter, auch das ist flott und fröhlich gemacht. Über den Instrumenten gibt es noch eine Hutze, Starterknopf und Fahrmodus-Taste sind im Lenkrad untergebracht, die Mittelkonsole kommt mit großem Schwung, und dazu gibt es hier und dort noch die Cupra-typischen kupferfarbenen Akzente.
Cupra Terramar VZ 1.5 e-Hybrid
Gut gemachter Arbeitsplatz: Viel los im Terramar-Cockpit – zwei Displays, schwungvolle Mittelkonsole und viele kupferfarbene Details.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Das Kombiinstrument ist 10,25 Zoll groß, die Instrumente – schön gezeichnet und gut ablesbar – sind konfigurierbar, es gibt vier unterschiedliche Layouts. Der Touchscreen misst 12,9 Zoll, steht, da kann der Cupra seine VW-Verwandtschaft nicht verheimlichen, völlig frei im Raum. Man muss sich stets vorbeugen, um dort ranzukommen. Es gibt bessere Lösungen. Grafik und Menüführung des Multimedia hat Cupra aber ansprechend und logisch gebaut.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
R4, Turbo, + E-Motor, PHEV 
Leistung Verbrennungsmotor 
130 kW (177 PS) 
Hubraum 
1498 cm3 
Nockenwellenantrieb 
Kette 
Leistung Elektromotor 
85 kW (116 PS) 
Systemleistung 
200 kW (272 PS) 
Systemdrehmoment 
400 Nm 
Vmax
215 km/h 
Getriebe 
Sechsgang-Doppelkupplung 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
255/40 R 20 Y 
Reifentyp 
Continental SportContact 6 
Radgröße 
8,5 x 20" 
Abgas CO2* 
12 g/km 
Verbrauch* 
0,5 l S/100 km 
Tankinhalt/Batteriekapazität 
45 l/19,7 kWh 
DC-Ladeleistung/Ladezeit (10-80 %) 
50 kW/26 Minuten 
Kraftstoffsorte 
Super 
Vorbeifahrgeräusch 
k. A. 
Anhängelast gebr./ungebr. 
2000/750 kg 
Stützlast 
80 kg 
Kofferraumvolumen 
450 l–k. A. 
Länge/Breite/Höhe 
4519/1869–2087**/1586 mm 
Radstand 
2681 mm 
Grundpreis
56.310 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
60.275 Euro
Das Platzangebot ist insgesamt sehr ordentlich – und vor allem im Fond größer als vielleicht erwartet. Die Sportsitze vorn sind beheizbar (Serie bei VZ), schön ausgeformt und bieten viel Seitenhalt, haben aber eine (zu) kurze und nicht verlängerbare Auflage.
Die Rückbank ist geteilt verschiebbar, die Lehnenneigung verstellbar. Man sitzt angenehm, in der Lehnenposition ganz hinten auch sehr lässig. Der Kofferraum schluckt im Plug-in-Hybrid 450 Liter, bei den anderen Terramar-Versionen sind es 540 Liter, die maximale Zuladung liegt im Test-Terramar bei 521 Kilogramm, sehr stattlich.

Relativ hohe elektrische Reichweite

Der hier getestete Terramar 1.5 e-Hybrid kommt mit einem 177 PS starken 1,5-Liter-TSI, einer E-Maschine mit 116 PS, Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe und Akku mit 19,7 kWh (netto, brutto 25,8 kWh). Die Systemleistung beträgt 272 PS.
Cupra Terramar VZ 1.5 e-Hybrid
Ordentlich: Als Plug-in-Hybrid geht der Terramar in 6,8 Sekunden auf 100 km/h – und er schafft 97 Kilometer rein elektrisch.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Den Standard-Sprint von 0 auf 100 km/h erledigte der Terramar im Test in 6,8 Sekunden, die Spitze liegt bei 215 km/h. Rein elektrisch schaffte der Cupra im Test eine Reichweite von 94 Kilometern. Mit leerem Akku – das messen wir separat – verbrauchte er 6,6 Liter/100 km. Insgesamt lag der Testverbrauch (40 % E-Anteil) bei 4,0 Liter/100 km plus 9,5 kWh. Das sind allesamt gute Werte.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,9 s 
0–100 km/h 
6,8 s 
0–130 km/h 
10,4 s 
0–160 km/h 
15,4 s 
0–200 km/h 
25,7 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
3,1 s 
80–120 km/h 
4,0 s 
Leergewicht/Zuladung 
1899/521 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
54/46 % 
Wendekreis links/rechts 
10,4/10,3 m 
Sitzhöhe 
500 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
35,7 m 
aus 100 km/h warm 
34,2 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
59 dB(A) 
bei 100 km/h 
65 dB(A) 
bei 130 km/h 
68 dB(A) 
Verbrauch
Stromverbrauch (hochgerechnet) 
23,72 kWh/100 km 
Testverbruch (60 % Hybrid-, 40 % E-Anteil)
4,0 l S + 9,5 kWh/100 km
Verbrauch mit entladener Batterie 
6,6 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
95 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
681 km + 94 km elektrisch 
Wie immer beim Hybrid gilt: Man sollte sich darauf einstellen. Also gelassen bleiben und laufen lassen, man ist dann erstaunlich lange Strecken elektrisch unterwegs. Der 1,5-Liter läuft, wenn er dann ins Spiel kommt, eher brummig, klingt bei hohen Touren angestrengt bis kernig. Und im Teillastbereich ruckelt und rupft es gern mal im System, das ist vor allem in der Stadt nervig.

Terramar fährt sich forsch und agil

Zur VZ-Ausstattung gehören die Progressivlenkung und das DCC-Fahrwerk mit verstellbaren Dämpfern, die 20-Zoll-Räder des Testautos kosten 700 Euro extra. Der Testwagen war noch ausgestattet mit den 6-Kolben-Akebono-Bremsen (2400 Euro), eine durchaus sinnvolle Investition. Im Test aus Tempo 100 stand der Cupra mit warmen Bremsen nach 34,2 Metern, ein guter Wert.
Cupra Terramar VZ 1.5 e-Hybrid
Knackig: Cupra stimmt das bekannte DDC-Fahrwerk immer ein bisschen straffer ab. Es bleibt aber immer noch genug Komfort.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der Terramar ist grundsätzlich einen Zentimeter tiefergelegt als seine Plattform-Kollegen, das DCC-Fahrwerk strammer ausgelegt. Schon klar, eine gewisse Härte versteht Cupra ja als markentypisch. Aber, Entwarnung, das DCC liefert immer noch eine angenehme Bandbreite zwischen (noch) seriösem Komfort und einer energischen Härte. Die Lenkung spricht sauber und direkt an, liefert eine schöne Rückmeldung, und so fährt sich der 1,9 Tonnen schwere Terramar genau so, wie es sein soll: forsch und agil.

Wertung Cupra Terramar 1.5 e-Hybrid

Wertung Cupra Terramar 1.5 e-Hybrid
Karosserie
Ordentliches Platzangebot. Hohe Variabilität, gute Zuladung. Schlechte Übersicht.
3,5 / 5
Antrieb
Hybridsystem mit 272 PS, Benziner unter Last kernig. Gute Fahrleistungen, niedriger Verbrauch.
4 / 5
Fahrdynamik
Fährt sich agil und handlich, trocken abgestimmt. Direkte Lenkung, standfeste Bremsen.
4 / 5
Connected Car
Flüssig laufendes Infotainment mit vielen Funktionen, gute Menüstruktur. Sprachsteuerung clever.
4 / 5
Umwelt
Kein kleines Auto. 1,9 Tonnen Gewicht. Hybridantrieb mit verstellbarer Rekuperation.
3 / 5
Komfort
Bequeme Sitze vorn und hinten, angenehme Position. Federung stramm. Komplette Ausstattung.
4 / 5
Kosten
Cupra lässt sich seinen guten Ruf teuer bezahlen. Wartung alle zwei Jahre. Fünf Jahre Garantie.
2,5 / 5
AUTO BILD-Testnote
2,0
Den Terramar VZ 1.5 e-Hybrid liefert Cupra ab 56.310 Euro, im Leasing gab es für den e-Hybrid zum Redaktionsschluss Angebote ab 471 Euro. Es wird wohl weiter so gut laufen bei Cupra.

Bildergalerie

Cupra Terramar VZ 1.5 e-Hybrid
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Cupra Terramar VZ 1.5 e-Hybrid im Test

Fazit

Der Terramar schafft tatsächlich einen schönen Spagat zwischen Vernunft – zum Beispiel mit ordentlich Platz und niedrigem Verbrauch – und Vergnügen: Er fährt sich agil, und die 272 PS stehen auch nicht nur auf dem Papier, eine volle Batterie vorausgesetzt. Die Preise künden vom gestiegenen Selbstbewusstsein bei Cupra. AUTO BILD-Testnote: 2,0