Cupra Terramar VZ 1.5 e-Hybrid: Test
Vernunft trifft Vergnügen: Cupra Terramar Plug-in-Hybrid im Test

Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Die ersten drei Monate dieses Jahres waren das beste Quartal in der Geschichte von Cupra überhaupt, die Verkäufe stiegen insgesamt um 38,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
VW-Technik spannender verpackt
Gründe für die Beliebtheit sind eine Modellpalette, die offenbar den Geschmack vieler Leute trifft – meistverkauftes Modell ist der Formentor –, und natürlich die geschickte Verpackung der VW-Technik. Cupra setzt auf spannendes Design und eine knackige Fahrwerksabstimmung. Ohne deshalb Dinge wie Platz und Praxistauglichkeit zu vernachlässigen. Klappt das alles jetzt auch beim Terramar?

Geschmacksache: Die bekannte VW-Technik verpackt Cupra beim Terramar in einem dynamischen, auffälligen Blechkleid.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der ist das neueste Mitglied im Cupra-Rennstall, ein kompaktes SUV, 4,52 Meter lang, 1,87 breit und 1,59 hoch. Enge Verwandte sind Audi Q3, VW Tiguan und Skoda Kodiaq, praktische SUV in zurückhaltendem, mehrheitsfähigem Design. Der Terramar hat einen ganz anderen Auftritt, scharf geschnitten, mit allerlei Kanten und Sicken und Falzen. Insgesamt mutig, Zurückhaltung sieht jedenfalls anders aus. Das wird nicht allen gefallen – denen, die es mögen, aber umso mehr.
Innenraum mit typischen Cupra-Akzenten
Beim Interieur geht das so ähnlich weiter, auch das ist flott und fröhlich gemacht. Über den Instrumenten gibt es noch eine Hutze, Starterknopf und Fahrmodus-Taste sind im Lenkrad untergebracht, die Mittelkonsole kommt mit großem Schwung, und dazu gibt es hier und dort noch die Cupra-typischen kupferfarbenen Akzente.

Gut gemachter Arbeitsplatz: Viel los im Terramar-Cockpit – zwei Displays, schwungvolle Mittelkonsole und viele kupferfarbene Details.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Das Kombiinstrument ist 10,25 Zoll groß, die Instrumente – schön gezeichnet und gut ablesbar – sind konfigurierbar, es gibt vier unterschiedliche Layouts. Der Touchscreen misst 12,9 Zoll, steht, da kann der Cupra seine VW-Verwandtschaft nicht verheimlichen, völlig frei im Raum. Man muss sich stets vorbeugen, um dort ranzukommen. Es gibt bessere Lösungen. Grafik und Menüführung des Multimedia hat Cupra aber ansprechend und logisch gebaut.
Fahrzeugdaten
Modell | Cupra Terramar 1.5 e-Hybrid |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | R4, Turbo, + E-Motor, PHEV |
Leistung Verbrennungsmotor | 130 kW (177 PS) |
Hubraum | 1498 cm3 |
Nockenwellenantrieb | Kette |
Leistung Elektromotor | 85 kW (116 PS) |
Systemleistung | 200 kW (272 PS) |
Systemdrehmoment | 400 Nm |
Vmax | 215 km/h |
Getriebe | Sechsgang-Doppelkupplung |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 255/40 R 20 Y |
Reifentyp | Continental SportContact 6 |
Radgröße | 8,5 x 20" |
Abgas CO2* | 12 g/km |
Verbrauch* | 0,5 l S/100 km |
Tankinhalt/Batteriekapazität | 45 l/19,7 kWh |
DC-Ladeleistung/Ladezeit (10-80 %) | 50 kW/26 Minuten |
Kraftstoffsorte | Super |
Vorbeifahrgeräusch | k. A. |
Anhängelast gebr./ungebr. | 2000/750 kg |
Stützlast | 80 kg |
Kofferraumvolumen | 450 l–k. A. |
Länge/Breite/Höhe | 4519/1869–2087**/1586 mm |
Radstand | 2681 mm |
Grundpreis | 56.310 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 60.275 Euro |
Das Platzangebot ist insgesamt sehr ordentlich – und vor allem im Fond größer als vielleicht erwartet. Die Sportsitze vorn sind beheizbar (Serie bei VZ), schön ausgeformt und bieten viel Seitenhalt, haben aber eine (zu) kurze und nicht verlängerbare Auflage.
Die Rückbank ist geteilt verschiebbar, die Lehnenneigung verstellbar. Man sitzt angenehm, in der Lehnenposition ganz hinten auch sehr lässig. Der Kofferraum schluckt im Plug-in-Hybrid 450 Liter, bei den anderen Terramar-Versionen sind es 540 Liter, die maximale Zuladung liegt im Test-Terramar bei 521 Kilogramm, sehr stattlich.
Relativ hohe elektrische Reichweite
Der hier getestete Terramar 1.5 e-Hybrid kommt mit einem 177 PS starken 1,5-Liter-TSI, einer E-Maschine mit 116 PS, Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe und Akku mit 19,7 kWh (netto, brutto 25,8 kWh). Die Systemleistung beträgt 272 PS.

Ordentlich: Als Plug-in-Hybrid geht der Terramar in 6,8 Sekunden auf 100 km/h – und er schafft 97 Kilometer rein elektrisch.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Den Standard-Sprint von 0 auf 100 km/h erledigte der Terramar im Test in 6,8 Sekunden, die Spitze liegt bei 215 km/h. Rein elektrisch schaffte der Cupra im Test eine Reichweite von 94 Kilometern. Mit leerem Akku – das messen wir separat – verbrauchte er 6,6 Liter/100 km. Insgesamt lag der Testverbrauch (40 % E-Anteil) bei 4,0 Liter/100 km plus 9,5 kWh. Das sind allesamt gute Werte.
Messwerte
Modell | Cupra Terramar 1.5 e-Hybrid |
|---|---|
Beschleunigung | |
0–50 km/h | 2,9 s |
0–100 km/h | 6,8 s |
0–130 km/h | 10,4 s |
0–160 km/h | 15,4 s |
0–200 km/h | 25,7 s |
Zwischenspurt | |
60–100 km/h | 3,1 s |
80–120 km/h | 4,0 s |
Leergewicht/Zuladung | 1899/521 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 54/46 % |
Wendekreis links/rechts | 10,4/10,3 m |
Sitzhöhe | 500 mm |
Bremsweg | |
aus 100 km/h kalt | 35,7 m |
aus 100 km/h warm | 34,2 m |
Innengeräusch | |
bei 50 km/h | 59 dB(A) |
bei 100 km/h | 65 dB(A) |
bei 130 km/h | 68 dB(A) |
Verbrauch | |
Stromverbrauch (hochgerechnet) | 23,72 kWh/100 km |
Testverbruch (60 % Hybrid-, 40 % E-Anteil) | 4,0 l S + 9,5 kWh/100 km |
Verbrauch mit entladener Batterie | 6,6 l S/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 95 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 681 km + 94 km elektrisch |
Wie immer beim Hybrid gilt: Man sollte sich darauf einstellen. Also gelassen bleiben und laufen lassen, man ist dann erstaunlich lange Strecken elektrisch unterwegs. Der 1,5-Liter läuft, wenn er dann ins Spiel kommt, eher brummig, klingt bei hohen Touren angestrengt bis kernig. Und im Teillastbereich ruckelt und rupft es gern mal im System, das ist vor allem in der Stadt nervig.
Terramar fährt sich forsch und agil
Zur VZ-Ausstattung gehören die Progressivlenkung und das DCC-Fahrwerk mit verstellbaren Dämpfern, die 20-Zoll-Räder des Testautos kosten 700 Euro extra. Der Testwagen war noch ausgestattet mit den 6-Kolben-Akebono-Bremsen (2400 Euro), eine durchaus sinnvolle Investition. Im Test aus Tempo 100 stand der Cupra mit warmen Bremsen nach 34,2 Metern, ein guter Wert.

Knackig: Cupra stimmt das bekannte DDC-Fahrwerk immer ein bisschen straffer ab. Es bleibt aber immer noch genug Komfort.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der Terramar ist grundsätzlich einen Zentimeter tiefergelegt als seine Plattform-Kollegen, das DCC-Fahrwerk strammer ausgelegt. Schon klar, eine gewisse Härte versteht Cupra ja als markentypisch. Aber, Entwarnung, das DCC liefert immer noch eine angenehme Bandbreite zwischen (noch) seriösem Komfort und einer energischen Härte. Die Lenkung spricht sauber und direkt an, liefert eine schöne Rückmeldung, und so fährt sich der 1,9 Tonnen schwere Terramar genau so, wie es sein soll: forsch und agil.
Wertung Cupra Terramar 1.5 e-Hybrid
Kategorie | Bewertung / Beschreibung | Punkte |
|---|---|---|
Karosserie | Ordentliches Platzangebot. Hohe Variabilität, gute Zuladung. Schlechte Übersicht. | 3,5 / 5 |
Antrieb | Hybridsystem mit 272 PS, Benziner unter Last kernig. Gute Fahrleistungen, niedriger Verbrauch. | 4 / 5 |
Fahrdynamik | Fährt sich agil und handlich, trocken abgestimmt. Direkte Lenkung, standfeste Bremsen. | 4 / 5 |
Connected Car | Flüssig laufendes Infotainment mit vielen Funktionen, gute Menüstruktur. Sprachsteuerung clever. | 4 / 5 |
Umwelt | Kein kleines Auto. 1,9 Tonnen Gewicht. Hybridantrieb mit verstellbarer Rekuperation. | 3 / 5 |
Komfort | Bequeme Sitze vorn und hinten, angenehme Position. Federung stramm. Komplette Ausstattung. | 4 / 5 |
Kosten | Cupra lässt sich seinen guten Ruf teuer bezahlen. Wartung alle zwei Jahre. Fünf Jahre Garantie. | 2,5 / 5 |
AUTO BILD-Testnote | 2,0 |
Den Terramar VZ 1.5 e-Hybrid liefert Cupra ab 56.310 Euro, im Leasing gab es für den e-Hybrid zum Redaktionsschluss Angebote ab 471 Euro. Es wird wohl weiter so gut laufen bei Cupra.
Fazit
Der Terramar schafft tatsächlich einen schönen Spagat zwischen Vernunft – zum Beispiel mit ordentlich Platz und niedrigem Verbrauch – und Vergnügen: Er fährt sich agil, und die 272 PS stehen auch nicht nur auf dem Papier, eine volle Batterie vorausgesetzt. Die Preise künden vom gestiegenen Selbstbewusstsein bei Cupra. AUTO BILD-Testnote: 2,0
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