Seit Dezember 2020 ist das Digitalradio DAB+ Pflicht in allen Neuwagen. DAB+ bietet eine deutlich höhere Qualität als der UKW-Standard, denn beim Digitalradio werden die Sendungen nicht als störanfällige Radiowellen ausgestrahlt, sondern digital verschlüsselt gesendet. Zudem ist der Klang deutlich besser, viele Experten attestieren ihm CD-Qualität. Trotzdem gehört der DAB-Empfang in den meisten Autos noch lange nicht zum Standard. Im Gegenteil: Nur in Neuwagen ist Digitalradio serienmäßig an Bord, die meisten älteren Autos sind noch nicht damit ausgestattet. Wer nicht darauf verzichten will, der kann schon für wenig Geld einen DAB+-Adapter anschaffen und den Empfang ganz einfach nachrüsten. AUTO BILD erklärt, wie es geht.

Wie kann man DAB+ nachrüsten?

Die Nachrüstung des Digitalradios geht in jedem Auto. Grundsätzlich gibt es dafür zwei Möglichkeiten. Die einfachste Variante ist die Nachrüstung über einen Adapter. Den gibt es schon zu günstigen Preisen unter 50 Euro. Teurere Adapter bringen praktische Zusatzfunktionen mit. Wer nichts von dem zusätzlichen Adapter im Auto hält, der kann auch ein neues Autoradio einbauen, das Digitalradio empfangen kann. Der Einbau ist allerdings etwas aufwendiger und das Gerät in der Regel teurer.
Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Albrecht DR 56 C
85,00 EUR
sehr gut
2.
Pure Highway 400
61,79 EUR
gut
3.
Auvisio FMX-640
71,94 EUR
gut
4.
FirstE DAB-008
76,99 EUR
gut
5.
Tiny Audio C5
204,99 EUR
gut
6.
Pioneer SDA-11DAB
119,00 EUR
befriedigend
7.
Auvisio FMX-650
53,24 EUR
befriedigend
8.
Geosta DAB 004
38,99 EUR
ausreichend
Nachrüstung mit Adapter: Die Geräte empfangen die DAB+-Sender über eine Klebeantenne an der Windschutzscheibe und schicken die Sendungen als UKW-Signal auf eine freie Frequenz des Autoradios. Alternativ können sie auch über den AUX-Anschluss verbunden werden. Im AUTO BILD DAB+-Adapter-Test erwies sich der Weg über den AUX-Anschluss als die störungsfreiere Lösung. Der Adapter selbst zieht seinen Strom über den 12V-Stecker oder einen USB-Port. Der Einbau gelingt in Minutenschnelle. Auch das Verlegen der Kabel ist kein Hexenwerk und verlangt lediglich etwas Fingerspitzengefühl. Praktisch: Manche Adapter bieten weitere Zusatzfunktionen, sodass sich mit ihrer Hilfe auch Bluetooth oder eine Spotify-Schnittstelle nachrüsten lassen.
Neues Autoradio einbauen: Wer noch einen DIN-Schacht im Auto hat, der kann das Autoradio vergleichsweise einfach austauschen. Wie der Einbau funktioniert, zeigt AUTO BILD hier. Etwas schwieriger wird es, wenn das Autoradio, wie bei modernen Autos üblich, integraler Bestandteil des Cockpits ist. Hier ist der Einbau meist schwierig und kostspielig; oft ist es ein Job für den Profi. Hier gilt es abzuwägen, inwiefern ein Austausch des Radios lohnt.

Welche Vorteile bietet DAB+?

Ein Argument für das Digitalradio ist im Vergleich zu UKW vor allem der bessere Klang. Der Sound ist klar und voll, und das Signal ist weniger störungsanfällig. Denn DAB+ wird digital gesendet und nicht, so wie UKW, über analoge Radiowellen. Gleichzeitig profitieren Autofahrer von einer höheren Programmvielfalt, da die Frequenzblöcke mehrfach belegt werden können. So stehen Radiohörern Dutzende Sender gleichzeitig zur Verfügung. Außerdem können über DAB+ weitere Daten wie Bild und Text übertragen werden.

Wann wird UKW abgeschaltet?

Dass das UKW-Signal früher oder später abgeschaltet werden soll, darüber sind sich Experten einig. Es bleibt lediglich die Frage nach dem "wann". Zuletzt stand das Jahr 2025 als möglicher Zeitpunkt für die Abschaltung zur Debatte. Einige Experten gehen aber auch von einer Abschaltung frühestens 2030 aus. Denn nach wie vor hören die meisten Deutschen Radio über UKW. Seit dem 21. Dezember 2020 ist immerhin etwas Bewegung in die Sache gekommen: Seit diesem Zeitpunkt müssen alle neuen Radios mit Display sowie alle Radios in Neuwagen DAB+ empfangen können.
Auch in anderen europäischen Ländern ist DAB+ auf dem Vormarsch. In einigen Ländern ist der Empfang bereits derart verbreitet, dass mit der Abschaltung des UKW-Signals begonnen wird (zum Beispiel in einigen Regionen Italiens). In Norwegen ist der UKW-Empfang bereits Vergangenheit. Wer hier Radio hören möchte, kommt um ein Digital-Radio nicht herum. Andere Länder wiederum befinden sich noch in den ersten Testphasen.