Seit die letzten verfügbaren Exemplare des Suzuki Jimny, Opfer teurer CO2-Strafzahlungen an Brüssel, in Gold aufgewogen werden, wissen Alpenbewohner und Gummistiefelprofis oft nicht mehr, was sie kaufen sollen.
Hinweis
Dacia Duster mit Rabat kaufen
carwow.de
Der neue Dacia Duster gibt eine akzeptable Antwort mit gemessenen 205 mm Bodenfreiheit (nicht Defender-Niveau, aber brauchbar), günstigen Karosseriewinkeln und durchweg abwaschbarem Interieur.

Bei den Assistenten hat Dacia aufgeholt

Auch die hohe Sitzposition (665 mm) nähert sich echten Offroadern. Mit 4,34 Meter Länge kompakt, aber breiter als die Konkurrenten (1,81 m), wiegt er nur 1423 kg leer – auf Schlamm und Schnee ein Vorteil. Schön, dass auch ein Notrad zu haben ist (150 Euro), denn mit Tirefit lässt sich im Gelände meist nichts kitten.
Dacia Duster TCe 130 4x4
Ziemlich komplett: Bei den verfügbaren Assistenzsystemen hat der Duster ordentlich aufgeholt – das macht ihn jetzt aber auch teurer.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
So spottbillig wie früher ist er nicht mehr, dafür klingen die Türen nicht mehr blechern, und das Interieur riecht nicht mehr nach Braunkohleheizung, wenn man ihn in der Sonne abstellt. Die assistenzlosen Zeiten sind auch vorbei: Tempolimiterkennung, City-Notbremsassistent, Spurhalteassistent – wie bei teuren Autos.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder
Dreizylinder, Turbo
Vierzylinder-Boxer, Hybrid
Vierzylinder, Turbo
Einbaulage
vorn quer
vorn längs
vorn quer
Ventile/Nockenwellen
4 pro Zylinder/2
4 pro Zylinder/4
4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb
Zahnriemen
Kette
Kette
Hubraum
1199 cm³
1995 cm³
1373 cm³
kW (PS) bei 1/min
96 (131)/4500
100 (136)/5600
95 (130)/5500
Nm bei 1/min
230/2100
182/4000
235/2000
Vmax
180 km/h
198 km/h
195 km/h
Getriebe
Sechsgang manuell
stufenloses Automatikgetriebe
Sechsgang manuell
Antrieb
Allradantrieb
Allradantrieb
Allradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Scheiben/Scheiben
Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung
215/60 R 18 H
225/55 R 18 W
215/55 R 17 V
Reifentyp
Continental EcoContact 6 Q
Falken Azensis FK 520
Continental EcoContact 6 Q
Radgröße
6,5 x 18"
7 x 18"
6,5 x 17"
Abgas CO2
137 g/km
174 g/km
131 g/km
Verbrauch*
6,1 l/100 km
7,7 l/100 km
5,5 l /100 km
Tankinhalt
55 l
48 l
47 l
Kraftstoffsorte
Super
Super
Super
Partikelfilter
Serie
Serie
Serie
Vorbeifahrgeräusch
68 dB(A)
67 dB(A)
66 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
1500/730 kg
1270/650 kg
1500/600 kg
Stützlast
75 kg
80 kg
75 kg
Kofferraumvolumen
456–1548 l 
315–1314 l 
430-1230 l
Länge/Breite/Höhe
4343/1813–2069**/1656 mm
4495/1800–2018**/1600 mm
4300/1785–k. A.**/1580 mm
Radstand
2657 mm
2670 mm
2600 mm
Grundpreis
24.650 Euro
34.790 Euro
32.640 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
26.800 Euro
40.500 Euro
36.040 Euro
Nicht so schön: die Windgeräusche ab 120 km/h. Und nach schräg hinten ist der Blick zugebaut. Eher weich ausgelegt, federt der Dacia weit aus auf Bodenwellen. SUV-typisch rollt er um die Längsachse. Auf Kopfsteinpflaster wirkt die indirekte Lenkung zittrig und stößig.

Dem Duster-Antrieb fehlt es an Harmonie

Der einzige Dreizylinder hier, mit Turbo und Startergenerator, gibt eine sparsame, aber wenig harmonische Antriebsquelle ab. Sie braucht stets Ladedruck. Ist der aufgebaut, springt sie unter Dreizylinderknurren los wie eine Katze, und mit der schnappschildkrötenartigen Kupplung – bei langem Pedalweg – ist es nicht leicht, den stoßweisen Krafteinsatz zu glätten. Selbst Profis fahren anfangs eckig wie Anfänger, bis Mensch und Maschine harmonieren.

Sein Alter sieht man dem Suzuki S-Cross an

Der Suzuki S-Cross, klar teurer, ist der Oldie im Trio. Seine elf Jahre alte Grundkonstruktion zeigt sich auch in allerlei Liebenswertem wie dem niedrigen Cockpit, schlanken A-Säulen, dem mechanischen Handbremshebel und Runduhren mit Nadeln. Er ist oberhalb des technisch identischen Vitara positioniert, wirkt innen wertiger. Den Abenteurer gibt er eher nicht mit 180 mm Bodenfreiheit.
Suzuki S-Cross 1.4 Boosterjet Allgrip
Durchaus liebenswert: Niedriges Cockpit, schlanke A-Säulen, Runduhren mit Nadeln und mechanischer Handbremshebel deuten auf das ältere Grundkonzept des S-Cross hin.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Da er kürzer übersetzt ist als der Dacia, fallen die Drehzahlsprünge zwischen den Gängen angenehmer aus. Der sechste Gang des abgesehen vom widerspenstigen dritten Gang gut flutschenden Schaltgetriebes ist schon bei Landstraßentempo nutzbar. Der integrierte Startergenerator schiebt kräftig mit an.
Hinweis
Suzuki S-Cross mit Rabatt kaufen
carwow.de
Das Fahrwerk geriet komfortabler als beim Dacia; die Federwege zeigen noch Reserven auf unserer Rumpelstrecke. Zug- und Druckstufe sind beim Suzuki besser aufeinander abgestimmt, keiner im Trio beruhigt sich auf Bodenwellen schneller als er. Dafür wirkt er straffer beim Abrollen, auf Kopfsteinpflaster geht's in Richtung hölzern-straff und laut. Die Lenkung: etwas gefühllos, aber nicht zu leichtgängig.

Der Suzuki gibt beim Wedeln den Dynamiker

Im Wedeltest ist der in Ungarn gebaute Japaner der Schnellste, denn das tolerante ESP lässt ihn lange in Ruhe. Spürbar ist, dass Suzuki immer wieder investiert hat in dieses Modell. Der Spurhalteassistent etwa pendelt nicht mehr hin und her wie früher. Leider ist das schnellste und leichteste Auto im Vergleich (1320 kg) auch das mit den längsten Bremswegen.

Im Subaru-Fahrwerk steckt viel Komfort

Der Subaru Crosstrek ist als Kompakter mit hoher Bodenfreiheit (gemessene 215 mm) ein Unikum, fährt über Steine im Schuhkartonformat hinweg. Die Sitzposition ist SUV-artig auf 28 cm Höhe über dem Wagenboden. Im Fond sitzt man nicht zu tief, bei nicht zu steiler Lehne und erstaunlich viel Kopffreiheit.
Subaru Crosstrek 2.0ie AWD
Gut in Fahrt: Der Subaru gefällt mit seinem komfortabel abgestimmten Fahrwerk – nur an der Zugstufe der Dämpfer hapert es ein bisschen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Er ist das leiseste Auto hier, mit fein austarierter Lenkung, federt am weichsten an, bietet den besten Abrollkomfort. Wobei die Zugstufe zu weit offen erscheint; so ganz harmonisch geriet auch seine Abstimmung nicht.

Den Gummibandeffekt gibt es noch immer

Nach wie vor spürbar: der Gummibandeffekt des stufenlosen Getriebes. Der Motor dreht bei kräftigem Beschleunigen arg hoch, der Tempozuwachs kommt verzögert – gut gedämmt, aber weder dynamisch noch ökonomisch. Dafür überhitzt er beim wiederholten Anfahren im Steilhang nicht.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
518
508
506
Platz
1
2
3
Fazit
Nicht billig, fährt aber bei Bremsen, Qualitätseindruck und Agilität in einer höheren Klasse.
Stärken sind Raumgefühl, Ladevolumen, Wiederverkauf. Sehr preiswürdig, teils unharmonisch.
Leicht, variabel, simpel zu bedienen, nach vorne übersichtlich. Die Bremswege sind arg lang.
Viele Details belegen, dass Entwickler mit Ahnung vom Leben abseits des Asphalts beteiligt waren: Drei statt zwei Waschdüsen, und die X-Mode genannten Fahrprogramme für Schnee, Schotter und Schlamm arbeiten auch im Rückwärtsgang. Schade nur, dass die Hybrideinheit den Platz für das Notrad verbaut. Trotz Kostennachteil bleibt der Crosstrek klar das hochwertigste Auto im Vergleich und siegt.

Bildergalerie

Dacia Duster TCe 130 4x4 Subaru Crosstrek 2.0ie AWD Suzuki S-Cross 1.4 Boosterjet Allgrip
Dacia Duster TCe 130 4x4
Subaru Crosstrek 2.0ie AWD
Galerie "Drei kompakte Allrad-SUV im Test" mit 38 Bildern öffnen
Drei kompakte Allrad-SUV im Test

Fazit

Mit dem Subaru Crosstrek gewinnt hier das teuerste Auto – es sammelt quer durch die Wertung so viele Punkte, dass ihm im Kostenkapitel der Sieg nicht mehr zu nehmen ist. Der Dacia bleibt erste Wahl als Strapazierauto. Auch den Suzuki mit seiner klassisch einfachen Bedienung kann man mögen, sein Alter schimmert aber durch.