Dacia Spring 65, Dacia Sandero TCe 90: Kaufberatung
Benzin oder Batterie – mit welchem Antrieb fährt man bei Dacia besser?

Wer einen günstigen Neuwagen sucht, hat bei Dacia die Wahl zwischen dem vollelektrischen Spring und dem Sandero als Benziner. Welcher verursacht die geringeren Kosten?
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Zwei Dacia im Antriebsvergleich
Aber, wer einen Kleinwagen zum fairen Preis sucht, zahlt auf den Kilometer gerechnet fast gleich viel Geld. Und weil es Dacia-Kunden traditionell in nicht unerheblichem Maße ums Monetäre geht, taugen beide dann doch wieder für einen Vergleich.
Im Spring fehlt es an Platz
Schon beim Einstieg zeigt sich: Der Spring reicht für die Stadt, aber nicht für große Sprünge. Auch wenn man ihm lassen muss, dass seine Designer das maximal Mögliche an Platz rausgeholt haben. 308 Liter Kofferraum sind nur 20 weniger als beim Sandero, maximal passen immerhin 1004 Liter rein (Sandero: 1108 Liter).

Beengt: Der Spring ist 17 Zentimeter schmaler als der Sandero. Auf der Rückbank kommen sich zwei Erwachsene so ziemlich nahe.
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Dass die gesamte Karosserie ohne Spiegel über 17 Zentimeter schmaler ausfällt, kann er schlussendlich aber doch nicht verstecken. Wenn zwei stämmige Erwachsene nebeneinander Platz nehmen wollen, sind sie sich schnell näher, als ihnen lieb sein dürfte.
Beim Infotainment punktet der Spring
Technisch hat der Spring mit dem Facelift im Jahr 2024 eine Auffrischung erhalten. Zu den Änderungen zählt ein komplett neues Cockpit, mit dem die gleichen Bildschirme Einzug hielten wie im großen Duster: Ein Sieben-Zoll-Fahrerdisplay wird ergänzt von einem mittigen Zehn-Zoll-Touchscreen, letzterer ist aber erst beim getesteten Extreme serienmäßig.

Deutlich moderner: Seit 2024 hat der Spring ein neu gestaltetes Cockpit. Der Stromer nutzt jetzt die Monitore aus dem großen Duster.
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Das System bietet Apple CarPlay sowie Android Auto und wirkt deutlich moderner als das, was wir aus dem Sandero kennen. In diesem Fall hat Dacia uns sogar mal die komplette Basisversion des Sandero geschickt, ohne alles. Das Radio wird hier über das Kombiinstrument bedient, was etwas fummelig sein kann und natürlich nicht die freie Eingabe von Radiofrequenzen erlaubt.
In Fahrt bietet der Sandero deutlich mehr
Ansonsten bietet der Sandero mehr Raum, mehr Komfort, mehr Alltag. Auch antriebsseitig: 91 PS, 180 Nm, 180 km/h Spitze – damit kann man fahren, auch mal auf größere Touren. Mit glatten sechs Liter Verbrauch legen Sandero-Fahrer entspannt bis zu 833 Kilometer am Stück zurück.

Mehr Auto: Mit 180 zu 125 km/h Vmax hängt der Sandero den Spring deutlich ab. Auch bei der Reichweite liegt der Benziner vorne.
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Der Spring ist dagegen limitiert: 65 PS, 113 Nm und 125 km/h Höchstgeschwindigkeit machen die Autobahn zum Abenteuer, genau wie die Windgeräusche, die schon unterhalb von 100 km/h auftreten, sowie die schmale 165er-Bereifung. Außerdem müssen fürs Schnellladen mit 30 kW 600 Euro extra gelöhnt werden. Ansonsten befüllt der Spring seinen 26,8-Kilowattstunden-Akku gerade mal mit 3,7 kW.
Interessant: Vergleicht man den "neuen" Spring mit dem Spring, wie er zum Marktstart 2021 ausgeliefert wurde, hat sich durchaus viel getan. Mittlerweile wirkt er weniger kippelig, springt weniger über Unebenheiten, die Lenkung verlangt etwas mehr Handmoment, der Servomotor surrt nicht mehr so beunruhigend laut.
Fahrzeugdaten
Modell | Dacia Spring 65 | Dacia Sandero Tce 90 |
|---|---|---|
Elektro | Benziner | |
Motor | Elektromotor | Dreizylinder, Turbo |
Leistung/Systemleistung | 48 kW (65 PS) | 67 kW (91 PS) |
max. Drehmoment | 113 Nm | 180 Nm |
0-100 km/h | 13,8 s | 12,3 s |
Vmax | 125 km/h | 180 km/h |
Antrieb/Getriebe | Vorderrad, Einganggetriebe | Vorderrad, manuelles Fünfganggetriebe |
Verbrauch – Reichweite WLTP | 13,2 kWh/100 km – 228 km | 5,3 l Super/100 km – k. A. |
Testverbrauch – Reichweite | 16,4 kWh/100 km – 188 km | 6,0 l Super/100 km – 833 km |
Batteriekapazität/Tank | 26,8 kWh | 50 l |
Länge/Breite/Höhe | 3701/1583/1519 mm | 4088/1758/1490 mm |
Radstand | 2423 mm | 2604 mm |
Kofferraum | 308–1004 l | 328–1108 l |
Leergewicht/Zuladung | 994/321 kg | 1083/452 kg |
Anhänge-/Stützlast | – | 1100/75 kg |
Typklassen (HPF/TK/VK) | 13/19/14 | 18/19/16 |
Grundpreis | 18.900 Euro | 13.250 Euro |
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km)* | 4329,60 Euro | 6768 Euro |
Wartung (4 Jahre) | 500 Euro | 900 Euro |
Steuer (4 Jahre) | 0 Euro | 272 Euro |
Versicherung (HPF/VK 4 Jahre) | 3732 Euro | 4252 Euro |
Wertverlust (4 Jahre; 60.000 km)** | 9100,35 Euro | 4550,05 Euro |
Gesamt | 17.661,95 Euro | 16.742,05 Euro |
Euro pro Kilometer | 0,29 Euro | 0,28 Euro |
Insgesamt bietet das Fahrwerk des Sandero aber noch immer mehr Reserven, federt komfortabler und wirkt rundum erwachsener. Auch hat der Sandero mehr Platz auf der Rückbank, ordentlich Schulterfreiheit sowie die größeren, massentauglicheren Sitze. Von der ebenfalls verfügbaren, noch schwächeren 45-PS-Version des Spring raten wir ab, wenn es nicht nur hin und zurück zum nächsten Discounter gehen soll.
Bei den Kilometerkosten liegt der Sandero vorne
Wir hatten ja anfangs gesagt: Im Endeffekt kommen beide nach unseren Berechnungen fast gleich teuer. Wie sich der Kilometerpreis zusammensetzt, unterscheidet sich aber. Der Spring kommt mit 18.900 Euro wie getestet über 5000 Euro teurer als der Sandero, spart dafür allerdings bei den Betriebskosten einiges ein.

Dank seines niedrigeren Preises und des geringeren Wertverlusts, kostet der Sandero 0,28 Euro pro Kilometer, der Spring 0,29 Euro.
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Er ist günstiger in der Haftpflichtversicherung, und die geringeren Energiekosten summieren sich nach 60.000 Kilometern auf fast zweieinhalbtausend Euro. Dazu fällt die Steuer weg, die Wartung kommt günstiger. Allerdings kalkuliert Schwacke den Wertverlust des Spring deutlich höher – kein Wunder. Der Sandero kostet wie getestet schlanke 13.250 Euro. So viel kann da gar nicht verloren gehen.
Fazit
Für eine pauschale Empfehlung taugt eigentlich nur der Sandero. Er ist teils rustikal gemacht, aber günstig und fährt ohne große Schwächen. Der Spring ist kleiner und in seinem Aktionsradius beschränkt, bietet rundum weniger Auto. Innerhalb seines Einsatzgebiets kann aber auch er durchaus Freude bereiten, wenn Ansprüche und Platzbedarf gering sind.
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