Gewiss, ein Sieg von Audi bei der Rallye Dakar wäre ohnehin eine Sensation gewesen. Der neue Audi RS Q e-tron ist noch nicht ausgereift, die Technik so komplex wie noch nie bei einem Fahrzeug, das den Wüstenklassiker in Angriff nahm. Ehemalige DTM-Motoren liefern den Strom für die E-Maschinen, die den eigentlichen Antrieb darstellen.
Klingt kompliziert, funktioniert aber durchaus. Carlos Sainz holte auf der dritten Etappe den ersten Sieg für Audi. Es war der 40. Etappensieg des Vaters von Ferrari-Formel-1-Star Carlos Sainz junior bei der Wüstenrallye. „Mit dem Auto bin ich glücklich. Wir fahren sehr schnell und lernen das Auto besser kennen“, sagt der Spanier. Die Etappe war ein voller Erfolg für Audi: Mattias Ektröm wurde fünfter., Stéphane Peterhansel belegte Rang drei.
Trotzdem hat Audi auf den Gesamtsieg keine Chance mehr. Schon seit der ersten Etappe nicht mehr. Dakar-Rekordsieger Stéphane Peterhansel büßte über 23 Stunden auf die Spitze ein – unter anderem, weil ein Hinterrad abgerissen ist. Damit war die Rallye eigentlich gelaufen. Aber der 56-Jährige fährt weiter – für Audi wichtige Testkilometer.

Ekström bester Audi-Pilot

Bester Audi-Pilot ist derzeit Mattias Ekström, der mit einer Stunde und 53 Minuten Rückstand auf Platz 19 liegt. Für den Ex-DTM-Meister ist es erst die zweite Dakar und die erste in der Autoklasse. Er ist also der unerfahrenste Fahrer im Audi-Aufgebot.
Bester Audi-Pilot ist derzeit Mattias Ekström, der mit einer Stunde und 53 Minuten Rückstand auf Platz 19 liegt.
Sainz selbst ist derzeit auf Platz 26 im Klassement zu finden. Er hat schon zwei Stunden und 19 Minuten Rückstand. Den Großteil fing er sich durch einen Navigations-Irrtum an Tag eins ein. Diverse Fahrer bogen bei Kilometer 257 falsch ab. Offenbar war das Roadbook der Veranstalter fehlerhaft. Audi verzichtet aber auf einen Protest. 
Favorit auf den Sieg ist Nasser Al-Attiyah, der die Rallye Dakar schon drei Mal gewonnen hat. Der Toyota-Pilot darf sich aber keinen Verstoß gegen das Reglement mehr leisten. Weil der FIA-Datenlogger nicht angesteckt war, muss sein Team 5000 Euro zahlen. Bei einem weiteren Vergehen droht die Disqualifikation.

Toyota ist Favorit

Toyota ist der führende Hersteller bei der aktuellen Ausgabe. Vier der fünf besten Fahrer pilotieren einen Toyota Hilux. Nur Sébastien Loeb kann mit dem Hunter von Prodrive auf Rang zwei mithalten – hat aber schon 37 Minuten Rückstand. Unter anderem wurde er durch zwei Reifenschäden zurückgeworfen.
Toyota ist der führende Hersteller bei der aktuellen Ausgabe.
Al-Attiyah hält die Spannung dennoch hoch: „Ich glaube, Seb und ich werden uns bis zum Ende einen harten Kampf liefern.“
Und deutsche Fahrer? Sie sind nur unter ferner liefen dabei. Daniel Schröder und Markus Walcher sind jeweils mit einem Nissan am Start und liegen wie erwartet mit den Plätzen 37 und 49 im Mittelfeld. 87 Autos sind noch im Rennen.

Deutsche Fahrer im Mittelfeld

Bei den Beifahrern ist Timo Gottschalk auf Rang neun derzeit der beste Deutsche. Er navigiert Jakub Przygonski, der einen Mini Buggy fährt – letztes Jahr mit Sainz am Steuer noch das siegreiche Auto. Doch die Buggys haben Vorteile verloren, weil Allradler größere Reifen und längere Federwege verwenden dürfen. Damit verlieren die Buggys gegenüber Allradler viele Vorteile.
Zwei Frauen kämpfen sich ebenfalls durch die Wüste Saudi-Arabiens. Laia Sanz ist mit einem Mini unterwegs und liegt derzeit auf Rang 28. Seit 2011 war sie schon mit dem Motorrad beim Wüstenklassiker dabei, jetzt erstmals im Auto. Nach dem die Spanierin im Team von Carlos Sainz 2021 schon in der Extreme E am Start war. Die Paraguayerin Andreas Lafarja ist derzeit auf Platz 57.
In der Side-by-Side-Kategorie, in denen kleine Buggys mit weniger als einem Liter Hubraum und weniger als 200 PS eingesetzt werden, dominiert Joan Lascorz die Schlagzeilen – auch wenn er nur Gesamt-12. Ist. Der Spanier ist aber seit einem Sturz in der Superbike-WM 2012 in Imola querschnittsgelähmt und kämpft sich trotzdem mit einem umgebauten Maverick-Buggy durch die Wüste.

Von

Michael Zeitler