Detroit Motor Show 2011, Teil 1
Zurück in die Zukunft

Wenig Glanz und Glamour, stattdessen Fakten: Mit mehr als 30 Weltpremieren meldet sich die NAIAS 2011 im Messekalender zurück. autobild.de zeigt die Highlights der Detroit Motor Show.
Bild: Volker Corell
- Jochen Knecht
Zugegeben, Detroit hat schon bessere Zeiten gesehen. Viel bessere. Bereits vor dem Krisenjahr 2009 bröckelte der Putz in der einstigen Auto-Hauptstadt der Welt an allen Ecken und Enden. Das ist auch 2011 nicht besser geworden. Aber eben auch nicht schlechter. Verantwortlich dafür sind eine langsam in Tritt kommende Automobilwirtschaft und die Detroit Motor Show. Letztere hat, allen Zweifeln zum Trotz, die große Auto-Depression überstanden und läutet jetzt ein neues Autojahr ein, in dem neben den gewohnt starken Europäern und Asiaten auch die amerikanischen Autobauer wieder eine Rolle spielen wollen. Und können.
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Bei GM, Ford und Chrysler blieb 2009 kaum ein Stein auf dem anderen. Neue Strategie, neue Partner, neuer Mut. Von allem ist auf der Detroit Motor Show etwas zu sehen. Althergebrachtes haben die ehemaligen "Big Three" dabei aber kaum noch zu bieten. Sicher, ganz ohne große SUV wie den GMC Sierra oder den frisch gelifteten Ford F-150 kann man auf dem amerikanischen Markt auch heute noch keinen Blumentopf gewinnen – die monströsen Nutzfahrzeuge spielen aber bei keinem der US-Autobauer noch die erste Geige. Stattdessen gibt's Bodenständiges wie den Buick Verano, ein auf edel getrimmtes Opel Astra Stufenheck, mit dem GM die Herzen der Kleinfamilien erobern, und ganz nebenbei dem in den USA so starken VW Jetta an den Kragen möchte. Könnte klappen. Die Opel-Technik stimmt und mit geschätzten rund 21.000 Dollar (ca. 16.000 Euro) kann sich der bestens ausgestattete Edel-Opel sehen lassen.
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Ford zeigt das Crossover-Concept Vertrek, ein kompaktes SUV, das noch vor ein paar Jahren viel zu klein für den amerikanischen Markt gewesen wäre, als Serienmodell aber ganz groß rauskommen soll. Mit sparsamen Motoren, modernem Design und europäischen Wurzeln. Unschwer zu erkennen, dass hier der Nachfolger des Ford Kuga seinen Einstand feiert. Neu im Ford-US-Team ist auch der C-Max, der erstmals in den USA angeboten und gebaut (Michigan) wird. 2012 erweitern gleich zwei Hybride die US-C-Max-Familie, wobei der C-Max Energi per Plug-in-System auch an der Steckdose betankt werden kann. Und so ganz nebenbei stellt Ford mit dem Serienmodell des Elektro-Focus einen dicken Fuß in die Tür zur Elektro-Zukunft. Aber was heißt hier Zukunft. Das Ding steht ab 2011 bei den US-Händlern. So was nennt man dann wohl Paradigmenwechsel.
Ganz so weit ist man bei Chrysler noch nicht. Immerhin sind die Amerikaner so langsam im Konzernverbund mit Fiat angekommen und leben das neue "Wir"-Gefühl in Detroit auch räumlich. Der Messestand des neuen Fiat-Konzerns ist der Größte im Cobo-Center. Fiat neben Chrysler, Ferrari und Maserati. Das hat was. Auch wenn wir uns da wohl noch eine Weile dran gewöhnen müssen. Deutlich sichtbares Zeichen des neuen Selbstbewusstseins ist der umgekrempelte 300er, zum Beispiel. Der steht zwar noch immer auf der gut abgehangenen Technik der alten Mercedes E-Klasse, sollte aber im neuen Look keine Probleme haben, weltweit Freunde zu finden – als Chrysler, oder wie bei uns als neues Lancia-Flaggschiff.
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