Für einige ist Tuning eine extreme Leistungssteigerung, laute Abgasanlagen oder extremen Breitbau. Andere wiederum definieren mit der Modifikation ihrer Autos durch krassente Innenraumausbauten, mit laut wummernden Musikanlagen und zahlreichen Bildschirmen im "Pimp My Ride"-Style – der Tuning-Sendung aus den USA mit Rapper Xzibit.
Neben diesen ganzen Maximalumbauten gibt es eine Gruppe auf einer Tuningmesse wie den PS Days, die beinahe untergeht. Die Rede ist von denen, die ihre Umbauten eher dezent halten. Autos also, die sich optisch eher auf kleine Details konzentrieren. Klar ist: Bei so einer großen Auswahl an Autos kann man unmöglich alle abdecken. AUTO BILD hat sich daher mal ein paar der eher dezenten Modelle gewidmet und zeigt einen kleinen Auszug.

VW Jetta

Der VW Jetta ist in Deutschland seit seit 2016 nicht mehr neu im Angebot. Dieser GLI, die Sportversion des Jetta, war in Deutschland allerdings ohnehin nie neu zu haben. Er stellte ein GTI-Derivat für die vereinigten Staaten dar, unter der Haube schlummert serienmäßig ein 2,0-Liter-Turbobenziner, der hierzulande in der sechsten Generation des Golf GTI zum Einsatz kam.
VW Jetta GLI
Die schlichte Lackierung untermalt den unauffälligen Charakter des Jetta.
Bild: AUTO BILD/Jonas Uhlig
Fun Fact: Die sechste Jetta-Generation, gebaut von 2010 bis 2018 – hier zu sehen – war die erste, die sich keine Karosserie-Gleichteile mehr mit dem Golf teilen musste. Das machte eine sportlichere Linie möglich, die bei diesem per Luftfahrwerk tiefergelegtem Exemplar gut zur Geltung kommt.
VW Jetta GLI
Von vorne könnte nur die verlängerte Frontlippe das Tuning an dem Jetta verraten.
Bild: AUTO BILD/Jonas Uhlig
Das Heck geriet am wenigsten dezent, zeigt einen auffälligen Diffusor. Trotzdem zählt diese Stufenhecklimo sicherlich zu den dezenteren Umbauten auf den PS Days 2024.

Mercedes S-Klasse Coupé

Gleich das zweite Auto, das in Deutschland mittlerweile nicht mehr angeboten wird, ist das Mercedes S-Klasse Coupé. Besonders als AMG-Version war der Nobel-Zweitürer zwar teuer, aber auch sehr beliebt. Und beim AMG S65 Coupé wäre das Wort "dezent" eigentlich fehl am Platz, die Umbauten an dem Benz halten sich aber stark in Grenzen.
Mercedes-AMG S65 Coupé
Die riesigen Chrom-Felgen passen perfekt zu den Chrom-Applikationen am Auto und der passenden Außenfarbe.
Bild: AUTO BILD/Sebastian Friemel
Die ganzen Chrom-Elemente in Grill, Lufteinlässen und den Scheibenrahmen waren bei diesem Modell nämlich serienmäßig verbaut. Passend dazu hat der Eigentümer große 22 Zoll-Chromfelgen in Vielspeichen-Optik drauf geschraubt. Passt sehr gut zum Fahrzeug, ohne dabei zu aufdringlich zu werden. In Kombination mit der Lackierung in "Smaragdgrün" wirkt der Sportler sehr edel.
Eine Tieferlegung ist zwar auch verbaut, man könnte sie aber als die wohl günstigste Maßnahme betrachten. Denn: Das Serien-Luftfahrwerk lässt sich durch die Veränderung der Koppelstangen – die für die Sensoren gebraucht werden, damit das Auto die Fahrhöhe ermitteln kann – einfach austricksen. Das Auto glaubt also, es sei zu Hoch, und die Luftfeder steuert nach und legt den Wagen tiefer. Ziemlich clever.

Toyota GR86

An diesem Japaner wurde nicht viel verändert – muss manchmal aber auch gar nicht sein. Er hebt sich vor allem über die bronzefarbenen 18-Zoll-MoTec-Felgen von der Serie ab, dazu gesellen sich Details wie ein geschwärztes Logo und eine Abgasanlage der Firma Miltek. Die Tieferlegung erfolgte über gekürzte Fahrwerksfedern der Marke H&R.
Toyota GR86
Im Profil zeigt der GR86, dass es manchmal eben nur Felgen braucht, um wirklich cool auszusehen!
Bild: AUTO BILD/Jonas Uhlig

Audi A6 Avant

Er gehört zu den Vertreter-Kombis in Deutschland: der Audi A6 Avant. Und obwohl dieses Modell in auffälligem Blauton vorfährt, ist der Kombi der Generation C5 eher zurückhaltend, was den Umbau betrifft.
Audi A6 Avant
Durch die hellblaue Lackierung dürfte dieser A6 Avant im Straßenbild noch ein wenig heraus stechen.
Bild: AUTO BILD/Sebastian Friemel
Da wären zum Beispiel die Kotflügelverbreiterungen. Auffällig? Ja, wenn man das Auto kennt, aber Anbieter wie Rocket Bunny oder Liberty Walk können da nur müde schmunzeln. Dazu 20 Zoll-Felgen, die stark an einen Radsatz vom A6 C7 erinnern und zwei etwas größere Endrohre. Im Innenraum kommen noch ein paar Bildschirme dazu, fertig ist der dezente Tuner-A6.

BMW Z3

In diesem BMW ist ebenfalls ein Luftfahrwerk verbaut. Der Z3 trägt den Baucode „E36/7“. An den Rückleuchten ist erkennbar: Hier handelt es sich noch um das Vorfacelift-Modell. Dazu wurden die Kotflügel verbreitert, um Platz für die geschüsselten Felgen zu bieten. Darüber hinaus wurde das Kennzeichen höhergelegt, sitzt nun zwischen den Heckleuchten.
BMW Z3 Cabrio
Klar, wenn er abgelegt ist, fällt der Z3 schon auf. Im Normalbetrieb dürfte er sich aber eher zurückhalten.
Bild: AUTO BILD/Jonas Uhlig

Nissan 300 ZX

Der Nissan 300 ZX gilt hierzulande als wahrer Exot. Obwohl die zweite Generation in Deutschland zwischen 1990 und 1995 verkauft wurde, fand sie nicht allzu viele Abnehmer. Immerhin musste der Japaner gegen BMW M3 E36 und Co. antreten.
Nissan 300 ZX
Durch die Tieferlegung wird das japanische Sport-Coupé stark gestreckt.
Bild: AUTO BILD/Sebastian Friemel
Aber diejenigen, die einen haben, können sich glücklich schätzen, und das nicht nur, weil gute Gebrauchte über 30.000 Euro kosten. Bei diesem Modell wurden ebenfalls leisere Töne angespielt, wenn es um Tuning geht.
Nissan 300 ZX
ein fast schon niedliches Detail sind die vier sehr dünnen Endrohre am Heck des 300 ZX.
Bild: AUTO BILD/Sebastian Friemel
Die kultige Linie des Coupés wird durch den Einsatz eines Luftfahrwerks noch schlanker, der Sportler wirkt gestreckter. Dazu die passenden Fünfspeichen-Felgen, das wars. So leicht kann aus einem schicken Sport-Coupé ein richtig cooles Gefährt werden.