Die Stars von Genf 2008, Teil 1
Zwergenaufstand am Lac Léman

Sie sind klein, sie sind schick, sie sind sparsam: Auf dem 78. Genfer Salon liefern die neuen Kleinwagen eine große Show ab. Im Rampenlicht: Ford Fiesta, Opel Meriva und Suzuki A-Star.
- Boris Pieritz
Alternative Antriebe, Downsizing, Leichtlaufreifen – alles gängige Mittel zur Reduzierung von Verbrauch und Emissionen. Eine weitere Strategie: das Präsentieren komplett neuer Kleinwagen. Auf dem 78. Genfer Salon zeigen die Autobauer eine ganze Armada von Stadtflitzern. Die Bandbreite reicht vom kugelig-gemütlichen Überraschungs-Ei IQ von Toyota bis zum giftig-sportlichen Fiat 500 Abarth. Das Gute daran: Die Kleinen sind nicht nur bescheiden, was den Benzinverbrauch angeht – sie sehen auch verdammt gut aus und haben oft auch noch ordentlich Dampf unter der Haube. Um 8:15 Uhr, direkt im Anschluss an Nissan, eröffnete Renault am ersten Pressetag (4. März) den bunten Kleinwagen-Messen-Reigen mit dem rasanten Twingo Sport. Mächtig bespoilert und beschwellert lässt er die zweite Twingo-Baureihe richtig draufgängerisch aussehen. Mit 133 PS schreit er eindeutig nach mehr als nur einem gemütlichen Einkaufsbummel. Weiter geht's zu Suzuki, wo die Japaner neben dem Agila-Bruder Splash das Concept Car A-Star enthüllen. Die Studie gibt einen Ausblick auf den neuen Alto, der 2009 zu uns rollt. Richtig gut und ausgereift sieht auch der neue Mazda2 aus. Auch ihm haben die Designer eine ordentliche Portion Sportlichkeit verpasst. Geschwungene Formen dominieren das Blechkleid des frischen Dreitürers. Bereits die ersten Exponate hier zeigen: Die Zeiten biederer (Einkaufs)-Kleinwagen sind endgültig vorbei.
In der Bildergalerie gibt es laufend neue Fotos von den Messestars!
Kaum einer zeigt das deutlicher als der neue Ford Fiesta. Eine markante seitliche Sicke versprüht krasse Aggressivität. Kein Vergleich zum eher öden Vorgänger. Die raubvogelartigen Frontleuchten verstärken diesen Eindruck noch. Weiter zu Mini. 17-Zöller, 211 PS steht auf dem Schild mit den technischen Daten. Ganz klar: Hier regiert der knallige John Cooper Works. Außen wirkt der Rennzwerg äußerst brachial, innen bis auf das griffige Sportlenkrad eher verspielt. Egal, der Doppelrohr-Zentralauspuff schreit deutlich nach einer ersten Ausfahrt. Eine komplett andere Stilrichtung verkörpert wenige Meter weiter der Fiat 500 Aria. Die Öko-Studie im grün-weißen Natur-Look sieht sauber aus und ist es auch. Im Innenraum kommen Bezugsstoffe aus Leinen, Baumwolle und Kokos zum Einsatz. Man möchte reinbeißen! Etwas unbeholfen wirkt hingegen der Tata Nano. Doch bei einem Auto, das in Indien keine 2000 Euro kosten soll, erwartet man auch kein Wurzelholz. Rüber zu Toyota. Von weitem sieht der Messestar aus wie ein Smart, bei näherem Hinsehen ist es jedoch der neue Kleinstwagen IQ mit Frontmotor. Die knapp drei Meter lange Kugel hat einen erststaunlich üppigen Innenraum mit hochwertiger Ausstattung. Vier Personen finden locker Platz.

Bild: Christian Köster
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