Nachhaltigkeit fängt bei der Bodenhaftung an – das gilt vor allem für Autos. So sollen Reifen umweltfreundlicher werden, und das ohne Sicherheitseinbußen. Wie funktioniert das?
Bislang war bei der traditionellen Reifenherstellung die Nachhaltigkeit eher nachrangig. Das ist an den verwendeten Materialien zu erkennen: Stahl, Gummi, Kunstfaser, Silika. Die schwarze Farbe rührte lange von Ruß her. Können Reifen also – sinngemäß – grün werden?

Name Sommerreifen in 215/55 R 18 (2025): Ergebnisse im Detail

Testsieger
Continental
PremiumContact 7 215/55 R18 99V XL BSW
Goodyear
EfficientGrip 2 SUV 215/55 R18 99V XL
Michelin
Primacy 4+ 215/55 R18 99V XL
Falken Reifen
Falken e.ZIEX 215/55 R18 99V XL EV Silent Core
Firestone
Roadhawk 2 215/55 R18 99V XL ENLITEN
Yokohama
BluEarth-XT (AE61) 215/55 R18 99V XL RPB
GoodRide
Solmax 1 215/55 R18 99V XL
Hankook
iON evo (IK01) 215/55 ZR18 99Y XL 4PR EV FP SoundAbsorber SBL
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Die Reifenproduktion war schon immer die Kunst des Kompromisses. Beispiel: Reifen sollen möglichst weich sein für optimalen Grip – und zugleich sollen sie möglichst lange halten. Ähnlich widersprüchlich sind die Anforderungen an die Effizienz der Pneus: Möglichst geringer Rollwiderstand sorgt für minimalen Energieverbrauch – gerade bei E-Autos ist das essenziell.
Doch damit entsteht ein herber Kontrast zum Kriterium "optimale Traktion". Anders gesagt: Ein Reifen, der sich in den Asphalt krallt, hat naturgemäß einen hohen Rollwiderstand. Ein Reifen mit glatter Lauffläche, also geringem Rollwiderstand, gerät wiederum schnell ins Driften, verliert an Haftung. Michelin zum Beispiel scheut sich nicht, diese drei konträren Vorhaben in einem Satz zu nennen: "Rollwiderstand reduzieren, Lebensdauer erhöhen, Abrieb verringern" – das sind die Ziele der Franzosen. Ganz schön ehrgeizig.

Bis zu 65 Prozent Ökomaterial

Beim Thema Öko geht es aber auch um Wiederverwertung. In Deutschland fallen jedes Jahr mehr als 600.000 Altreifen an – die meisten werden verbrannt. Eine ungeheure Verschwendung von Ressourcen! Die großen Reifenhersteller haben angefangen, die Recycling-Rate bei der Reifenproduktion Stück für Stück zu erhöhen. Ein Beispiel hierfür ist Continental: Der große Zulieferer fertigt seinen Reifen UltraContact NXT mit – je nach Reifengröße – bis zu 65 Prozent erneuerbaren und recycelten Materialien.
Wie gut sind Spritspar-Reifen?
Spritspar-Reifen wie der EcoContact von Continental haben einen optimierten Rollwiderstand.
Bild: Toni Bader
Das sind zum Beispiel PET-Flaschen. Das daraus gewonnene Polyester wird zu Fasermatten, die der Reifenkarkasse zusätzliche Stabilität verleihen. Erstmals sind auch Reishülsen Bestandteil des Conti-Reifens. Sie dienen als Ausgangsmaterial für nachhaltig produziertes Silika.

Silika aus Reishülsen-Asche

Silika hat für moderne Reifen so viel Bedeutung wie Energie für das Auto: Silika ist unverzichtbar für guten Grip bei geringem Rollwiderstand und für eine hohe Laufleistung jedes Pneus. Aus der Asche von Reishülsen gewonnenes Silika ist deutlich energieeffizienter als aus herkömmlichen Materialien wie Quarzsand.
Überdies wird so der wertvolle Rohstoff für andere Branchen, beispielsweise die Bauindustrie, aufgespart. Auch mit Soja als Reifenrohstoff wird experimentiert, beispielsweise beim Hersteller Goodyear.

Ersatz für Reifengummi gesucht

Ein weiterer Ansatz, Reifen "grün" zu machen, liegt im Elastomer. Der künstliche Gummi aus Erdöl ist die wesentliche Zutat von Autoreifen. Um darauf zu verzichten, muss Ersatz her. Der Reifenhersteller Nokian tüftelt gerade an synthetischem Kautschuk aus Birkenrindenresten und hat dafür bereits einen Innovationswettbewerb für Nachhaltigkeit gewonnen. Genug Rohstoff ist vorhanden. Birkenrinde ist ein Abfallprodukt der Zellstoff-, Papier- und Sperrholzindustrie.
Nokian Tyres hat sich vorgenommen, dass bis 2030 die Hälfte aller verwendeten Bestandteile seiner Reifenproduktion aus erneuerbaren oder recycelten Rohstoffen stammen. Bis 2050 sollen in der gesamten Wertschöpfungskette keine Treibhausgase mehr anfallen.

Sommerreifen der Dimension 225/65 R 17

Pilot Sport 4 SUV 225/65 R17 106V XL
Autobild LogoTestsieger
Externe Verlinkung
1.
Michelin
Pilot Sport 4 SUV 225/65 R17 106V XL
1,2
sehr gut
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Turanza 6 225/65 R17 102H BSWExterne Verlinkung
2.
Bridgestone
Turanza 6 225/65 R17 102H BSW
1,3
sehr gut
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Ziex ZE310 Ecorun 225/65 R17 106H XLExterne Verlinkung
3.
Falken Reifen
Falken Ziex ZE310 Ecorun 225/65 R17 106H XL
1,4
sehr gut
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Efficientgrip 2 SUV 225/65 R17 106V XLExterne Verlinkung
3.
Goodyear
Efficientgrip 2 SUV 225/65 R17 106V XL
1,4
sehr gut
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Ventus Prime 4 K135 225/65 R17 102HExterne Verlinkung
5.
Hankook
Ventus Prime 4 K135 225/65 R17 102H
1,5
gut
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RainExpert 5 225/65 R17 102HExterne Verlinkung
6.
Uniroyal
RainExpert 5 225/65 R17 102H
2,2
gut
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Cinturato P-7 C2 225/65 R17 106V
6.
Pirelli
Cinturato P-7 C2 225/65 R17 106V
2,2
gut
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Proxes Comfort 225/65 R17 106V XLExterne Verlinkung
8.
Toyo
Proxes Comfort 225/65 R17 106V XL
2,3
gut
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Nexen N Fera Sport SUV 225/65 R17 102HExterne Verlinkung
9.
Nexen Tire
Nexen N Fera Sport SUV 225/65 R17 102H
3,3
befriedigend
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Grabber GT Plus 225/65 R17 102HExterne Verlinkung
9.
General Tire
Grabber GT Plus 225/65 R17 102H
3,3
befriedigend
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Komplette Liste: Sommerreifen der Dimension 225/65 R 17
Stichwort Kautschuk aus Birkenrinde: Allein die Forstindustrie in Finnland und Schweden produziert laut dem Hersteller Reselo genug Rohmaterial für 200.000 Tonnen dieses speziellen Materials. Eine andere Variante ist Analog-Kautschuk aus Löwenzahn.
Auch mit der mexikanischen Gummipflanze Guayule wird experimentiert. Allerdings können diese Stoffe den Naturkautschuk, der zwischen zehn und 40 Prozent des Gesamtgewichts eines modernen Reifens ausmacht, erst dann teilweise oder vollständig ersetzen, wenn sie identische oder zumindest ähnliche Eigenschaften aufweisen.
Ganzjahresreifen Reisemobil
Beim Reifen kommt es, Umweltschutz hin oder her, in erster Linie auf Sicherheit an – also auf Grip.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Auch Goodyear tüftelt an einem Öko-Reifen, der zu 100 Prozent aus nachhaltigem Material besteht. Der Gummianteil wird dabei aus Sojaöl gewonnen. Das will Goodyear bis 2030 umsetzen.
Bei einem Demo-Reifen wurde bereits 63 Prozent Anteil erreicht. Der Prototyp enthält unter anderem vier verschiedene Rußarten, Rapsöl, aus Reisspelzen-Asche hergestelltes Silika und recyceltes Polyester.

Reifenproduktion mit Ökostrom

Nachhaltigkeit erstreckt sich auch auf den Produktionsprozess – das zeigen die Öko-Pläne der Autohersteller. Die Reifen der Zukunft will die Industrie möglichst klimaneutral backen. Reifenhersteller wie Michelin oder Continental wollen das Jahr 2050 erreichen. Michelin will bis dahin vollständig auf den Einsatz von Lösungsmitteln verzichten. Neben der CO2-neutralen Fertigung sollen bis dahin auch alle Materialien für Autoreifen nachhaltig gewonnen werden, also aus recycelten oder erneuerbaren Rohstoffen bestehen.
Pirelli etwa verweist darauf, dass im Vergleich zu 2009 der Wasserverbrauch im Unternehmen um rund 70 Prozent gesenkt wurde. In jedem Werk ist ein Energieeffizienzprogramm eingerichtet. Darauf führt Pirelli zurück, dass der Energieverbrauch unternehmensweit 2009 bis 2019 um 13 Prozent zurückging. Bereits 2025 will Pirelli komplett auf Ökostrom umgestellt haben. Rund 97 Prozent der anfallenden Abfälle werden bereits wiederverwertet. 2030 ist die CO2-Neutralität geplant. Es wird sich also in den kommenden Jahren viel tun beim Bodenkontakt unserer Autos.
Es geht recht langsam voran beim Vorhaben, Autoreifen wirklich umweltverträglich zu machen. Das hat einen einfachen Grund: Sicherheit geht vor Umweltschutz! Daher ist Nachsicht mit den Pneu-Bäckern nötig – es gibt Gründe für das Tempo.