Drei Kurze mit 100 PS
Rivalen der Kartbahn

Sie sind klein und fein und haben rund 100 PS. Die Kraftzwerge von Fiat, Renault und Smart setzen auf maximalen Fahrspaß bei minimalen Abmessungen. Doch welcher von ihnen hat am Ende die Stupsnase vorn?
Bild: Lena Barthelmeß
Irgendwie knuffig sind sie alle drei. Der kurze schwarze Smart Brabus mit den feisten 17-Zöllern an der Hinterachse, der unschuldig-weiße Fiat 500 Sport, der Frauenherzen im Sturm erobert, und der sanft bespoilerte Renault Twingo GT, der im Vergleich zum Vorgänger allerdings deutlich nüchterner daherkommt. Sie treten topmotorisiert an, und das sind in der Kleinstwagenliga immerhin rund 100 PS. Höchst unterschiedlich ist jedoch die Art und Weise, wie sie die Leistung auf die Bahn bringen. Fiat bemüht hierzu einen alten Bekannten: 1,4 Liter, 16 Ventile, Maximaldrehmoment erst bei 4250 Touren. Die Papierwerte lassen es erahnen: satten Durchzug gibt’s woanders. Bei Renault zum Beispiel. Auch hier ein Triebwerk mit Tradition: Seine 1149 Kubikzentimeter mobilisierten schon den Ur-Twingo und diverse Clio-Generationen. Neu ist allerdings die Aufladung per Turbo, die dem Motor mehr als guttut. Kultiviert, ohne Turboloch und jederzeit kraftvoll zupackend, gehört er zum Besten, was man in dieser Klasse derzeit kaufen kann. Geladen ist auch der Einliter-Dreizylinder des Smart, der unter Volllast eindrucksvoll faucht und sich ein wenig wie ein halber Porsche-Turbo-Motor anhört. Auch er generiert reichlich Drehmoment und drückt – dank Hinterradantrieb – den Aufbau beim Beschleunigen ordentlich in die hinteren Federn.
Im Grenzbereich zeigt sich der Fiat 500 narrensicher

Bild: Lena Barthelmeß
Das erbarmungslose ESP raubt im Smart den Fahrspaß

Bild: Lena Barthelmeß
Das kann man von den Fauteuils des Twingo nicht behaupten. Die unbefriedigende Sitzposition und die Abwesenheit von Seitenhalt passen so gar nicht zu einem Auto, das die Bezeichnung "GT" trägt. Und noch eines muss gesagt werden: Warum hat Renault als einzige Reminiszenz an den Ur-Twingo dessen unzumutbare Türöffner übernommen? Der Fiat zeigt, wie’s geht: stabile Bügeltürgriffe aus Metall. Auf der Rennstrecke geht der Twingo klar in Führung. Sein Motor hat am meisten Schmackes, das Fahrwerk offenbart sportliches Talent. Obwohl der Renault in diesem Trio die komfortabelste Abstimmung bietet und sich in Kurven kräftig neigt, erzielt er die mit Abstand besten Rundenzeiten. Willig einlenkend durcheilt er Kurven weitestgehend neutral, auf provozierte Lastwechsel reagiert er mit einer gut berechenbaren Eindrehtendenz – das ist der Stoff, aus dem schnelle Rundenzeiten gemacht werden. Dass Renault für den Twingo bisher kein ESP anbietet, ist auf der Rennstrecke kein Makel, wohl aber im alltäglichen Straßenverkehr des Jahres 2008. Die Bremsanlage des Twingo arbeitet – wie die des Smart – mit Trommeln an der Hinterachse und erweist sich als ebenso gut dosierbar wie standfest.
Mit dem Twingo GT wird das günstigste Auto Testsieger

Bild: Lena Barthelmeß
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