DTM: Saisonfinale in Hockenheim 2019

DTM: Finale in Hockenheim

So lief Buttons DTM-Debüt

Das erste Training der DTM mit den Gästen aus der Super GT in Hockenheim ist beendet. Wie haben sich Jenson Button und Co. geschlagen?
Jenson Button kennt seine Pappenheimer. Ratschläge? Klar, die kamen vor dem Gastspiel der Super GT beim DTM-Finale in Hockenheim gleich reihenweise. Es ist ein historisches Aufeinandertreffen zwischen Honda, Nissan und Lexus sowie Audi, BMW und Aston Martin, es ist das erste unter Rennbedingungen. Und klar: Die DTM-Stars sind hilfsbereit, wollen den Gästen aus Japan unter die Arme greifen.
Oder? "Ich weiß nicht, welchen Tipps ich glauben kann. Denn wir sind Rennfahrer, wir sind gut im Lügen", sagt der Formel-1-Weltmeister von 2009, der beide Rennen im Honda NSX-GT absolvieren wird. Tsugio Matsuda teilt sich den Nissan GT-R mit Ronnie Quintarelli. Im Lexus LC500 wechseln sich in Hockenheim Ryo Hirakawa und Nick Cassidy ab. Damit stehen 21 statt wie sonst 18 Autos in der Startaufstellung.

Wie sah denn die Vorbereitung auf das besondere Gastspiel aus? Immerhin ist die aktuelle Super-GT-Saison noch in vollem Gange. "Ich habe Windeln gewechselt", scherzt Button, der zuletzt zum zweiten Mal Vater wurde. Ansonsten habe man nicht viel getan, da man sich noch in der laufenden Saison befinde. "Wir lernen aber sehr schnell, das ist die Hauptsache." Matsuda zum Beispiel zockte auf der Playstation, um sich auf die Strecke vorzubereiten.
Button stellte im Vorfeld klar: Er hat keine Ahnung, was er erwarten soll. Denn: "Es sind viele Dinge, die unterschiedlich sind." Die größte Baustelle sind die Hankook-Reifen, an die sich die Japaner gewöhnen müssen, da sie einen Reifenkrieg und viel mehr Grip gewöhnt sind. Im Regen macht es das Ganze noch ein bisschen kniffliger. Die richtige Abstimmung für die Einheitspneus zu finden, deren Verhalten selbst die DTM-Teams immer noch überrascht, wird die große Herausforderung sein.

Jenson Button in Hockenheim.

"Unsere Autos sind aus technischer Sicht sogar im Vorteil, zum Beispiel was die Aerodynamik betrifft und was wir tun dürfen. Das zeigt sich aber noch nicht auf der Strecke", sagt Button. 
Die Super GT fährt bereits seit mehreren Jahren mit dem Vierzylinder-Turbomotor, der rund zehn PS mehr haben dürfte als sein DTM-Pendant (610 PS). Deshalb hat das Trio einen Vorteil auf den Geraden, zudem auch mehr Abtrieb als die DTM-Boliden, da die Super-GT-Autos noch mit der Aerodynamik von 2018 fahren. Und: In Japan sind Weiterentwicklungen erlaubt, wo in der DTM die Autos technisch eingefroren sind.
Doch erschwerend hinzu kommen weitere Unterschiede. Button: "Wir machen zum Beispiel keine stehenden Starts in einem Super-GT-Auto, wir haben fliegende Starts. Die Safety-Car-Regeln sind auch sehr unterschiedlich. Und auch die Boxenstopps sind anders: Unsere dauern 40 Sekunden, weil wir einen Fahrerwechsel haben und nachtanken. Aber: Es macht Spaß, neue Dinge zu lernen."
Und was ist mit Unfällen? Button kennt es aus Japan so, dass ein Crash ein No-Go ist. "Wenn du im Gras landest, schaut jeder hin und zeigt auf dich. Für jemanden aus der Super GT ist es sehr unüblich, in der Mauer zu landen. Es geht also darum, die Limits zu lernen." 
Sie tasten sich heran: Die zweite Session blieb trocken. Unterm Strich lagen die Super-GT-Gäste zwischen eine und zwei Sekunden hinter der DTM-Spitze zurück. Eine Balance-of-Performance wird daher erst einmal nicht nötig sein. Angepasst würden sowieso nur die Japaner, da sich die DTM im laufenden Wettbewerb befindet.

DTM: Saisonfinale in Hockenheim 2019


Autor: Andreas Reiners

Fotos: ITR

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.