E-Auto-Akku leer? Kein Grund zur Panik!
Elektroautos fahren weiter als gedacht – und warnen frühzeitig

Bild: VW
Die Reichweitenangst, also die Angst, mit einem E-Auto plötzlich ohne Strom liegenzubleiben, ist offenbar unbegründet. Das zeigt ein Härtetest des "c't Magazin" in Zusammenarbeit mit dem ADAC. Das überraschende Ergebnis: Auch bei "leerem" Akku rollen Elektroautos oft noch mehrere Kilometer weiter – und warnen ihre Fahrer deutlich früher, als viele denken.
Sechs aktuelle E-Autos von VW, Tesla, Kia, Volvo, BYD und Nio mussten im Test auf dem ADAC-Testgelände in Penzing (Bayern) bis zum Stillstand fahren. Das Ergebnis: Alle Fahrzeuge warnten rechtzeitig, drosselten bei kritischem Akkustand automatisch die Leistung – und ließen ihre Fahrer nie unvorbereitet stehen.
Bei 20 Prozent gibt's die erste Akku-Warnung
Bereits ab 20 Prozent Ladestand poppte die erste Warnung auf – mit einer Restreichweite von bis zu 95 Kilometern. Spätestens ab 10 Prozent Akkuleistung nahmen die Fahrzeuge die Leistung schrittweise zurück. Laut c't-Redakteur Sven Hansen verfügen die Fahrzeuge zudem über eine "stille Reserve", ähnlich wie bei Verbrennern mit Tankreserve.

Bei niedrigem Akkustand wird frühzeitig gewarnt.
Bild: VW
Interessant: Auch das Nachladen auf dem Pannenstreifen funktioniert – mit passender Technik. Im Test spendete ein Kia Strom aus seiner Batterie (Vehicle-to-Load), um ein anderes Auto per Powerstation von EcoFlow zu versorgen. Fazit: Es klappt, dauert aber rund eine Stunde.
Spätestens bei zehn Prozent die Ladesäule ansteuern
Die wichtigste Erkenntnis: "Wer die Warnungen beachtet und spätestens bei zehn Prozent eine Ladesäule ansteuert, wird nie in die Verlegenheit kommen, die Reserve zu benötigen", so Hansen.
Auch der ADAC gibt Entwarnung: E-Autos bleiben nicht häufiger liegen als Verbrenner – und wenn doch, dann meist wegen technischer Probleme und nicht wegen leerer Batterien.
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