E-Auto-Akku-Tipp: frühzeitigen Akku-Tod vermeiden
Rat vom Chemiker: Wer so lädt, bringt seinen Akku um

Bild: Panasonic
In E-Autos stecken zumeist Lithium-Ionen-Akkus. Aber es gibt verschiedene Bauarten, und nicht jeder kennt die genaue Art, die gerade in seinem Auto verbaut ist. Doch die zu kennen ist wichtig, denn man muss beim Laden darauf Rücksicht nehmen, sonst haucht der Akku vorzeitig sein elektrisches Leben aus.
Ein aktueller Tipp könnte helfen, das Leben von Akkus wie im Teslas Model 3 und Y oder BYD Seal deutlich zu verlängern! Denn bei deren einachsig angetriebenen Modellen wie auch in Einstiegsfahrzeugen oder kompakten E-Autos steckt ein LFP-Akku. So auch im Volvo EX30, MG4 und MG5, oder auch in Citroën ë-C3.
Solche LFP-Akkus sollte man nicht zu häufig ganz vollladen, vor allem aber nicht, wenn sie noch fast voll sind. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Electrochemical Society, einem US-Forschungsinstitut aus Pennington, New Jersey. Denn das killt den Akku schneller, als wenn man ihn regelmäßig bis auf die empfohlene Mindestladung von 20 Prozent herunterfährt. (So lebt ein E-Auto-Akku länger).
Hier der technische Hintergrund: LFP-Batterien wurden auf Basis von Lithium-Eisenphosphat konstruiert (so sieht der Akku der Zukunft aus). Sie haben den Vorteil, weniger zu kosten als herkömmliche Li-Ionen-Akkus, da sie weitgehend auf Nickel und Kobalt verzichten. Im Gegenzug ist ihre Leistungsdichte geringer. Auch sind sie empfindlicher gegen Kälte.
Warum Tesla das Vollladen empfiehlt
Problem nun beim LFP-Akku: Hersteller wie Tesla empfehlen bei Autos mit dieser Batterie das regelmäßige Vollladen auf 100 Prozent, damit sich der Akku kalibrieren lässt. Das ist nötig, damit der Wagen die verbleibende Restreichweite genauer abschätzen kann. Der aktuellen US-Studie zufolge sollte man das stetige Vollladen auf Vollladen vermeiden.
Besonders schlecht ist es, wenn man einen fast voll geladenen Lithium-Eisen-Phosphat-Akku gleich wieder auf 100 Prozent vollpumpt. Warum? Denn die höheren Spannungen und die Hitzeentwicklung erzeugen schädliche Substanzen im Akku. Im Gegenzug wird die Lebensdauer des Energiespenders verkürzt.

Die Forscher der Electrochemical Society haben die Ladekurven von LFP-Akkus in verschiedenen Ladezuständen gemessen. Ergebnis: Zu häuffiges Vollladen schadet dem Akku.
Bild: Journal of the Electrochemical Society
Wie häufiges Vollladen die Akku-Lebensdauer verkürzt
Was genau passiert: Schädlichen Kristall-Verbindungen, auch Dendriten genannt, lagern sich am negativen Pol des Akkus an. Sie vermindern auf Dauer die Leistung der Batterie. Besonders schädlich ist es, ein vollgeladenes Auto mit LFP-Akku nicht gleich zu fahren, sondern erstmal vollgeladen stehen zu lassen.
Auf die Spur kamen die Forscher dem Effekt, in dem sie in allen Ladezuständen die aktuell fließenden Ströme und deren Spannung maßen, also von 0 bis 25 Prozent, 0 bis 100 Prozent und von 75 bis 100 Prozent. Dabei wurde auch die Energieabgabe, die Effektivität sowie die Anzahl der Ladezyklen berücksichtigt.
Welchen Einfluss hat das nun auf die Lebenszeit des Akkus? Das lässt sich schwer beziffern. Laut Tesla beträgt die Lebensdauer von LFP-Akkus bis zu 10.000 Ladezyklen. Bei einer durchschnittlichen Ladung von 200 km würde das theoretisch einer Fahrstrecke von zwei Millionen Kilometern entsprechen.
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