Elektroautos zu langsam für die Verbrecherjagd
Österreich zieht Elektro-Streifenwagen den Stecker

Rund zwei Jahre lang hat Österreich getestet, ob E-Autos für den Polizeidienst praxistauglich sind – nun wird das Projekt beendet. Die Gründe für das Aus lassen aufhorchen!
Bild: Jürgen Makowecz/BMI
- Raphael Schuderer
Im Jahr 2023 startete das österreichische Innenministerium sein Projekt TRON. Das Ziel: Die Praxistauglichkeit von Elektroautos als Polizei-Einsatzfahrzeug testen. Nun zieht Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) den E-Autos den Stecker: Sie seien für den operativen Einsatz nur eingeschränkt geeignet, das Projekt werde Ende 2026 eingestellt. So berichtet der "Kurier".
2024 wurden die geleasten Elektro-Streifenwagen auf insgesamt 20 Polizeidienststellen in Österreich verteilt. 22 Modelle der Typen VW ID.3 und ID.4 fuhren im Streifendienst, auch ein Porsche Taycan wurde für ein Jahr erprobt.
Zu langsam für Verfolgungsjagden
Die Bilanz fällt nach rund einem Jahr Testbetrieb ernüchternd aus. Massive Kritik an den elektrischen Einsatzfahrzeugen kam vonseiten der Polizeigewerkschaft FSG: Die Ausrüstung finde keinen Platz im ID.4-Kofferraum, Einsatzmittel müssten teilweise auf der Rückbank gelagert werden. Die Touchbedienung im Fahrzeug mache im Einsatz Probleme. Auch für Verfolgungsjagden seien die Modelle kaum geeignet, da sie bei Tempo 160 km/h abregelten und die Bremsen für rasante Fahrten unterdimensioniert seien.
Hauptproblem: Reichweite
Vor allem die Reichweite sei zu gering, daher müsse für eine durchgehende Streifentätigkeit während einer Schicht das Einsatzfahrzeug mit einem anderen E-Mobil getauscht werden. Die E-Funkstreifen seien als zusätzliche Streifenkraftwagen geeignet, aber als völliger Ersatz unmöglich aufgrund der Batterieleistung.
Hoffnung auf technische Verbesserung
Das Projekt TRON zeigt, dass die E-Mobilität den Verbrenner bislang nicht in allen Bereichen vollwertig ersetzen kann. "Positiv beurteilt wird aktuell lediglich der Einsatz als Botenfahrzeuge außerhalb des polizeilichen Einsatzgeschehens", so der österreichische Innenminister Karner – immerhin etwas.
In die Zukunft blickt das Nachbarland dennoch optimistisch: Man wolle in den kommenden Jahren den Markt weiter beobachten, da sich die Technik rasant weiterentwickle. Bis es so weit ist, müssen sich die Polizeikräfte in der Alpenrepublik weiter auf ihre Benziner oder Diesel verlassen.
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