E-Auto-Fahrer dürfen sich glücklich schätzen, wenn sie eine eigene Wallbox nutzen können – dann sind die Energiekosten derzeit deutlich günstiger als beim Verbrenner. Das hat das Vergleichsportal Verivox im Rahmen eines Halbjahresrückblicks festgestellt.
Der durchschnittliche Energieverbrauch moderner Elektroautos beträgt demnach etwa 20 Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer (km). Legt man den durchschnittlichen Strompreis von 35,96 Cent pro kWh im ersten Halbjahr 2024 (für Bestandskunden) an, belaufen sich die Stromkosten pro 100 km demnach auf 7,19 Euro. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 12.000 km summieren sich die Kosten für das Laden des Fahrzeugs an der heimischen Wallbox auf 863 Euro, berechnet Verivox.

Wie viel teurer ist öffentliches Laden als an der Wallbox?

Wer ein Elektroauto an öffentlichen Ladesäulen statt zu Hause auflädt, sieht sich dagegen mit höheren Kosten konfrontiert. An öffentlichen Ladestationen beträgt der durchschnittliche Preis für eine Kilowattstunde 54,25 Cent bei normaler Aufladung mit Wechselstrom und 64,44 Cent bei einer Schnellladung mit Gleichstrom.
Daraus resultieren Kosten von circa 10,85 Euro für 100 Kilometer bei normaler Aufladung und 12,89 Euro bei Schnellladung. Auf das Jahr hochgerechnet, belaufen sich die Kosten bei einer jährlichen Fahrleistung von 12.000 Kilometern auf 1302 Euro beziehungsweise 1547 Euro.

Um wie viel sind Benziner und Dieselfahrzeuge teurer?

Verivox hat dem die gemittelten Fahrtkosten für Verbrenner gegenübergestellt. Im ersten Halbjahr 2024 zeigt sich, dass Benzinfahrzeuge durchschnittlich 7,7 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Bei einem Benzinpreis von 1,788 Euro pro Liter belaufen sich die Ausgaben pro 100 Kilometer auf etwa 13,77 Euro. Auf Jahresbasis, ausgehend von einer Fahrleistung von 12.000 Kilometern, resultieren daraus Kosten in Höhe von 1652 Euro. Das ist fast doppelt so teuer, als würde man ein E-Auto an der Wallbox laden.
Fahrtkosten beim Diesel sind etwas günstiger: Einen durchschnittlichen Verbrauch von 7 Litern pro 100 Kilometer hat Verivox überschlagen. Mit einem gemittelten Dieselpreis von 1,706 Euro pro Liter ergeben sich Kosten von 11,94 Euro für diese Distanz. Über das Jahr verteilt, bei einer angenommenen Gesamtfahrleistung von 12.000 km, summieren sich die Kosten auf 1433 Euro.

Wann ist Fahren mit Diesel günstiger als mit Strom?

E-Autos "tanken" zu Hause demzufolge 48 Prozent günstiger als Benziner und 40 Prozent günstiger als Dieselfahrzeuge. Im Vergleich zu öffentlichen Ladesäulen mit herkömmlicher Aufladung fällt der Preisvorteil aber merklich niedriger aus: minus 21 Prozent bei Benzin und minus 9 Prozent bei Diesel. Und die besonders teure Schnellladung liegt im Preis sogar über dem Tanken mit Diesel.
"Wer an einer Wallbox zu Hause aufladen kann, hat mit dem E-Auto deutlich niedrigere Treibstoffkosten als mit einem Verbrenner", sagt Thorsten Storck von Verivox. "E-Auto-Fahrerinnen und Fahrer, die häufig auf öffentliche Ladesäulen angewiesen sind, haben jedoch einen deutlich geringeren Preisvorteil."

Beispiel VW Golf / ID.3: Kraftstoffkosten im Vergleich

Der Vergleich des VW Golf mit verschiedenen Motoren gegenüber dem nahezu gleich großen VW ID.3 verdeutlicht, dass die Kosten für das Aufladen eines Elektroautos zu Hause erheblich geringer ausfallen als die Ausgaben für Sprit bei herkömmlichen Fahrzeugen (hier geht es zu Stromkosten für weitere beliebte E-Auto-Modelle). Anmerkung der Redaktion: Verivox verglich Verbrenner-Golf mit dem e-Golf, der allerdings seit 2020 nicht mehr gebaut wird und auf der früheren Modellreihe Golf VII basiert. Das aktuelle Elektro-Pendant ID.3 passt besser.
  • Der VW ID.3 (in der Version Pro S mit 204 PS) verbraucht laut AUTO BILD-Test rund 21,3 kWh auf 100 Kilometern. Legt man den durchschnittlichen Strompreis vom ersten Halbjahr 2024 an (0,3591 Cent/kWh), entstehen für diese Strecke beim Laden zu Hause im Mittel Kosten in Höhe von 7,66 Euro. Beim öffentlichen Laden sind es dagegen 11,56 Euro, beim Schnellladen sogar 13,73 Euro.
  • Der 150 PS starke Benziner VW Golf 1.5 eTSI verbraucht laut ADAC Ecotest 6,1 Liter Benzin auf 100 Kilometern, was im vergangenen Halbjahr durchschnittlichen Kosten von 10,91 Euro entspricht.
  • Beim sparsamen Diesel VW Golf 2.0 TDI mit 150 PS, der laut ADAC Ecotest einen Verbrauch von 4,8 Litern auf 100 km aufweist, liegen die Kosten bei 8,19 Euro und damit ebenfalls über den Stromkosten des vergleichbaren E-Mobils.