Knuffig. Der neue Renault 5 ist retro. Das lässt bei vielen die Herzen höherschlagen. Und plötzlich ist die Elektromobilität gar nicht mehr so bedrohlich, ermöglicht sie doch die Rückkehr unserer Helden der Vergangenheit.
Mit diesem Schachzug konnte VW bereits beim ID. Buzz punkten. Und mit dem ID.2 zeigt VW-Chefdesigner Andreas Mindt ebenfalls wieder mehr vertraute Nähe zu Polo und Golf der 80er und 90er: kurze Überhänge, kompakt, knackig.
Renault 5
Der neue Renault 5 elektrisiert mit Nostalgie-Design.
Bild: Renault
Mini war schon immer retro, wirkt mit der neuen Generation von E-Autos aber wieder etwas kompakter und runder. Und Toyota, Mazda und Nissan zeigten erst im letzten Jahr, wie der Wechsel zur Elektromobilität Ikonen wie den MR2, RX-7 und GT-R zurückbringen kann.

Retro-Design: vertraut und sympathisch

Das Retro-Design hat nicht nur den psychologischen Effekt, als vertraut und sympathisch wahrgenommen zu werden. Dahinter steckt bei vielen Designern die Not, mit den großen Batterien im Fahrzeugboden zu arbeiten. Damit sie nicht aussehen wie Hängebauchschweine, sind E-Autos breiter, um die Proportionen zu wahren.
Wir haben bei vielen Herstellern nachgefragt: Kommt jetzt die Retro-Welle? Nein. Vereinzelt wird es hier und da Schlaglichter wie den R5 geben. Die Masse an E-Autos wird künftig recht ähnlich aussehen, sich weniger differenzieren.
Denn viele Möglichkeiten bietet die Batteriestruktur im Boden nicht. Außerdem ist die Entwicklung so teuer, die Nachfrage noch so schleppend, dass die Hersteller dringend bei der Produktion einsparen müssen.
Viel Freiraum für Spielereien bleibt da lediglich den Premiummarken wie Mercedes und BMW. Sie wollen sich mit Bezug auf ihre lange Historie auch im E-Zeitalter unverkennbar vom Einheitsbrei und vielen blutjungen Marken absetzen. Beim Rest wird es wie beim Handy, die von Weitem alle gleich aussehen. Eine Retro-Revolution wird es nicht geben.