Der schwäbische Autozulieferer Mahle macht mit einem neuartigen Antriebsmotor für Elektroautos von sich reden: Der Motor soll einen Wirkungsgrad von 95 Prozent erreichen – üblich sind bisher 90 Prozent. Das würde den Energieverbrauch von E-Autos verringern und damit Sparsamkeit und Reichweite merklich erhöhen. "Ein Wirkungsgrad, wie ihn bisher nur Formel-E-Rennsportwagen erreichen", teilt das Unternehmen mit. Autos mit geringerem Stromverbrauch dürften insbesondere Käufer neuer E-Autos interessieren.

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Was macht den "Mahle Contactless Transmitter" (MCT) so effizient? Mahle, die sich bisher vor allem mit der Fertigung von Kolben für Verbrennungsmotoren einen Namen machten, will die Stärken gleich mehrerer Konstruktionsprinzipien kombinieren. So ist der Antrieb magnetfrei, wird also nicht permanent erregt, sondern stromerregt, wie die Fachleute sagen. Das spart Kosten.

Verzicht auf Seltene Erden spart Kosten und verringert Probleme

Da für diese Permanentmagneten als Rohstoffe Seltene Erden benötigt werden, verringert der Verzicht darauf andererseits auch wirtschaftliche Abhängigkeit von den Herkunftsländern wie China. Seltene Erden werden auch regelmäßig mit Umweltverschmutzung und menschenunwürdigen Abbaumethoden in Verbindung gebracht.
 
Formel E 2019
Moderne Elektro-Rennwagen der Formel E erreichen einen Wirkungsgrad von 95 Prozent – das soll der Wundermotor von Mahle auch schaffen, aber zu deutlich niedrigeren Kosten.
Bild: ABB AG

Zum Aufbau von Spannungsfeldern arbeitet der Motor nicht mit Bürsten, stattdessen wird der Strom induktiv übertragen. Das ist nicht nur verschleißfrei, sondern verringert auch den inneren Widerstand und damit den Energieverlust erheblich. "So arbeitet der Motor speziell bei hohen Drehzahlen besonders effizient", teilt Mahle mit. Der Verzicht auf Reibflächen bedeutet auch: Innerhalb des Antriebs entsteht kein Staub aus Abrieb, was die Haltbarkeit erhöht. Hintergrund: So funktionert ein E-Auto.

Der MCT wird bereits in diversen Projekten erprobt

Die Neuentwicklung – Mahle bezeichnet sie als "Durchbruch" – sei auch einfach skalierbar und könne daher sowohl in Kleinwagen wie auch großen Nutzfahrzeugen eingesetzt werden. "Prototypen sind mittlerweile zigfach erprobt", teilt ein Mahle-Sprecher mit. Das Unternehmen befindet sich mit diversen OEM in Projekten, um die Serienreife vom MCT zu erreichen.
Es gibt noch ein weiteres Projekt aus dem Mahle-Forschungslabor. "Wir arbeiten an einem Antrieb, der die Diskrepanz zwischen Peak und Dauerleistung aufhebt", so der Mahle-Sprecher gegenüber AUTO BILD. Das alte Problem von E-Maschinen, dass Höchstleistung nur für kurze Zeit zur Verfügung steht und das Spannungsfeld danach zusammenbricht, könnte also demnächst der Vergangenheit angehören. Lassen sich der MCT und diese weitere Wundermaschine eventuell auch kombinieren? Dazu will Mahle keine Stellung nehmen.